Effizienzpotenziale bei Aufzügen

Wer in einem Haus mit Aufzug wohnt, kennt das Phänomen: Mit der Nebenkostenabrechnung wird jedes Jahr ein ordentlicher Betrag an Betriebskosten für den Aufzug fällig. Und das, obwohl der Aufzug die meiste Zeit stillsteht. Etwa die Hälfte der ungefähr 650.000 Aufzüge in Deutschland befindet sich in Wohngebäuden und über 70 Prozent ihres Stromverbrauchs fällt im Stand-by an, d. h. wenn der Aufzug nicht fährt.1

Im Durchschnitt sind Aufzüge für fünf Prozent des gesamten Energieverbrauchs eines Gebäudes verantwortlich und bieten somit einen guten Ansatz, die Energieeffizienz eines Gebäudes zu steigern und die Betriebskosten zu senken.2

Fahrkorbbeleuchtung

Einen ersten Ansatzpunkt zur Reduktion des Energieverbrauchs bietet die Fahrkorbbeleuchtung. Sie brennt in vielen Aufzügen rund um die Uhr, unabhängig davon, ob sich gerade ein Fahrgast in der Kabine befindet oder nicht. So verursacht sie mehr als ein Viertel des Stand-by-Stromverbrauchs.3 Das dies unnötig ist, zeigen zwei einfache Maßnahmen:

  • Durch ein Zusatzbauteil kann die Beleuchtung im Stillstand abgeschaltet werden. Zusätzlich können weitere nicht benötigte Komponenten über die Steuerung abgeschaltet werden.
  • Eine LED-Beleuchtung kann den Stromverbrauch bei eingeschaltetem Kabinenlicht verringern. Weitere Aufzugskomponenten können ebenfalls durch energieeffizientere ersetzt werden.

Antrieb

Auch für Aufzüge mit einer hohen Fahrtenzahl und damit einem vergleichsweise geringen Anteil des Stand-by-Bedarfs am Gesamtstrombedarf, ergeben sich große Einsparpotenziale. Hierunter fallen beispielsweise Aufzüge in

  • Bürogebäuden (hier finden sich knapp 25 Prozent aller Aufzüge4)
  • Krankenhäusern
  • Altenheimen.

Entscheidend ist hier die Antriebstechnik. Sie ist häufig veraltet und ineffizient, da die Mehrheit der deutschen Aufzüge aus den 60er und 70er Jahren stammt5. Durch Einbau eines modernen, zum Beispiel getriebelosen frequenz- und spannungsvariablen Antriebs mit Energierückspeisung, lässt sich der Energieverbrauch während der Fahrten um bis zu 80 Prozent im Vergleich zu einem konventionellen polumschaltbaren Antrieb reduzieren6.

Informationen im Detail

Der Ressourcencheck für Aufzüge gibt wertvolle Tipps zum Thema Energieeffizienz und zeigt weitere Einsparpotenziale auf. Der Film Energieeffiziente Aufzüge aus dem WebVideomagazin erklärt weitere Effizienztechnologien.


1 Hirzel, S., Fleiter, T., Rosende, D., 2010: Elevators and escalators in Germany from an energy perspective, Fraunhofer ISI, URL: publica.fraunhofer.de/eprints/urn:nbn:de:0011-n-1331371.pdf [Stand: Mai 2012], S. 6, 17
2 Beier, C.: Analyse des Energieverbrauchs und exemplarische Best-practice-Lösungen für relevante Verbrauchssektoren in Krankenhäusern, Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, DBU – AZ 23472, 2009, S. 47
3 Leurs, L.: Sinnvolle Modernisierungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Energieeinsparpotentialen, Vortrag zum 2. Betreibertag 2010 der Niggemeier & Leurs GmbH, 25.06.2010
4 Hirzel, S., Fleiter, T., Rosende, D., 2010: Elevators and escalators in Germany from an energy perspective, Fraunhofer ISI, URL: publica.fraunhofer.de/eprints/urn:nbn:de:0011-n-1331371.pdf [Stand: Mai 2012], S. 6
5 Hirzel, S., Fleiter, T., Rosende, D., 2010: Elevators and escalators in Germany from an energy perspective, Fraunhofer ISI, URL: publica.fraunhofer.de/eprints/urn:nbn:de:0011-n-1331371.pdf [Stand: Mai 2012], S. 7
6 ENEA, 2010: Optimierung der Energieeffizienz bei Aufzügen, URL: www.e4project.eu/Documenti/WP6/E4-German%20Final%20Brochure.pdf [Stand: Mai 2012], S. 12

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