Industrie 4.0 und Personalmanagement
Vielmehr ist es wichtig, die einzelnen Handlungsfelder zur Umsetzung von Industrie 4.0 an das eigene Unternehmen anzupassen. Bei den Möglichkeiten sollte nicht vergessen werden, dass diese Maßnahmen auch durch die Belegschaft umgesetzt und mitgetragen werden müssen. Unternehmen sollten sich daher frühzeitig Gedanken darüber machen, welche Qualifikationen ihre Mitarbeitenden in Zukunft benötigen und diese entsprechend schulen [Hüser, T. (2017)].
Auch wenn manche Einführungen digitaler Systeme einfach klingen, ergeben sich für viele Unternehmen in der Umsetzung Schwierigkeiten. Was in der Planung noch schlüssig klang, führt in der Regel spätestens dann zum Problem, wenn die Beschäftigten die geplanten Systeme umsetzen und nutzen sollen. Häufig ergeben sich dabei sehr unterschiedliche Probleme. Ein Problem kann sein, dass an den bestehenden Arbeitsweisen festgehalten wird. Die Angestellten sind an bestimmte Prozessabläufe gewohnt. Bei der Auswahl der digitalen Systeme ist daher darauf zu achten, dass diese hinsichtlich der Bedienung nicht zu stark von dem bekannten Bedienmuster der Fachkräfte abweichen. Ein Beispiel hierfür ist das User Interface für die Eingabe von Daten. Bei der Einführung eines gänzlich neuen Systems kann es daher hilfreich sein, ein User Interface entwickeln zu lassen, welches dem Eingabemuster des bisherigen Systems ähnelt. [wlw inside business (2021)]
Ein weiteres Problem kann die grundsätzliche Akzeptanz von Veränderungen im Unternehmen betreffen. Eine Arbeitskultur der Veränderung muss langfristig umgesetzt werden. Ein erster Schritt hierfür ist die Einbindung des Teams bei der Auswahl der Systeme. Es muss den Mitarbeitenden aufgezeigt werden, welche Vorteile sie persönlich durch die Nutzung der Systeme haben, und ihnen muss auch die Möglichkeit gegeben werden, auf den Auswahlprozess Einfluss zu nehmen. Dies kann in gemeinsamen Workshops geschehen, an welchen Vertreter der Belegschaft teilnehmen. Bei der Auswahl der Vertreter ist wie auch bei der Schulung der Fachkräfte bei Einführung der Systeme auf ihre digitale Affinität zu achten. So werden Unternehmen neue junge Arbeitskräfte, welche mit digitalen Eingabegeräten (Smartphone, Tablet, VR-Brille etc.) aufgewachsen sind, anders schulen müssen als ältere Mitarbeitende, die über viele Jahre verlässlich die gleichen Anlagen bedient haben. [wlw inside business (2021)]
Unternehmen müssen somit die Arbeitskräfte auf mehreren Ebenen unterscheiden. Differenzierungskriterien können das Alter, die Betriebszugehörigkeit, der Kenntnisstand hinsichtlich der aktuellen Anlagen und die Vertrautheit mit digitalen Systemen sein. Dies erhöht zwar den Schulungsaufwand vor Einführung des Unternehmens, verringert den Aufwand aber in der Nutzungsphase und senkt die Ablehnungsrate neuer Technologien durch die Mitarbeitenden. Dies erlaubt ein schnelleres Anfahren der neuen Systeme und spart hierdurch langfristig Zeit und Ressourcen ein, da durch die korrekte Schulung potenzielle Anlagenausfälle vermieden werden. [wlw inside business (2021)]
Zudem können Auswirkungen auf die zukünftige Produktion mittels einer Simulation leichter überprüft werden, wodurch Energie und Material eingespart werden können. Aber auch die Arbeitskräfte können durch die Software geschult werden, indem ihnen die Bedeutung und Handlungsalternativen bei den verschiedenen Betriebszuständen nähergebracht werden. Dies beugt menschlichen Fehlern vor und erhöht somit die Prozesssicherheit. [Hunold, B. et al. (2020)]
Literatur:
Hüser, T. (2017): Großanlagenbau nutzt die Potenziale von Industrie 4.0 [online]. PROCESS, 01.10.2017 [abgerufen am: 01.02.2021].
Hunold, B.; Krink, N. und Geipel-Kern, A. (2020): Automatisierung im P&ID vordenken [online]. PROCESS, 23.03.2020 [abgerufen am: 01.02.2021].
wlw inside business (2021): Industrie 4.0: So nehmen Sie Ihren Mitarbeitern die Angst vor dem Neuen [online]. Visable GmbH [abgerufen am: 04.03.2021].
Einschätzung für die Anwendenden
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Materialeinsparungsehr hoch
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Energieeinsparungsehr hoch
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THG-Einsparungsehr hoch
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Investitionskostengering
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Umsetzungsaufwandgering
Die Angaben zu Material-, Energie- und THG-Einsparungen, Investitionskosten sowie Umsetzungsaufwände sind qualitative Abschätzungen auf vergleichender Basis.
Entwicklungsstadium
- Labor
- Technikum / Demonstrator
- Industrielle Praxis
Labor: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird im Labormaßstab entwickelt.
Technikum / Demonstrator: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird in einer Technikums- oder Demonstrator-Anlage umgesetzt.
Industrielle Praxis: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird in der Produktion oder anderen Anwendungsbereichen eines Industrieunternehmen eingesetzt.
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