Qualitätsinfrastruktur als Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft – internationaler Austausch beim VDI ZRE

Am 26. Juni 2026 durften wir im VDI ZRE eine hochrangige Delegation aus Tunesien begrüßen. Koordiniert wurde der Besuch von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Vertreterinnen und Vertreter u.a. aus dem tunesischen Akkreditierungsrat, der Wirtschaftsvereinigung, dem Normungsinstitut sowie dem Institut für physikalisch-chemische Analysen kamen nach Berlin, um gemeinsam über ein Thema zu sprechen, das weit über nationale Grenzen hinausweist und von internationalem Austausch profitiert: die Rolle der Qualitätsinfrastruktur in der Kreislaufwirtschaft.

Eine Personengruppe aus Männern und Frauen, die vor einem großen mit VDI gebrndeten Wandbild steht, auf dem zu lesen ist "Wir gestalten Zukunft".© PTBGemeinsam für eine globale Kreislaufwirtschaft: Vertreterinnen und Vertreter des VDI ZRE und eine tunesische Delegation – koordiniert von der PTB Braunschweig – beim Austausch zum Thema Qualitätsinfrastruktur in der Kreislaufwirtschaft. Berlin, 26. Juni 2026


Was ist Qualitätsinfrastruktur?
Unter dem Begriff werden alle Prozesse zusammengefasst, die die Sicherheit und Verlässlichkeit von Produkten und Infrastrukturen gewährleisten – von Normung und Standardisierung über Akkreditierung und Testung in Prüflaboren bis hin zur Zertifizierung.


Worüber wurde gesprochen?
Im Mittelpunkt unseres Gesprächs standen vier zentrale Fragestellungen:

  • Qualitätsbewertung von Sekundärrohstoffen
    Wie können Zertifizierungen dazu beitragen, das Vertrauen in aufbereitete Sekundärrohstoffe zu stärken und deren Einsatz in der Praxis zu erhöhen?
  • Ende der Abfalleigenschaft 
    Der regulatorische Übergang vom Abfall zum Sekundärrohstoff erfordert klare Qualitätsstandards und zuverlässige Prüfverfahren – eine entscheidende Voraussetzung für funktionierende Recyclingmärkte.
  • Fairer Wettbewerb auf internationalen Märkten 
    Sekundärrohstoffe werden weltweit unter sehr unterschiedlichen technologischen und ökologischen Bedingungen hergestellt. Qualitätsinfrastruktur kann helfen, ein Level playing field herzustellen – etwa durch die Überprüfung von Qualitätsanforderungen, beispielsweise bei Importen von Kunststoffrezyklaten.
  • Verlässliche Grundlage für zirkuläre Geschäftsmodelle 
    Ob Reuse, Remanufacturing oder Refurbishment – alle Akteure in der Wertschöpfungskette brauchen nachvollziehbare und belastbare Qualitätsinformationen, um zirkuläre Ansätze erfolgreich skalieren zu können.

Der angeregte, vielschichtige und bereichernde Austausch hat einmal mehr gezeigt: Die Kreislaufwirtschaft ist eine globale Aufgabe, die nur gemeinsam und wertschöpfungsübergreifend gelingen kann – und funktionierende Qualitätsinfrastrukturen sind ein unverzichtbarer Baustein auf dem Weg dorthin.

 

Über das VDI ZRE
Das VDI ZRE ist als das Kompetenzzentrum für zirkuläre Wirtschaft und Ressourceneffizienz zentrale Anlaufstelle für betriebliche Ressourceneffizienz und Kreislaufführung in Deutschland. Es bereitet Wissen zu Umwelttechnologien sowie zu material- und energieeffizienten Prozessen allgemeinverständlich auf. Das Ziel ist es, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Start-ups bei der Umsetzung einer zirkulären Wirtschaftsweise und Maßnahmen zur Ressourceneffizienzsteigerung zu unterstützen. Die im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) entwickelten Instrumente zur Bewertung und Darstellung von Ressourceneffizienzpotenzialen und zur Unterstützung von zirkulärem Wirtschaften sind auf www.ressource-deutschland.de kostenlos verfügbar.

 

 

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