Mehr Zirkularität für weniger Wegwerf-Logik

Seit 2018 rückt der Welt-Recyclingtag am 18. März einmal im Jahr die Bedeutung von Recycling für Umwelt- und Klimaschutz in den Fokus der Aufmerksamkeit. Entscheidend ist jedoch nicht nur, was mit Abfällen geschieht, sondern auch und insbesondere, wie limitierte Ressourcen von Anfang an effizienter und schonender genutzt werden. Einen wirkungsvollen Ansatz bieten Kreislaufführungsstrategien in Unternehmen, die sowohl inner- als auch überbetrieblich umgesetzt werden können.

Collage aus sechs Bildern verschiedener recycelbarer Materialien: Pappe/Papier, Glas, Bauschutt, Carbonfaser, Kunststoff und Gewebe© PantherMedia/gmg9130, Christopher Boswell, portosabbia; VDI ZRE(v.l.o.n.r.u.)

Recycling in der Praxis: Ob Kunststoffflakes, Glasbruch, Metallreste, Faserverbunde oder Bauschutt – industrielle Reststoffe sind vielfältig und werthaltig. Der Weltrecyclingtag am 18. März möchte genau darauf hinweisen und sichtbar machen, welches Potenzial in diesen Materialien steckt, wenn sie adäquat aufbereitet und in zirkulären Wertschöpfungsketten weitergenutzt statt entsorgt werden.

Das Etablieren zirkulärer Geschäftsmodelle ist eine solche Strategie: Sie verlängern Nutzungsdauern, ermöglichen das mehrfache Nutzen von Produkten und Komponenten und erleichtern werterhaltendes bzw. hochwertiges Recycling. Das kann durch Service- und Leasingmodelle geschehen, durch Rücknahme- und Reparaturangebote oder durch konsequent auf Wiederverwendung und Rezyklate ausgelegte Produktkonzepte. Für ein kontinuierliches Schonen von Ressourcen gilt es, den gesamten Lebenszyklus eines Produkts zu betrachten: Wie sind Produkte gestaltet, wie werden sie genutzt und wie in Wertschöpfungsketten eingebettet? 

Ein hilfreiches Werkzeug für KMU, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen, ist der vom VDI ZRE entwickelte Generator für zirkuläre Geschäftsmodelle. Mit dem kostenfreien Webtool ist es Industrieunternehmen möglich, anhand von unternehmens- und produktspezifischen Fragestellungen ein zirkuläres Geschäftsmodell für ein gewähltes Produkt in Form eines Business Model Canvas zu generieren. So kann ein Unternehmen die systematische Umgestaltung eines bereits etablierten Geschäftsmodells hin zu mehr Kreislaufführung und Ressourcenschonung anstoßen oder sich initial ein gänzlich neues zirkuläres Geschäftsmodell zusammenstellen. 


Nehmen wir den heutigen Weltrecycling-Tag gemeinsam zum Anlass, nicht nur über Abfall, sondern auch über Geschäftslogiken nachzudenken. Und diese auf den zirkulären Prüfstand zu stellen. 


Zum Generator für zirkuläre Geschäftsmodelle
VDI ZRE-Übersichtsseite „Kreislaufführung im verarbeitenden Gewerbe“

 

Über das VDI ZRE
Das VDI ZRE ist als das Kompetenzzentrum für zirkuläre Wirtschaft und Ressourceneffizienz zentrale Anlaufstelle für betriebliche Ressourceneffizienz und Kreislaufführung in Deutschland. Es bereitet Wissen zu Umwelttechnologien sowie zu material- und energieeffizienten Prozessen allgemeinverständlich auf. Das Ziel ist es, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Start-ups bei der Umsetzung einer zirkulären Wirtschaftsweise und Maßnahmen zur Ressourceneffizienzsteigerung zu unterstützen. Die im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) entwickelten Instrumente zur Bewertung und Darstellung von Ressourceneffizienzpotenzialen und zur Unterstützung von zirkulärem Wirtschaften sind auf www.ressource-deutschland.de kostenlos verfügbar.

 

 

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