Ressourceneffizienz im Bauwesen

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Das Bauwesen gehört zu den ressourcenintensiven Wirtschaftszweigen. Alleine in Deutschland werden jährlich 550 Millionen Tonnen mineralischer Rohstoffe verbaut. Das entspricht 85 Prozent der gesamten inländischen Entnahme.1 Auch der jährliche Einsatz an Baustahl (5,5 Millionen Tonnen) und Zement (28 Millionen Tonnen) ist erheblich,2 was in der Summe dazu führt, dass der deutsche Gebäudebestand inzwischen schätzungsweise 100 Milliarden Tonnen Material umfasst.3 An Bau- und Abbruchabfällen fließen jährlich 192 Millionen Tonnen aus dem Baubereich ab, was 54 Prozent des deutschen Abfallaufkommens entspricht.4 Gleichzeitig beinhaltet dieser Rohstoffeinsatz große Einsparpotenziale, weshalb dem Bauwesen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung von Ressourceneffizienz zukommt.

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Ressourceneffizienz bedeutet dabei sowohl Energieeffizienz als auch Materialeffizienz. Das Thema Energieeffizienz wird in Form der energetischen Gebäudesanierung bereits intensiv diskutiert. Hier ist dringend Handlungsbedarf gegeben, denn ein Drittel des deutschen Endenergieverbrauchs wird für Heizung und Warmwasserbereitung benötigt.5 Da sich der Energiebedarf aufgrund der langen Nutzungsdauern von Gebäuden über viele Jahre aufsummiert, muss es höchste Priorität haben, den Energieverbrauch pro Quadratmeter Nutzfläche zu reduzieren. Untersuchungen des VDI Zentrums Ressourceneffizienz zeigen, dass sich dieser Anspruch bei der Dämmung von Gebäuden vielfach mit der Verwendung ressourcenschonender Materialien verbinden lässt. Damit wird nicht nur der Energieverbrauch in der Nutzungsphase langfristig gesenkt, sondern bereits in der Dämmstoffherstellung lassen sich Energiebedarf und CO2-Emissionen nachhaltig reduzieren.

Unter Ressourcengesichtspunkten ist die energetische Gebäudesanierung jedoch noch aus einem anderen Grund empfehlenswert: Der Materialbedarf einer Sanierung ist um zwei Drittel geringer als der eines Neubaus.6 Daher sollte - wo möglich - die Sanierung gegenüber dem Neubau bevorzugt werden, was auch im Hinblick auf den nötigen Umbau der Bausubstanz für den Bedarf nach altersgerechtem Wohnen wichtig ist. Bei Neubaumaßnahmen auf der „grünen Wiese“, ist im Hinblick auf die Nachhaltigkeit die zusätzliche Flächeninanspruchnahme sowie der große Rohstoffverbrauch für neu zu errichtende Infrastruktur (Straßen, Kanäle, öffentliche Einrichtungen etc.) zusätzlich negativ zu werten. Im Sinne eines ressourcenoptimierten Bauens sollte daher der Nutzung bereits erschlossener Gebiete durch Umnutzung von Brachflächen, Nachverdichtung und Aufstockungen Vorrang gegeben werden.

Mit Blick auf die in den Medien noch weniger thematisierte Materialeffizienz bietet das Bauwesen aufgrund der oben aufgezeigten Massenströme ebenfalls große Effizienzpotenziale. Untersuchungen des VDI Zentrum Ressourceneffizienz zeigen, wie sich die Ressourceninanspruchnahme durch Tragwerke reduzieren lässt. Neben der Wahl ressourcenschonender Materialien kann auch der Einsatz von Recyclingbeton einen wertvollen Beitrag liefern, da dieser als Zuschlagsstoff Recycling-Gesteinskörnungen verwendet und somit den Abbau von Primärgestein wie Kies vermindert.


1 Keßler, H., 2011: Urban Mining – Ressourcenschonungspotenziale einer hochwertigen Nutzung des anthropogenen Lagers im Gebäudebestand, Tagungsband zum 23. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum, Hrsg. Witzenhausen-Institut, S. 1
2 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.): Deutsches Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess), Mai 2012, S. 73
3 Schulze-Darup, B. (Hrsg.): Energetische Gebäudesanierung mit dem Faktor 10, Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU-Projekt AZ 19208), S. 5
4 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.): Deutsches Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess), Mai 2012, S. 73
5 BDEW: Endenergieverbrauch in Deutschland 2007, Berlin, 12/2008, S. 10
6 Umweltbundesamt (Hrsg.): Rohstoffeffizienz – Wirtschaft entlasten, Umwelt schonen, November 2010, S. 8

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