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VDI ZRE: Studie „Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0“ veröffentlicht

15. Juni 2017

© VDI ZRE

„Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0 – Potenziale für KMU des verarbeitenden Gewerbes“ – so lautet der Titel der Studie, deren Ergebnisse das VDI Zentrum Ressourceneffizienz am 12. Juni 2017 im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit vorgestellt hat. Die Studie untersucht die Zusammenhänge zwischen digitaler Transformation und Ressourceneffizienz im verarbeitenden Gewerbe und leitet Handlungsempfehlungen für KMU, Politik und Wissenschaft ab.

Deutsche Unternehmen müssen für die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt gerüstet sein, um sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten. Das VDI ZRE reagiert darauf mit seiner neuesten Studie. Sie untersucht anhand von zehn Fallbeispielen, wie Unternehmen mit digitalisierten Prozessen ihre Wettbewerbsposition ausbauen und gleichzeitig Ressourcen einsparen können. Im Mittelpunkt stehen KMU des verarbeitenden Gewerbes.

Elf Maßnahmen der digitalen Transformation konnte die Studie identifizieren, die Einsparungen betrieblicher Ressourcen bewirken. Neben der Vernetzung von Sensoren und Aktoren sind dies zum Beispiel die durchgängige Datenintegration und dezentrale Steuerung sowie die Einführung und Verwendung von Ortungs- und Lokalisierungssystemen. Nach Selbsteinschätzung der befragten Unternehmen können durch Maßnahmen der digitalen Transformation Material- und Energieeinsparungen von bis zu 25 Prozent erreicht werden.

Handlungsempfehlungen für KMU, Politik und Wissenschaft

Die Studie leitet insgesamt zwölf Handlungsempfehlungen für KMU, Politik und Wissenschaft ab. Für KMU empfiehlt sich zunächst die Durchführung eines Readiness-Checkes zur Ermittlung des eigenen Reifegrades der Digitalisierung. Auch sollte die systematische Erfassung und Auswertung von Daten zu betrieblichen Ressourcenverbräuchen im Fokus der Unternehmen stehen, um Ressourceneinsparpotenziale zu identifizieren.

Die Steigerung der Materialeffizienz spielt für die Industrie eine entscheidende Rolle. Eine Handlungsempfehlung für die Politik lautet daher, bestehende Beratungsangebote aus den Bereichen Ressourceneffizienz und Industrie 4.0 zu vernetzen. Ziel sollte es sein, abgestimmte Instrumente und Handlungsunterstützung für KMU im Sinne eines „Baukasten Ressourceneffizienz 4.0“ zu entwickeln. Weiterhin sollte die Politik die Entwicklung von Labeln zur Angabe des Energieverbrauchs für Informations- und Kommunikationstechnologie-Hersteller bzw. Anbieter von Dienstleistungen des Internets fördern.

Eine wesentliche Empfehlung für die Wissenschaft ist, dass zentrale Methoden zur Datenerfassung und -auswertung stärker erforscht und im Hinblick auf die Unterstützung der Ressourceneffizienz weiterentwickelt werden sollten. Auch die Entwicklung einer einheitlichen Methodik und die Erarbeitung von Tools in Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie-4.0-Enablern stellt eine Handlungsempfehlung dar.

Die Studie „Ressourceneffizienz durch Industrie 4.0“ wurde vom VDI ZRE in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung sowie dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz beauftragt. Die TU Darmstadt, das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung sowie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz haben die Studie erarbeitet.

Die Studie wurde aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und der beteiligten Landesministerien finanziert.

Zum Download der Studie

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