Modularer Gebäudeaufbau

Das Bild zeigt den Querschnitt eines Teils eines Bürogebäudes.© www.archlab.de

Ein modularer Gebäudeaufbau ermöglicht die Vorfertigung einzelner Gebäudemodule in einer Fabrik. Anschließend können diese auf der Baustelle zu einer Gebäudestruktur verbunden werden. Die Verbindungen zwischen den Modulen sind für gewöhnlich lösbar und kommen in relativ geringer Anzahl vor, wodurch analog zur einfachen Montage auch eine einfache Demontage auf der Baustelle erfolgen kann. Dies reduziert ebenfalls die Bauzeit und führt dadurch zu Kosteneinsparungen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, einzelne Module auszutauschen, ohne dabei die gesamte Gebäudestruktur zu beeinflussen. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die eingesetzten Materialien bis zum Ende ihrer technischen Lebensdauer stofflich genutzt werden.

Gebäudemodule sind nach einer Demontage erneut in einer Fabrik bearbeitbar. Defekte Bauteile können bestenfalls gelöst, rezykliert und erneuert werden. Eine maschinelle Fertigung der Module bietet im Umkehrschluss auch das Potenzial eines maschinellen Rückbaus* Brenner, V. (2010): Recyclinggerechtes Konstruieren - Konzepte für eine abfallfreie Konstruktionsweise im Bauwesen. Diplomarbeit, Stuttgart, (abgerufen am: 10.03.2022). .

Gute Praxis Beispiele

Produktreihe Rockzero

Die Produktreihe „Rockzero“ ist eine energieeffiziente und modulare Wandbauweise, die von der Rockwool Group entwickelt wurde. Die Module bestehen zu einem großen Anteil aus Steinwolle (93 %) mit Rezyklatanteil, die auch Lasten abtragen kann. Weitere Komponenten sind ein dünner Stahlrahmen und eine luftdichte Verkleidung aus OSB 4-Grobspanplatten. Das System erreicht U Werte zwischen 0,11 – 0,14 W/(m²K) und eignet sich daher für den Bau von Passivhäusern oder Gebäuden mit KfW Standard 40.

Literatur:

EMPA (2022): Forschungs- und Innovationsunits [online]. EMPA [abgerufen am: 12.07.2022], verfügbar unter: www.empa.ch/de/web/nest/units

Modulares Forschungs- und Innovationsgebäude von Empa und Eawag in Dübendorf

Um Innovationen in der Baubranche schneller auf den Markt zu bringen, wurde das Forschungs- und Innovationsgebäude auf dem Empa-Campus in Dübendorf errichtet. Das Gebäude besteht aus einem Stahlbetontragwerk, welches flexibel mit unterschiedlichen Raummodulen bestückt werden kann. Die Urban Mining & Recycling Unit ist z. B. ein Raummodul des Gebäudes, welches aus Abfall und Recyclingmaterialien aufgebaut und nahezu vollständig kreislauffähig ist. Um die sortenreine Wiederverwendung und -verwertung zu ermöglichen, wurde auf Klebeverbindungen verzichtet und stattdessen auf Steck- und Schraubtechniken zurückgegriffen.

Literatur:

EMPA (2022): Forschungs- und Innovationsunits [online]. EMPA [abgerufen am: 12.07.2022], verfügbar unter: www.empa.ch/de/web/nest/units

VDI-Richtlinien

VDI/BV-BS 6206 Blatt 1: Gebäude aus wiederverwendbaren Raumzellen in Stahlrahmenbauweise – Grundlagen

VDI/BV-BS 6208: Gebäude aus Modulen - Planung, Errichtung