Nutzung bestehender Bausubstanz

Das Bild zeigt den Querschnitt mehrerer Etagen eines Bürogebäudes.© www.archlab.de

Die Nutzung bestehender Bausubstanz ist eine der effektivsten Maßnahmen, die Ressourceneffizienz von Bauprojekten zu steigern. Bestenfalls erfolgt eine Umnutzung, Modernisierung oder ein Umbau bestehender Gebäude. Insbesondere im Vergleich zu einem Abriss mit anschließendem Neubau ist die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden deutlich ressourceneffizienter. Der Materialbedarf ist wesentlich geringer* Steger, S.; Wilts, H.; Bergs, L. und Bergmann, L. (2022): Energetische Sanierung von Bestandsgebäuden oder Neubau - Ökologische Bewertung hinsichtlich Materialbedarf, Primärenergieverbrauch und damit verbundenen Treibhausgas-Emissionen. Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH (WI), Wuppertal, (abgerufen am: 05.05.2022). . Damit können die Emissionen, welche bei Rohstoffgewinnung, Herstellung, Transport, Wartung, Abriss und Entsorgung anfallen, überwiegend eingespart werden. Sie machen mehr als 50 % der Emissionen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes aus* Elbers, U. (2022): Ressourcenschonendes Bauen – Wege und Strategien der Tragwerksplanung. In: Bautechnik, 99(1), 57-64. ISSN 0932-8351. doi:10.1002/bate.202100114 .

Materialdatenbank

Der Einsatz von Sekundärrohstoffen trägt zu einem umweltschonenden Umgang mit Ressourcen bei. Unternehmen übernehmen damit nicht nur ökologische Verantwortung, sondern sparen durch den verringerten Primärrohstoffeinsatz Kosten. Außerdem können Stoffe, die in der Produktion und am Ende des Produktlebenszyklus anfallen, in den Kreislauf zurückgeführt werden. Die Materialdatenbank des VDI Zentrums Ressourceneffizienz gibt eine Übersicht über die Verwertung, den Ankauf und die Veräußerung von Materielien aus den Gruppen Metall, Kunststoffe, Bau, Glas, Papier und Textil.

Gute Praxis Beispiele

Umbau statt Neubau - Eine Ökobilanz

Eine Studie der Werner Sobek AG untersuchte anhand eines Altbaus mit einer Bruttogesamtfläche von 80.000 m² im Althan Quartier in Wien, inwieweit sich eine Kernsanierung und Aufstockung im Vergleich zu einem Abriss und Neubau auf den Ressourcenverbrauch auswirkt. Die Weiternutzung der Stahlbetonstruktur des Gebäudes führt zu einer Einsparung von 18.500 Tonnen CO2-Äq. und 132.000 Tonnen Rohstoffen. Des Weiteren ergeben sich reduzierte Bauzeiten sowie eine geringere Lärm- und Staubbelastung. Es können 20.000 LKW-Fahrten vermieden werden, die bei einem herkömmlichen Abriss und Neubau nötig wären.

Literatur:

Austria Architeczs (2022): Aus Alt mach Neu – Baustart in Wien-Alsergrund [abgerufen am: 08.07.2022], verfügbar unter: www.austria-architects.com/de/architecture-news/meldungen/aus-alt-mach-neu-baustart-in-wien-alsergrund

VDI-Richtlinie

VDI/gif 6209: Redevelopment - Entwicklung von Bestandsimmobilien