Kunststoffe
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Der Bausektor in Europa ist nach dem Verpackungssektor der zweitgrößte Verbrauchsbereich für Kunststoffe*
Bendix, P.; Berg, H.; Sebestyén, J.; Ritthoff, M. und Perschel, L. (2021): Förderung einer hochwertigen Verwertung von Kunststoffen aus Abbruchabfällen sowie der Stärkung des Rezyklateinsatzes in Bauprodukten im Sinne der europäischen Kunststoffstrategie. Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Dessau-Roßlau.
. Da es sich bei den eingesetzten Kunststoffen überwiegend um Thermoplaste handelt, sind sie grundsätzlich rezyklierbar. Dafür müssen die verschiedenen Kunststoffarten (PVC, PE, EPS, XPS, PP) jedoch sortenrein erfasst werden können*
Bendix, P.; Berg, H.; Sebestyén, J.; Ritthoff, M. und Perschel, L. (2021): Förderung einer hochwertigen Verwertung von Kunststoffen aus Abbruchabfällen sowie der Stärkung des Rezyklateinsatzes in Bauprodukten im Sinne der europäischen Kunststoffstrategie. Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Dessau-Roßlau.
. Für reine PVC-Abfälle existieren bereits Rücknahmesysteme, da PVC in großen Mengen verbaut und häufig mit vertretbarem Aufwand rückgewinnbar ist. So sind Fenster-, Tür- und Rollläden-Profile als auch Bodenbeläge und Dachbahnen einem Recyclingprozess zuführbar. Nicht kreislauffähig sind verunreinigte PVC-Rohre, die unter Putz oder unterirdisch verlegt sind*
Bendix, P.; Berg, H.; Sebestyén, J.; Ritthoff, M. und Perschel, L. (2021): Förderung einer hochwertigen Verwertung von Kunststoffen aus Abbruchabfällen sowie der Stärkung des Rezyklateinsatzes in Bauprodukten im Sinne der europäischen Kunststoffstrategie. Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Dessau-Roßlau.
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Eine bewusste Entscheidung für eine geringe Anzahl an Kunststoffarten in einem Gebäude kann sich positiv auf die stoffliche Verwertung auswirken.
Recycling-Kunststoffe
Viele Bauprodukte aus Kunststoff sind bereits mit einem Rezyklatanteil auf dem Markt verfügbar. Nach Herstellerangabe können neuwertige Fensterrahmen aus 100 % Sekundärmaterial hergestellt werden*
profine GmbH (2021): ReFrame - Erstmalig in Deutschland Pilotprojekt mit Fenstern aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff (online). profine GmbH, (abgerufen am: 23.04.2021).
. Aufgrund unreiner Stoffströme wird auch oftmals nur der Profilkern aus Rezyklaten hergestellt. Vollwand-Rohre und Formstücke, die für den Bau druckloser Abwasser- oder Regenwasserleitungen vorgesehen sind, dürfen einen Rezyklatanteil von 10 – 15 % enthalten. Bei Mehrschichtrohren darf die Mittelschicht vollständig aus Sekundärware bestehen. In der Herstellung von Trinkwasser- und Gasleitungen wird der Einsatz von Rezyklaten derzeitig aus Sicherheitsgründen unterbunden*
Kunststoffrohrverband e.V. (2019): Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffrohrindustrie. In: KRV impulse, S. 6 ff., (abgerufen am: 15.04.2021).
. Ein weiterer Vorteil neben der Abfallvermeidung durch die Verwendung von Kunststoffen mit Rezyklatanteil ist die Einsparung an Energie und Emissionen. Eine Studie zeigte, dass sich bei der Verarbeitung von einer Tonne PVC-Rezyklaten gegenüber dem Einsatz von Primärrohstoffen 1,8 Tonnen CO2 einsparen lassen*
Tarkett (2022): Bodenbelag Recycling mit dem Restart® Recycling-Programm (online). Tarkett Holding GmbH, (abgerufen am: 18.07.2022).
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Synthetische Recycling-Dämmstoffe
Synthetische Dämmstoffe sind aus Sekundärmaterial produzierbar. Ein Recycling von expandiertem Polystyrol (EPS) und extrudiertem Polystyrol (XPS) ist theoretisch möglich. In der Praxis findet allerdings eine stoffliche Verwertung nur von Produktionsresten und Baustellenverschnitt statt. Grund dafür ist, dass Dämmstoffe aus dem Rückbau aufgrund der konventionellen Konstruktion oftmals durch Klebstoffe, Mörtel, Putz, Anstriche und Befestigungsmaterial stark verunreinigt sind und daher nicht wirtschaftlich sortenrein erfasst werden können*
Bendix, P.; Berg, H.; Sebestyén, J.; Ritthoff, M. und Perschel, L. (2021): Förderung einer hochwertigen Verwertung von Kunststoffen aus Abbruchabfällen sowie der Stärkung des Rezyklateinsatzes in Bauprodukten im Sinne der europäischen Kunststoffstrategie. Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Dessau-Roßlau, S. 88-89.
. Dämmstoffe aus Polyurethan (PU) sind prinzipiell nicht rezyklierbar, können aber zu Klebepressplatten weiterverarbeitet werden*
Reinhardt, J.; Veith, C.; Knappe, F. und Mellwig, P. (2022): Der Gebäudebestand steht vor einer Sanierungswelle – Dämmstoffe müssen sich den Materialkreislauf erschließen. Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu), Heidelberg, (abgerufen am: 20.05.2022).
. Aufgrund der aktuellen Recyclingsituation sollten synthetische Dämmstoffe stets so verbaut werden, dass sie mit geringem Aufwand sortenrein entnehmbar sind. Außerdem ist sicherzustellen, dass ein Rücknahmesystem für die zukünftigen Baustellenabfälle existiert.