Kreislaufführung von Phenolen

Kategorie(n): Chemie, Verfahrenstechnik, Abfall- und Abwassertechnik | Lebenswegphase(n): Herstellung, Recycling

Rhein Chemie Additives, eine Tochter des Lanxess Konzerns, stellt Spezialchemikalien und Prozesshilfsmittel für die Kautschuk-, Kunststoff- und Farbenindustrie her. Das Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, mit dem es möglich ist Phenol aus Abwasser zurückzugewinnen.
Die Firma fertigt am Standort Mannheim eine Komponente für die Herstellung von Polycarbonaten. Für die Produktion dieser Komponente wird Phenol als Reaktant in einem Batch-Verfahren eingesetzt. Im Herstellungsverfahren läuft eine mehrstufige Gleichgewichtsreaktion ab. Hierbei wird das Phenol überschüssig eingesetzt. Es wird mehr Phenol hinzugegeben, als tatsächlich umgesetzt wird. Somit bleiben nach dem Verfahren phenolhaltige Rückstände zurück. Durch die Toxizität der Rückstände ist die Entsorgung in einer Kläranlage nicht zulässig und eine chemische Auftrennung der Rückstände wird durch andere gelöste Stoffe behindert. Die Entsorgung erfolgt daher bisher über eine kostenintensive Sondermüllverbrennung. Da die Rückstände recycelbar sind, jedoch keine Verfahrenslösungen am Markt verfügbar waren, modifizierte die Firma Rhein Chemie Additives die bestehende Prozessinfrastruktur, ohne zusätzliche Destillationskolonnen zu installieren. Über die umgebauten Verfahren ist es möglich, das Phenol aus dem Abwasser zu trennen und es wieder dem Prozess zuzuführen. Der geschlossene Phenolkreislauf spart jährlich rund 150 t Phenol ein. Zusätzlich entfallen 150 t Abwasser und zwölf Tankzüge, die das zuvor benötigte Phenol geliefert haben. Das entspricht ca. 1000 l Diesel pro Jahr.


Quelle(n):

100 Betriebe für Ressourceneffizienz. Band 1 – Praxisbeispiele aus der produzierenden Wirtschaft. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg. S. 102-105

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