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Gute-Praxis-Beispiel des Monats: Konfitüre aus ökologisch nachhaltiger Produktion

28. November 2017

© VDI ZRE

Im unterfränkischen Haßfurt hat sich der traditionsreiche Familienbetrieb Maintal Konfitüren voll und ganz der Nachhaltigkeit verschrieben. Seit 2010 arbeitet das Unternehmen daran, seinen Wasser- und Energiebedarf zu senken. Das Gute-Praxis-Beispiel des Monats zeigt, wie eine ressourcenschonende und effiziente Strom- und Wärmeerzeugung bei der Herstellung der Konfitüren möglich ist.

Wie wurde die Konfitüre traditionell hergestellt?

Der Betrieb verarbeitet rund 2.400 Tonnen Früchte pro Jahr, davon ca. 1.300 Tonnen in Bio-Qualität. Für die Herstellung der rund 600 Fruchtspezialitäten wird sehr viel Wasser und Wärme benötigt. Bis 2014 wurden die Früchte in einer mit Öl befeuerten Anlage erhitzt, bei der sich die Temperatur nicht stufenlos regeln ließ. Zudem benötigte die Anlage manchmal mehrere Starts, was für einen enorm hohen Energieverbrauch sorgte.

Welche alternative Lösung gab es für eine ressourceneffizientere Herstellung?

In Kooperation mit dem örtlichen Gas- und Stromlieferanten, der Stadtwerk Haßfurt GmbH und mithilfe des Ingenieurbüros Gammel Engineering GmbH entschloss sich Maintal Konfitüren zur Umsetzung eines komplett neuen Energiekonzepts.

Auf Basis der grundlegenden Anforderungen – eine effiziente Strom- und Wärmeerzeugung – empfahl das Ingenieurbüro die Installation einer Heizanlage mit einer Mikrogasturbine nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Prinzip. Hierbei kann sowohl Wärme als auch Elektrizität parallel erzeugt und genutzt werden. Die Mikrogasturbine wird mit Erdgas betrieben und liefert bis zu zwei Drittel des gesamten Bedarfs an Strom. Darüber hinaus kann die Abwärme der Turbine zwei Drittel des Wärmebedarfs zur Produktion der Konfitüre abdecken und zum Heizen der Hallen genutzt werden.

Wie kann zusätzlich die Abwärme genutzt werden?

Die Früchte werden in einem heißen Dampfkessel gekocht. Das dafür benötigte Wasser wird separat vorgeheizt. Hier konnte eine energiesparende Lösung gefunden werden: Die Abgase der Turbine können mit dem neuen System nutzbar gemacht werden. Diese werden durch einen abgetrennten Bereich des heißen Kessels geführt und erwärmen in einem Economizer (engl.: Vorwärmer/Sparanlage) das Speisewasser, das dann in den Kessel geleitet wird. Über einen weiteren Wärmetauscher kann zusätzlich Wärme, z. B. zum Beheizen von Räumen, erzeugt werden.

Hat sich das neue Energiekonzept bewährt?

Kurz gesagt, ja! Mit der neuen Mikrogasanlage können 0,5 t/h Sattdampf allein durch die Nutzung der Abwärme erzeugt werden, was der Grundlast des Betriebs entspricht. Bei einem höheren Bedarf kann der Gasbrenner im Kessel zugeschaltet werden.

Im Kombibetrieb, d. h. Nutzung von Abwärme und Gasbrenner, erbringt die Anlage eine Leistung von 2,5 t/h Sattdampf und 50 kW Heizwärme. Parallel liefert die Turbine konstant 100 kW Strom.

Außerdem konnten die Hallen früher im Winter nur unzureichend beheizt werden, so dass der Betrieb eine zusätzliche Ölheizung laufenlassen musste, was sehr kostenintensiv war. Die Ölheizung ist nun überflüssig.

Durch den Umstieg auf Erdgas konnte Maintal Konfitüren seinen CO2-Ausstoß um 5000 kg CO2 erheblich senken.

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