Ressourceneffizienz der Dämmstoffe

Den Dämmstoffen kommt eine zentrale Rolle bei der energetischen Gebäudesanierung zu. Sie sind das Ausgangsmaterial für einen nicht unerheblichen Teil der Bautätigkeit in Deutschland. Unter dem Gesichtspunkt der Ressourceneffizienz ist es entscheidend, nicht nur die Energieeinsparung eines Dämmstoffes während der Nutzung zu betrachten, sondern den gesamten Produktlebensweg zu analysieren und damit den Aspekt der Materialeffizienz zu adressieren. Dies beinhaltet auch die Herstellung und die Entsorgung am Lebenswegende. Dabei steht die zu erzielende Dämmwirkung eines Bauteils auch weiterhin im Mittelpunkt. Sie wird als gewünschte Funktion beziehungsweise gewünschter Nutzen der sogenannten funktionalen Einheit festgelegt. Bezogen auf diese werden nunmehr die einzelnen Dämmstoffe anhand von vier Ressourceneffizienz-Kriterien entlang des Produktlebenswegs miteinander verglichen:

  • Rohstoffart
  • Energiebedarf (Herstellung)
  • CO2-Emission (Herstellung)
  • Entsorgung (End of Life)

Die Daten für die ökobilanzielle Bewertung der Materialien wurden dabei der Baustoffdatenbank Ökobau.dat 2016-I bzw. soweit vorliegend den Umwelt-Produktdeklarationen (EPDs) entnommen.1 Als funktionale Einheit wurde eine Dämmwirkung von U = 0,15 W/m²K, d.h. Passivhaus-Standard festgelegt, die bei einem bestehenden Gebäude erzielt werden soll. Es wurde davon ausgegangen, dass ein schlecht wärmedämmendes Bauteil mit einem U-Wert von 2,3 W/m²K, wie es beispielsweise als oberer Gebäudeabschluss bei Mehrfamilienhäusern aus den 60er Jahren anzutreffen ist, nachträglich gedämmt wird. Entsprechend der Wärmedämmeigenschaften der einzelnen Dämmstoffe variiert die für das Passivhausniveau erforderliche Dämmschichtdicke.

In der nachfolgenden Tabelle wurden die vier Ressourceneffizienz-Kriterien für alle gängigen am Markt verfügbaren Dämmstoffe zusammengeführt. Einzelne Dämmstoffe sind mehrfach aufgeführt, was mit den unterschiedlichen Materialkennwerten für verschiedene Einbausituationen zusammenhängt.

Dämmstoffe - Kriterien für Ressourceneffizienz. (Grafik: VDI ZRE GmbH / Marco Naujokat)

Sowohl beim nicht erneuerbaren Primärenergiebedarf als auch beim Treibhausgaspotenzial variieren die Werte erheblich. Neben den Unterschieden zwischen den verschiedenen Dämmstoffen ist zu beobachten, dass Dämmstoffe für höhere Druckanforderungen wie beispielsweise Flachdachdämmungen im Allgemeinen einen höheren Energiebedarf und höhere CO2-Emissionen aufweisen als Dämmstoffe mit geringen Druckanforderungen wie beispielsweise für den Zwischensparrenbereich. Dies hängt damit zusammen, dass für eine höhere Druckfestigkeit auch eine höhere Materialdichte erforderlich ist, d.h. es werden mehr Rohstoffe verbraucht. Eine ganze Reihe nachwachsender Dämmstoffe zeichnet sich durch ein negatives Treibhausgaspotenzial aus, d.h. sie entziehen beim Pflanzenwachstum der Atmosphäre mehr CO2 als später beim Herstellungsprozess emittiert wird.

Bei der Entsorgung werden, mit einer Ausnahme, die Dämmstoffe entweder deponiert oder thermisch verwertet. Diese aktuell verfügbaren Optionen verfügen bei weitem nicht über die Ressourcenschonungspotenziale eines Recyclings. Hierfür geeignete Konzepte zu entwickeln ist dringend notwendig, da bereits heute durch die Auswahl bestimmter Produkte und Befestigungsvarianten über die zukünftigen Wiederverwendungsmöglichkeiten beim Rückbau entschieden wird. Eine positive Ausnahme bilden die Vakuumisolationspaneele, da bei ihnen zu mindestens ein Teil der Rohstoffe im Kreislauf gehalten wird.

Informationen im Detail

Detaillierte Informationen mit zahlreichen Diagrammen zum Energiebedarf und zur CO2-Emission sowohl in der Herstellung als auch am Lebenswegende finden Sie in der Kurzanalyse Ressourceneffizienz der Dämmstoffe im Hochbau.


1Informationsportal Nachhaltiges Bauen, BMVBS: Ökobau.dat (Version 2016-I), URL: www.nachhaltigesbauen.de/baustoff-und-gebaeudedaten/oekobaudat.html [Stand: Dezember 2016]; Institut Bauen und Umwelt e. V. (IBU): Umwelt-Deklarationen (EPD) – Dämmstoffe, URL: ibu-epd.com/epd-programm/veroeffentlichte-epds/ [Stand: Dezember 2016] 

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