Mineralische Baustoffe
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Mineralische Baustoffe (z. B. Mauerwerksteine oder Floatglas) können mechanisch aufbereitet und als Sekundärmaterial in der Produktion eingesetzt werden. Der Anteil an Rezyklaten ist hierbei allerdings auf maximal 50 % beschränkt. Dennoch ist aufgrund des hohen Bedarfs an Gesteinskörnungen die Steigerung der Produktion von Sekundärgesteinskörnung aus Altmaterial wichtig. Um einen vollständig geschlossenen Kreislauf von mineralischen Rohstoffen zu erzielen, ist es allerdings mit aktuellen Recyclingtechnologien notwendig, Bauteile lokal wieder- oder weiterzuverwenden*
Hillebrandt, A.; Riegler-Floors, P.; Rosen, A. und Seggewies, J.-K. (2021): Recycling Atlas - Gebäude als Materialressource. 2. Auflage, Edition Detail, München, ISBN 978-3-95553-415-8.
. Dies ist z. B. bei Plattenbauteilen möglich, wie vielerorts erfolgreich demonstriert. Bestandsgebäude wurden teilrückgebaut und umgebaut. Die zurückgewonnenen Plattenbauteile erhielten beispielhaft in Wohnhäusern, Mehrzweckhäusern und anderen Bauwerken ein zweites Leben*
Mettke, A. (2010): Material- und Produktrecycling - am Beispiel von Plattenbauten - Zusammenfassende Arbeit von 66 eigenen Veröffentlichungen, BTU, Cottbus.
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Recycling-(R-)Beton
Der Einsatz von R-Beton schont den Abbau von natürlich vorkommenden Sanden, Kiesen und Natursteinen. Diese Rohstoffe werden zunehmend knapp, weshalb der Einsatz von R-Beton immer wichtiger wird. Nach DIN EN 206-1 und DIN 1045-2 ist es möglich, R-Beton in der Festigkeitsklasse C30/37 mit bis zu 45 % mechanisch aufbereiteter Sekundärgesteinskörnung herzustellen. Aktuell kann das Bindemittel Zement nicht recycelt werden und muss daher auch beim Einsatz von R-Beton in einem sehr energieintensiven Prozess hergestellt werden. R-Beton verursacht aus diesem Grund momentan lediglich durchschnittlich 7 % geringere Emissionen als herkömmlicher Beton und kann abhängig vom Transportweg der Sekundärgesteinskörnung sogar höhere Emissionswerte aufweisen*
Bellmann, E. und Zimmermann, P. (2019): Climate protection in the concrete and cement industry - Background and possible courses of action, Berlin.
. Daher ist auf die Nähe der Produktion zum Bauvorhaben zu achten.
Die elektrodynamische Fragmentierung gibt Hoffnung, dass in naher Zukunft die sortenreine Trennung von Gesteinskörnung und Zement wirtschaftlich durchgeführt wird. Dadurch kann der Anteil der Sekundärgesteinskörnung in R-Beton gesteigert und der anfallende sekundäre Kalk als Zementersatzrohstoff genutzt werden. Dieses Verfahren wurde optimiert und hat einen Energieverbrauch ähnlich dem mechanischen Aufbereitungsverfahren von Altbeton*
Fraunhofer IBP (2022): Elektrodynamische Fragmentierung: Mit »Blitzen« selektiv trennen anstatt nur zu zerkleinern (online). Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP), (abgerufen am: 15.02.2022).
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Recyclingbeton
Recycling-Gips
Gipshaltige-Abfälle treten vor allem bei Sanierung und Rückbau auf. Kommen aber auch in größeren Mengen als Verschnitt auf Baustellen oder Fehlchargen in der Produktion vor. Gips ist theoretisch vollständig und unbegrenzt bei gleichbleibender Qualität wiederverwertbar. Aufgrund der Zusammensetzung ist ein geschlossener Stoffkreislauf mit ausgewählten Produkten wie Gipskartonplatten, Gipsbausteinen oder Formgipsen möglich. Aktuell werden diese Produkte jedoch vorwiegend deponiert. Gipsfaserplatten und andere gipshaltige Produkte, wie z.B. Porenbetonsteine, Estriche und Putzgipse, eignen sich nicht für das Gips-Recycling*
Müller, F. (2019): Gips - Factsheet. Umweltbundesamt (UBA), Dessau-Roßlau, (abgerufen am: 19.07.2022).
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Neuwertiger RC-Gips wurde im Jahr 2019 vor allem in der Herstellung von Estrichbindemittel und in der Zementindustrie verwendet, wodurch eine erneute Aufbereitung ausgeschlossen ist. Der Einsatz in der Produktion von neuen Gipskartonplatten ist vorteilhafter, wobei hier der Recyclinganteil aktuell auf 30 Massenprozent beschränkt ist*
Müller, F. (2019): Gips - Factsheet. Umweltbundesamt (UBA), Dessau-Roßlau, (abgerufen am: 19.07.2022).
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Gipsrecycling: natürliche Ressourcen schonen
Recycling-Ziegel
Jährlich fallen in Deutschland etwa 10 Mio. Tonnen Abbruchziegel an. Der Wert sortenrein zurückgebauter Altziegel ist hoch, denn diese sind als Wandbildner oder Dacheindeckung wiederverwendbar. Es ist ebenfalls möglich, Ziegelsubstrate mit geringerer Qualität aus Abbruchmaterial zu gewinnen. Dieses kann z. B. als Vegetationssubstrat auf einem Gründach oder auch im Tief- bzw. Wegebau eingesetzt werden. Mit neuen Recyclingtechnologien ist es zukünftig sehr wahrscheinlich möglich, Ziegel vollständig im Stoffkreislauf zu halten*
Rosen, D. (2020): Re‐Use und Recycling von Ziegeln - Status Quo und Perspektiven, Berlin, (abgerufen am: 12.07.2022).
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Recycling-Glas
Altglas eignet sich bei sehr hoher Qualität für die Herstellung von Flachglas. Weiterhin ist die Produktion von Dämmwolle, Schaumglas und Glasbausteinen möglich*
UBA (2021): Glas und Altglas (online). Umweltbundesamt (UBA), (abgerufen am: 13.07.2022).
. Schaumglas ist als Wärmedämmstoff in Plattenform oder als Glasschaum-Schotter verfügbar. Letzterer ist besonders flexibel einsetzbar, z. B. als Perimeterdämmung an Kellerwänden, und bei fachgerechtem Einbau einfach wiederverwendbar*
Hillebrandt, A.; Riegler-Floors, P.; Rosen, A. und Seggewies, J.-K. (2021): Recycling Atlas - Gebäude als Materialressource. 2. Auflage, Edition Detail, München, ISBN 978-3-95553-415-8.
. Der hohe Primärenergieverbrauch für die Herstellung ist aufgrund der hohen Dauerhaftigkeit des Materials und der guten Wiederverwendbarkeit hinnehmbar.