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Remanufacturing: Aus Alt mach Neu ─ VDI ZRE-Kurzanalyse zur Wiederaufarbeitung von Gebrauchtteilen

04. August 2017

© VDI ZRE

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können mit dem Aufarbeiten von Altteilen Material und Energie einsparen. Die Kurzanalyse „Ressourceneffizienz durch Remanufacturing – Industrielle Aufarbeitung von Altteilen“ der VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH (VDI ZRE) zeigt, dass die Wiederverwendung gebrauchter Produkte große Ressourceneffizienzpotenziale birgt. Unternehmen reduzieren dadurch langfristig Kosten und stärken ihre Wettbewerbsposition.

Ob in der Automobilbranche, beim Flugzeugbau oder bei Motoren, Pumpen und Kompressoren für Industrieanlagen: Das Remanufacturing ist eine zentrale Maßnahme zur Steigerung der Ressourceneffizienz. Um ein gebrauchtes Produkt auf das Qualitätsniveau eines Neuproduktes zu bringen, wird es in mehreren Prozessschritten demontiert, gereinigt, geprüft, aufgearbeitet und remontiert. Unternehmen können den Material- und Energieaufwand zur Herstellung eines Neuproduktes und damit ihre Produktionskosten senken, wenn sie Altteile für eine Wiederverwendung aufarbeiten. Zu diesem Schluss kommt die neue Kurzanalyse „Ressourceneffizienz durch Remanufacturing – Industrielle Aufarbeitung von Altteilen“.

Bis zu 80 Prozent der Herstellungskosten werden in Einzelfällen durch die Refabrikation von Altteilen eingespart und bis zu knapp 90 Prozent die Materialverbräuche reduziert. Wiederaufgearbeitete Produkte können somit für nahezu 40 bis 80 Prozent des Beschaffungspreises eines Neuproduktes angeboten werden. „Für KMU bedeutet dies eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit durch eine variablere Preispolitik bei gleichzeitig größerer Produktpalette – und das bei mindestens gleicher Qualität der aufbereiteten Teile im Vergleich zu entsprechenden Neuprodukten. Wenn bereits bei der Produktgestaltung auf ein Remanufacturing-gerechtes Design geachtet wird, lassen sich die positiven ökonomischen und ökologischen Effekte noch verstärken“, so Dr. Martin Vogt, Geschäftsführer des VDI ZRE. „Dazu zählen zum Beispiel ein modularer Aufbau und eine einfache Zerlegbarkeit des Produktes sowie die Korrosionsresistenz und Verschleißfestigkeit eingesetzter Materialien. Innovationssprünge bei einzelnen Komponenten können so genutzt werden, ohne gleich das ganze Produkt zu ersetzen.“

Experten schätzen das Remanufacturing als zukunftsträchtige Alternative zur Herstellung von neuen Produkten ein: Bis 2030 wird die Branche europaweit um mehr als 50 Prozent auf 46 Milliarden Euro wachsen – andere Prognosen gehen sogar von einem Wachstum auf mehr als das Dreifache aus.

Die Kurzanalyse wurde im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit erstellt und steht kostenfrei als Download zur Verfügung.

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