Fußbodenkonstruktion

Das Bild zeigt einen Teil eines Büros, inklusive des Querschnitts der Wand und des Fußbodens.© www.archlab.de

Alternativ zu herkömmlichen Verbundkonstruktionen sind Fußbodenkonstruktionen so ausführbar, dass alle Materialien vollständig sortenrein wiedergewonnen und ‑verwertet werden können. Dadurch sind auch Reparaturen mit geringerem Aufwand durchführbar. Fußbodenbeläge können beispielsweise schwimmend verlegt werden. Pappwabenplatten mit Masseschüttungen eignen sich zur Verbesserung des Schallschutzes. Anstelle eines Nassestrichs kann ein Trockenestrich verlegt werden. Fußbodenheizungssysteme sind ebenfalls rückbaufreundlich erhältlich* Hillebrandt, A.; Riegler-Floors, P.; Rosen, A. und Seggewies, J.-K. (2021): Recycling Atlas - Gebäude als Materialressource. 2. Auflage, Edition Detail, München, ISBN 978-3-95553-415-8. .

Gute Praxis Beispiele

Cradle to Cradle in der Teppichindustrie

Der niederländische Teppichbodenhersteller Desso BV stellt seine Teppichfliesenproduktion auf Kreislaufwirtschaft nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip um, bei dem Produktkreisläufe "Von der Wiege bis zur Wiege" gestaltet werden, um Rohstoffe kontinuierlich in technischen Kreisläufen zu behalten. Ein neuer Baustein ist dabei die Verwendung von Kalziumkarbonat, das als Abfallprodukt bei der Trinkwasseraufbereitung anfällt. Dieses wird in einem Upcycling-Prozess bei Desso zur Herstellung von Teppichfliesen mit EcoBase-Rücken verwendet, deren Inhaltsstoffe somit zu 80 Prozent positiv bewertet und recycelt sind, unter anderem 100 Prozent des Econyl-Garns.

 

Bei mehreren Trinkwasserunternehmen in den Niederlanden werden auf diese Weise 99 Prozent der Abfälle, Kalzium und Eisen, recycelt, allein 20.000 Tonnen Kalziumkarbonat jährlich.

Literatur:

Umwelt Magazin (2016): Cradle to Cradle in der Teppichindustrie, Ausgabe Juli-August 2016, S. 30-31

Laminat-Fußboden aus Gärresten

In dem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekt „Stoffliche Nutzung lignocellulosehaltiger Gärprodukte für Holzwerkstoffe“ wurde untersucht, inwieweit sich Gärreste aus der Biogasproduktion als Rohstoffe für Holzwerkstoffe nutzen lassen.

 

Im Sinne einer Kaskadennutzung ist es gelungen, die Gärprodukte nach der energetischen Nutzung in Biogasanlagen für die Herstellung von Laminat-Fußböden zu nutzen. Durch die Entwicklung eines neuen Verfahrens ist es gelungen, Ammoniak aus den Faserbestandteilen zu entfernen und so Geruchsprobleme zu vermeiden. Die Nutzung als Laminat bietet sich insbesondere aufgrund der farblichen Eigenschaften der Gärreste an. Es sind jedoch auch andere Verwendungsmöglichkeiten in der Holzwerkstoffindustrie denkbar, beispielsweise für Holverbundwerkstoffe wie WPC.

Literatur:

Fußboden aus Gärresten

Industrielle Biotechnologie Bayern Netzwerk GmbH (2015): Ein aktuelles Praxisbeispiel der Kaskadennutzung [abgerufen am 25.07.2022], verfügbar unter: www.netzwerk-bioplastik.de/aktuelles/news/datum/2015/08/05/fussboden-aus-gaerresten-aktuelles-praxisbeispiel-der-kaskadennutzung/