Stahlglühen mit grüner Chemie erhöht die Effizienz

Kategorie(n): Metall, Oberflächentechnik, Verfahrenstechnik | Lebenswegphase(n): Werkstoffherstellung

Zunder spielt bei der Stahlverarbeitung eine große Rolle. Wann immer Stahl bei hohen Temperaturen geglüht wird, oxidiert der Luftsauerstoff das Eisen und andere Bestandteile im Stahl. Die entstehenden Metalloxide bilden eine durchaus mehrere Millimeter dicke Schicht, die nach dem Walzen aufwändig mechanisch oder chemisch entfernt werden muss – mit händischer Nacharbeit unter erhöhtem Ausschuss. Die gängigen Schutzlacke enthalten organische Lösungsmittel, die sie für lang dauernde Glühprozesse ungeeignet machen. Diese Lacke müssen zudem vor der Anwendung im Ofen unter Energieeinsatz ausgehärtet werden.

Das Unternehmen Dörken MKS-Systeme in Herdecke hat nach drei Jahren Forschung und zwei Jahren Glühversuchen in den Walzwerken die Marktlücke für Zunderschutz bei über 30 Minuten langen Glühprozessen von über 1000 °C geschlossen. Die Zunderbildung sinkt deutlich, der Lack lässt sich streichen, spritzen und gießen und kann auch im Freien aufgetragen werden. Der Lack auf Wasserbasis enthält Aluminium und ein silanbasiertes Polymer, die bei hohen Temperaturen eine Art Glasschicht bilden. Im Ergebnis sinken der Materialverlust durch Hochtemperaturkorrosion um bis zu 80 Prozent sowie der Zeitbedarf für die Nachbearbeitung. Das Land NRW verlieh für diesen Hochtemperaturkorrosionsschutz den Effizienz-Preis NRW 2015.


Quelle(n):

VDI nachrichten Nr. 43, 23.10.2015, S. 13

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