Ein Produkt durchläuft von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung mehrere Etappen, wobei jede von ihnen spezifische Auswirkungen auf die Umwelt hat. Um nachhaltige Lösungen zu fördern, ist eine präzise Untersuchung jeder Etappe unerlässlich. Nachstehend wird der Blick auf den gesamten Lebensweg eines Produkts und die Methoden zur Erfassung und Bewertung der ökologischen Belastungen gerichtet.
Die umfassende Betrachtung des gesamten Lebenswegs eines Produkts ist entscheidend für die Entwicklung ressourceneffizienter Lösungen. Der Produktlebensweg durchläuft verschiedene Stadien, angefangen bei der Beschaffung der Rohmaterialien über die Herstellung und Nutzung der Produkte bis hin zu dem Recycling und/oder der Entsorgung. Emissionen entstehen in nahezu allen Prozessen der Produktlebensphasen.
Der Lebensweg kann in verschiedene Abschnitte eingeteilt werden:
Es wird zunehmend wichtiger für Unternehmen, die Auswirkungen ihrer Tätigkeiten auf das Klima zu verstehen und zu minimieren. Daher gewinnt die Bewertung der Klimawirkungen mithilfe geeigneter Indikatoren immer mehr an Bedeutung. Dies ist nicht nur eine Reaktion auf die wachsenden Anforderungen an die Transparenz und Berichterstattung von Unternehmen zu Nachhaltigkeitsaspekten, sondern dient auch zur Identifikation von Optimierungspotenzialen. Indem Unternehmen den kumulierten Energieaufwand (KEA), den kumulierten Rohstoffaufwand (KRA) und die Treibhausgasemissionen (THG) ihrer Produkte und Prozesse systematisch erfassen, können Maßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz identifiziert werden.
Der KEA betrachtet den Gesamtenergieverbrauch über den gesamten Lebenszyklus. Durch die Analyse des KEAs können Unternehmen energieintensive Bereiche erkennen und gezielt Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz entwickeln. Es werden sowohl direkte als auch indirekte Energieverbräuche identifiziert. Indirekte Energieverbräche können in vor- oder nachgelagerten Prozessen entstehen. Sie umfassen beispielsweise die Energie, die zur Herstellung und zum Transport von Zulieferprodukten oder zur Bereitstellung externer Dienstleistungen benötigt wird.* VDI 4600 Blatt 1:2015-08: VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V., Kumulierter Energieaufwand - Beispiele, Beuth Verlag GmbH, Berlin.
Wozu wird er genutzt?
Der KRA bewertet den gesamten Verbrauch von Primärrohstoffen, die zur Herstellung eines Produktes notwendig sind. Diese Analyse hilft Unternehmen, den Materialverbrauch ihrer Produkte und Prozesse zu verstehen und Ansätze zur Materialreduktion oder zum Einsatz nachhaltigerer Materialien zu entwickeln. Der KRA bietet damit eine wichtige Grundlage für die Optimierung der Materialwirtschaft und die Förderung der Kreislaufwirtschaft.* Giegrich, J.; Liebich, A.; Lauwigi, C. und Reinhardt, J. (2012): Indikatoren/Kennzahlen für den Rohstoffverbrauch im Rahmen der Nachhaltigkeitsdiskussion. Dessau-Rosslau: Umweltbundesamt 2012. UBA-Texte 01/2012. Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, im Auftrag des Umweltbundesamtes (abgerufen am: 17.10.2024).
Wozu wird er genutzt?
Die Erfassung der THG-Emissionen ist entscheidend für die Bewertung der Klimaauswirkungen von Produkten und Prozessen. Die Erfassung bezieht sich auf alle Treibhausgasemissionen, die während des Lebenszyklus eines Produkts freigesetzt werden. Die Einteilung in die drei Bereiche Scope 1, Scope 2 und Scope 3 hilft bei der Unterscheidung zwischen direkten und indirekten Emmissionen.
© Eigene Darstellung in Anlehnung an Greenhouse Gas Protocol (2013): Technical Guidance Technical Guidance for Calculating Scope 3 Emissions – Supplement to the Corpo-rate Value Chain (Scope 3) Accounting & Reporting Standard [abgerufen am: 13.09.2024], verfügbar unter: https://ghgprotocol.org/sites/default/files/standards/Scope3_Calculation_Guidance_0.pdf