Das ESTEM-Webtool: Ein Werkzeug für die Förderpraxis

Maßnahmen für betriebliche Materialeffizienz leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Schließlich machen Treibhausgas(THG)-Emissionen, die bei Gewinnung und Verarbeitung von Materialien entstehen, häufig den Großteil der Gesamtemissionen von Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes aus. 

Geschäftsunterlagen auf Bürotisch mit Smartphone und Laptop© PantherMedia / everythingposs

Das ESTEM-Webtool unterstützt dabei, Treibhausgas-Einsparungen noch einfacher und schneller standardisiert und benutzungsfreundlich zu berechnen, um auf diese Weise Vergleichbarkeit im Rahmen der Fördermittelvergabe öffentlicher Förderprogramme sicherzustellen oder um unternehmenseigene Ressourceneffizienz- und Klimaziele umzusetzen. 

Bei öffentlichen Förderprogrammen für Materialeffizienzprojekte und der damit verbundenen Fördermittelvergabe ist es daher wichtig, die erreichten THG-Einsparungen nach standardisierten Methoden zu ermitteln, um Vergleichbarkeit sicherzustellen. Eine Möglichkeit ist eine Ökobilanz (sog. Life Cycle Assessment): Sie liefert umfassende Ergebnisse, ist jedoch aufwendig und zeitintensiv. 

Aus diesem Grund wurde die Einfache standardisierte Vorgehensweise zur Ermittlung eingesparter Treibhausgas-Emissionen von Projekten zur Materialeffizienz – kurz ESTEM – konzipiert. Die ESTEM-Methodik ermöglicht eine schnelle, transparente und richtungssichere Abschätzung eingesparter THG-Emissionen aus Materialeffizienz-Maßnahmen, ohne tiefes Fachwissen im Hinblick auf Ökobilanzierung oder umfangreiche personelle Kapazitäten vorauszusetzen. 

ESTEM und das eigens entwickelte Webtool richten sich dabei sowohl an Unternehmen als auch Fördermittelgeber. Es erhöht behördenseitig die Vergleichbarkeit von Anträgen für die Fördermittel-Bewilligung und erleichtert Unternehmen die Antragstellung oder unterstützt sie bei der Umsetzung eigener Ressourceneffizienz- und Klimaziele. Die benutzungsfreundliche Tool-Oberfläche führt Anwendende mithilfe von maximal zehn Leitfragen durch die Datenerfassung. Abgefragt werden betroffene Lebenswegphasen, Änderungen im Materialeinsatz (Scope 3), im Energieeinsatz (Scope 2) sowie bei direkten THG-Emissionen (Scope 1). 

Die Berechnung der eingesparten bzw. erzeugten Emissionen erfolgt über standardisierte Emissionsfaktoren auf Grundlage der BAFA-Liste des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und der ProBas-Datenbank (Umweltbundesamt). Zusätzlich können weitere Emissionsfaktoren eigenständig hinterlegt werden. Nach Abschluss der Berechnung erhalten die Nutzenden eine detaillierte Übersicht der Ergebnisse, die als PDF exportiert und anschließend weitergenutzt werden kann.


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Über das VDI ZRE
Das VDI ZRE ist als das Kompetenzzentrum für zirkuläre Wirtschaft und Ressourceneffizienz zentrale Anlaufstelle für betriebliche Ressourceneffizienz und Kreislaufführung in Deutschland. Es bereitet Wissen zu Umwelttechnologien sowie zu material- und energieeffizienten Prozessen allgemeinverständlich auf. Das Ziel ist es, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Start-ups bei der Umsetzung einer zirkulären Wirtschaftsweise und Maßnahmen zur Ressourceneffizienzsteigerung zu unterstützen. Die im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) entwickelten Instrumente und Publikationen zur Bewertung und Darstellung von Ressourceneffizienzpotenzialen und zur Unterstützung von zirkulärem Wirtschaften sind auf www.ressource-deutschland.de kostenlos verfügbar.

 

 

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