Tragkonstruktion
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Umnutzungsfähigkeit
Die Umnutzungsfähigkeit eines Gebäudes beeinflusst dessen Lebensdauer und ist stark von der Tragstruktur abhängig. Die Skelettbauweise bietet beispielsweise im Vergleich zu der Massivbauweise durch den Verzicht auf lastabtragende Wände die Möglichkeit, Raumaufteilungen horizontal und vertikal flexibel zu gestalten. Durch die Berücksichtigung ausreichender Raumhöhen sind z. B. Wohngebäude als Bürogebäude nutzbar. Zu beachten ist außerdem eine ausreichende Dimensionierung vertikaler Schächte. Einerseits können sich durch eine Nutzungsänderung die Ansprüche an die Technische Gebäudeausrüstung ändern. Andererseits ergeben sich neue Anforderungen an die Größe der Erschließungskerne, die als Fluchtwege dienen, wenn sich die Anzahl der Nutzenden des Gebäudes erhöht*
Hillebrandt, A.; Riegler-Floors, P.; Rosen, A. und Seggewies, J.-K. (2021): Recycling Atlas - Gebäude als Materialressource. 2. Auflage, Edition Detail, München, ISBN 978-3-95553-415-8.
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Es kann sinnvoll sein, Lastreserven und veränderte Ausbaulasten im Tragwerksentwurf zu berücksichtigen. Dadurch steigt der Ressourcenaufwand in der Herstellungsphase. Doch aufgrund der einhergehenden Maximierung der Nutzungsdauer können die zusätzlichen Aufwendungen kompensiert werden. Diese Maßnahme erscheint besonders sinnvoll, wenn sich das Gebäude in einer begehrten Lage befindet und das verwendete Material nur mit verbundenem Qualitätsverlust und hohem Energieaufwand wiederverwertbar ist. Bei Industrie- und Gewerbebauten in Stahlbetonbauweise können beispielsweise ein zukünftiger Staplerbetrieb und die Installation einer Kranbahn berücksichtigt werden. Könnte eine zukünftige Erweiterung des Gebäudes in Frage kommen, sind entsprechende konstruktive Maßnahmen vorzusehen. Im Geschossbau lohnt sich eventuell das Planen zukünftiger Aufstockungsmöglichkeiten*
Wiens, U. (2022): Nachhaltig bauen mit Beton – Planungshilfe des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb). In: Beton- und Stahlbetonbau, 117(1), 58-65. ISSN 0005-9900. doi:10.1002/best.202100097
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Materialwahl
Die Ressourceneffizienz einer Tragkonstruktion wird insbesondere durch das Material und dessen Ressourcenaufwand in der Herstellung beeinflusst. Da Holzprodukte im Vergleich zu Beton- oder Stahlprodukten in der Herstellung nur sehr wenig Energie benötigen, schneiden Holztragwerke in der Regel ökobilanziell betrachtet am besten ab. Durch die kurze Errichtungszeit von Holzmodulbauwerken können auch die Kosten gegenüber konventionellen Bauweisen reduziert werden*
Krawczyk, A.; Bielmeier, S.; Knappe, F.; Reinhardt, J. und Veith, C. (2020): IS-Mahlsdorf, Bilanzierung und Bewertung alternativer Bauweisen aus ökologischer Sicht. NKBAK, Ifeu, Berlin, (abgerufen am: 18.07.2022).
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Weitere Ressourceneinsparpotenziale ergeben sich durch den Einsatz von hochfesten und rezyklierten Baustoffen. Mehr dazu finden Sie in der Kurzanalyse Nr. 2: Ressourceneffizienz der Tragwerke.
Deckensysteme
Das Deckensystem hat einen wesentlichen Einfluss auf die Ressourceneffizienz des Tragwerks. Der Anteil der Geschossdecken an den gesamten grauen Emissionen des Bauwerks steigt mit zunehmender Gebäudehöhe und kann 50 – 65 % betragen. Durch eine Materialoptimierung, z. B. durch den Einsatz einer Gradientenbetondecke anstelle einer Stahlbetonflachdecke, kann der Materialaufwand reduziert werden. Folglich verringert sich das Gesamtgewicht des Tragwerks, wodurch schlankere Stützen realisierbar sind*
Weidner, S.; Mrzigod, A.; Bechmann, R. und Sobek, W. (2021): Graue Emissionen im Bauwesen – Bestandsaufnahme und Optimierungsstrategien. In: Beton- und Stahlbetonbau, 116(12), 969-977. ISSN 0005-9900, (abgerufen am: 23.02.2022).
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Auch der Einsatz von Brettsperrholzdecken oder Holzbetonverbunddecken kann zur Ressourcenschonung beitragen. Welches Deckensystem am ressourceneffizientesten ist, muss für den spezifischen Fall untersucht werden. Einflussfaktoren sind unter anderem die Spannweite(n), Lagerung, Materialgüte und Deckenaufbauhöhe.*
Warter, L. (2022): Objektiver Vergleich unterschiedlicher Hochbau-Deckensysteme auf ihre ökologische Effizienz.