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Gute-Praxis-Beispiel des Monats: BeoPlast

05. Mai 2017

© VDI ZRE

Kann ein Unternehmen langfristig ressourceneffizient agieren und wirtschaftlich sein? Die Beo Plast Besgen GmbH (BeoPlast) zeigt, wie es funktionieren kann. Der Familienbetrieb ist seit 25 Jahren erfolgreich in der Kunststoffbranche tätig und produziert seit etwa zwei Jahren CO2-frei. Erfahren Sie, welche weiteren Maßnahmen das Unternehmen trifft und warum auch der Deutsche Nachhaltigkeitspreis begeistert ist.

Wie können Kernprozesse in der Kunststoffbranche ressourceneffizient gestaltet werden?

Das Familienunternehmen BeoPlast unterstützt zum einen seine Kunden dabei, biobasierte Werkstoffe und Rezyklate in der Produktion von Kunststoffen einzusetzen. Die Abnehmer des Unternehemns wissen oft nicht um die Möglichkeiten nachhaltiger Werkstoffe und erhalten durch die Produktion von Probekörpern oder Versuchsteilen neue, ressourcenschonende Möglichkeiten in ihrer eigenen Produktion aufgezeigt.

In der Produktion selbst setzt BeoPlast vier vollelektrische Spritzgussmaschinen ein. Das reduziert den Energieverbrauch um 30%, Geräuschemissionen um 90% und macht den Verbrauch von umweltbelastenden Hydraulikölen obsolet. Auch in der Trocknung setzt BeoPlast auf Energieeffizienz: 20% Energie können durch moderne Trocknungstechnologien und mit generalüberholten Maschinen eingespart werden.

Welche Rolle spielt die Produktionsinfrastruktur in der Ressourceneffizienz?

Nicht nur in den Kernprozessen, auch in der Produktionsinfrastruktur setzt BeoPlast auf Ressourceneffizienz. Abwärme von Kompressoren wird etwa zur Beheizung der Hallen und über einen Wärmetauscher zur Temperierung der Büroräume genutzt.

BeoPlast setzt außerdem auf einen nachhaltigen Energiemix: Neben Grünstrom (Wasserkraft) und einer eigenen Photovoltaik-Anlange ist auch eine eigene Windenergieanlage geplant, die das Unternehmen mit mehr Energie versorgen soll. Der produzierte Strom soll neben Maschinen des Unternehmens auch die Firmenfahrzeuge und Stapler am Laufen halten.

Inwiefern kann zusätzliches Engagement zur Ressourceneffizienz beitragen?

Neben Maßnahmen, die direkt die Produktion beeinflussen, unternimmt BeoPlast einige weitere Schritte für mehr Ressourceneffizenz. So werden die Mitarbeiter des Unternehmens zur CO2-Reduktion auch außerhalb ihres Arbeitsplatzes motiviert, indem sie etwa finanzielle Unterstützung beim Kauf hocheffizienter Haushaltsgeräte oder Elektrofahrräder erhalten.

Auch die Abnehmer der Kunststoffprodukte werden dabei unterstützt, ressourceneffizienter zu agieren. Wie bereits erwähnt, unterstützt BeoPlast seine Kunden mit Know-how bei der Konzeption möglichst nachhaltiger Kunststofflösungen. Außerdem erhalten Interessenten bei jeder Anfrage Informationen zum CO2-Verbrauch während der Produktion. 

Spielt Industrie 4.0 bereits eine Rolle bei BeoPlast?

Für den Kunststoffproduzenten ist Industrie 4.0 mehr als nur ein Schlagwort. Die gesamte Fertigung ist bis in den kleinsten Prozess vernetzt. So erhalten alle Maschinen und Peripheriegeräte ihre Aufträge und Parameter von einem Leitrechner. Qualitätskontrolle und Aussortierung erfolgt automatisch durch die Maschine selbst oder durch einen Roboter.

Energie, Produktionszeit, Rohstoffe: Durch den Einsatz von Industrie 4.0 kann BeoPlast seine Produktionsprozesse optimal steuern und Ressourcen sparen. Ein weiterer positiver Effekt der Prozesskontrolle ist, dass die Qualität der Produkte weiter gesteigert werden kann.

Was sind die Ergebnisse all dieser Maßnahmen?

Durch den Verzicht auf Graustrom, Gas und Diesel und Klimaschutzmaßnahmen im Unternehmen kann BeoPlast eine Vorreiterrolle einnehmen. Der Kunststoffproduzent ist in Deutschland das einzige, zertifiziert produzierende Unternehmen der Kunststoffbranche, dass ohne Zukauf von Emissionszertifikaten seinen CO2-Äquivalent auf Null reduziert hat.

BeoPlast war 2016 auch eines der Top-5-Unternehmen in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste KMU“ beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Die Begründung der Jury: „Mit seiner klimaneutralen Produktion beweist (BeoPlast) zudem dem Mittelstand in Deutschland, dass diese technisch machbar und wirtschaftlich erfolgreich ist“.

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