Energetische Sanierung des Gebäudebestands

Ein Drittel des deutschen Endenergieverbrauchs entfällt auf Heizung und Warmwasserbereitung.1 Diese Zahl verdeutlicht, dass die Umsetzung von Energieeffizienz und die Energiewende in Deutschland nur dann gelingen, wenn sie eine systematische und hochwertige energetischen Sanierung des Gebäudebestands einschließt. Dies zieht in den kommenden Jahren eine ganz erheblich Bautätigkeit nach sich. Um dabei nicht nur im Hinblick auf die endlichen Energierohstoffe Verantwortung für kommende Generationen zu übernehmen, sollte auch der Ressourcenverbrauch der hervorgerufenen Bautätigkeit beachtet werden. Kurz: Eine erfolgreiche Energiewende ist nur über Ressourceneffizienz, also die Kombination von Energie- und Materialeffizienz, möglich.

Der Bausektor ist gekennzeichnet von langen Nutzungsdauern und hohen Investitionskosten. Daher sollten Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz immer mit einem hohen, zukunftsfähigen Dämmstandard wie beispielsweise dem Passivhaus-Standard durchgeführt werden. Niemand möchte in ein oder zwei Jahrzehnten aufgrund gestiegener Energiepreise erneut zehntausende Euro in ein voll funktionsfähiges Bauteil stecken müssen.

Unter dem Blickwinkel der Ressourceneffizienz ist die Sanierung bestehender Gebäude in doppelter Hinsicht positiv: Neben der erzielten Energieeinsparung bedeutet sie im Vergleich zum Neubau nur ein Drittel des Materialverbrauchs.2

Mythos: Dicke Dämmstoffpakete verbrauchen in der Herstellung mehr Energie als sie je einsparen

Die Sinnhaftigkeit der energetischen Gebäudesanierung sei durch einen plakativen Vergleich dargestellt: Ein Einfamilienhaus mit 120 m² Grundfläche und durchschnittlichen Wärmedämmeigenschaften verbraucht zur Raumheizung jährlich etwa 1600 Liter Heizöl. Dabei würden bereits 40 Prozent des in einem Winter verheizten Erdöls ausreichen, um daraus eine 25 cm dicke Fassadendämmung aus Expandiertes Polystyrol (EPS) herzustellen und damit über Jahrzehnte den Heizölbedarf des Gebäudes drastisch zu reduzieren.

Vergleich Heizölbedarf für eine Heizperiode zu Erdölbedarf für komplette Fassadendämmung aus EPS (Grafik: VDI ZRE GmbH / Marko Naujokat)

Dennoch hält sich der Mythos, dass bei sehr großen Schichtdicken an Dämmung diese in der Herstellung mehr Energie benötigen als sie in der Nutzungsdauer einsparen. Um dies zu widerlegen stellt nachfolgende Abbildung in Abhängigkeit von der Dämmstoffdicke den Energieverbrauch für die Dämmstoffherstellung den Energieeinsparungen während der Nutzungsphase gegenüber. Dabei wurde von einer Wand aus 24 cm Hochlochziegeln ausgegangen. Für das angegebene Beispiel wurde bewusst ein Dämmstoff mit einem hohen Herstellungsenergiebedarf (i. e. nicht erneuerbare Primärenergie) gewählt, im konkreten Fall EPS.

Vergleich Energiebedarf zur Dämmstoffherstellung und Energieeinsparung während der Nutzungsphase (Bild: VDI ZRE GmbH / Marko Naujokat)

Es zeigt sich, dass über eine 40-jährige Nutzungsdauer die eingesparte Raumwärme bei weitem die Energie für die Produktherstellung überschreitet. Für eine Dämmstoffdicke von bis zu 28 cm wird diese sogar innerhalb eines Jahres eingespart. Da zahlreiche Dämmstoffe deutlich weniger Herstellungsenergie benötigen als das hier gewählte EPS, fällt die Bilanz in vielen Fällen noch günstiger aus.

Informationen im Detail

Mehr Informationen über die Herstellungsenergie und die Ressourceneffizienz von Dämmstoffen gibt es auf der Seite Dämmstoffe bzw. in der Kurzanalyse Ressourceneffizienz der Dämmstoffe im Hochbau.


1 Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (Hrsg.): Energiedaten, Berlin, 25.01.2012
2 UBA (Hrsg.): Rohstoffeffizienz - Wirtschaft entlasten, Umwelt schonen, 2010, S. 8

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