Kolibakterien gegen den Klimawandel

Kategorie(n): Werkstoffe, Chemie | Lebenswegphase(n): Werkstoffherstellung

Bei der Umsetzung von Zucker durch Einzeller wird CO2 freigesetzt. Zwei der sechs Kohlenstoffatome des Zuckers gelangen als Kohlendioxid in die Atmosphäre.
Wissenschaftler der Academia sinica, der Nationalen Akademie der Wissenschaften von Taiwan, haben daher den Stoffwechsel des Bakteriums Escherichia Coli, auch Kolibakterium genannt, so umgebaut, dass es Zucker in Essigsäure umwandelt, ohne dabei CO2 freizusetzten. Essigsäure kann beispielsweise in Ethanol umgewandelt oder zur Produktion von Biodiesel genutzt werden. Nachteil der durch die genetisch modifizierten Bakterien erzeugten Chemikalie ist die geringe Nachfrage aufgrund der hohen Kosten. Erdöl als Grundsubstanz ist deutlich kostengünstiger, sodass die durch die Einzeller erzeugte Essigsäure kaum damit konkurrieren kann.
Auch am Max-Planck-Institut in Potsdam forschen Wissenschaftler an den Stoffwechselvorgängen von Kolibakterien, indem sie ihnen beibringen, von Ameisensäure zu leben. Dabei bauen sie den Mikroorganismen einen synthetischen Stoffwechsel ein. Der Grundgedanke ist, Kohlendioxid, welches als Abgas von Fabriken oder Kraftwerken entsteht, durch regenerative Energien in Ameisensäure umzuwandeln. Diese wiederum könnte in einen Bioreaktor mit den synthetischen Einzellern gepumpt werden, welche somit das Kohlendioxid indirekt verwerten würden. Zurzeit existiert ein solcher Reaktor noch nicht. Die Wissenschaftler sehen die synthetischen Einzeller jedoch als fast fertig an, um ein solches Verfahren umzusetzen.
Laut den Forschern des Max-Planck-Instituts können die synthetischen Bakterien verschiedenste Chemikalien herstellen, ohne dabei Kohlendioxid freizusetzen, wobei auch hier Erdöl-Produkte einen deutlichen Kostenvorteil haben.


Quelle(n):

Deutschlandfunk

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