Materialflusskostenrechnung nach DIN EN ISO 14051

Einordnung
Art Methode
Kategorie Detailanalyse Produktion
Komplexität/Aufwand Mittel

Im Vergleich zur konventionellen Kostenrechnung schafft die Materialflusskostenrechnung (MFKR) einen völlig anderen Ansatz zur Bewertung von Prozessverlusten.

Es kann zum einen aufgezeigt werden, wo im Unternehmen Kosten durch Materialverluste entstehen, und zum anderen werden alle aufgelaufenen Aufwendungen dem Prozess zugeordnet. Während bei der konventionellen Kostenrechnung sämtliche Kosten dem Produkt zugerechnet werden, unterscheidet die MFKR nach Kosten, die dem Produkt zugeordnet werden, und solchen, die durch Materialverluste entstehen. Sie kann einen wesentlichen Beitrag zur Veränderung hin zu einer Produktion mit möglichst minimalen Materialverlusten leisten.

Produktionssysteme werden in sogenannte Mengenstellen, die einen Teil oder mehrere Teile eines Prozesses darstellen, untergliedert. Den einzelnen Mengenstellen werden Materialinput- und ‑outputströme zugeordnet und monetär bewertet. Den einzelnen Mengenstellen werden anteilig Kosten für Energie, Abfallmanagement und sogenannte Systemkosten zugewiesen. Unter den Kosten für Abfallmanagement werden Kosten verstanden, die für die Handhabung und Entsorgung von Abfällen entstehen. Alle übrigen Kosten, wie beispielsweise Personal- oder Raumkosten, werden den Systemkosten zugeordnet.

Abbildung: Materialflusskostenrechnung im Vergleich zu konventioneller Kostenrechnung [in Anlehnung an: 1]

 

Wenn die Aufteilung der Material-, Energie- und Systemkosten auf Produkt- und Verlustkosten nicht explizit bestimmt werden kann, wird ein Verteilungsschlüssel verwendet, der sich auf Grundlage der Materialströme berechnet. Der Verteilungsschlüssel ergibt sich aus dem Quotienten aus allen Materialmengen einer Mengenstelle, die in das Produkt gehen, zum Materialinput einer Mengenstelle.

Mit der Methode MFKR lässt sich aufzeigen, in welcher Höhe Materialverlustkosten an den einzelnen Fertigungsschritten (Mengenstellen) anfallen. Somit lassen sich Bereiche mit besonders auffälligen Verlustkosten und mögliche Ansatzpunkte für Einsparungen in den betrieblichen Prozessen identifizieren. [1] [2, S. 14 - 19]

Welche Daten werden benötigt?


Um diese umfassende Analyse durchzuführen, sind Informationen aus verschiedenen Unternehmensbereichen zu dem Aufbau und der Organisation von Material- und Energieflüssen, zu technischen Prozesszusammenhängen, der Qualitätskontrolle, dem Abfallmanagement sowie der Buchhaltung und Kostenrechnung erforderlich.

Die Ermittlung der Daten kann ggf. aufwändig sein und sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Für eine Analyse können auch erst einmal Datenschätzungen vorgenommen werden, die im Anschluss durch gemessene bzw. verifizierte Daten ersetzt werden.

Physikalische Daten zu Material-, Energie- und Abfallströmen. Entsprechende Umrechnungsfaktoren, um einheitliche Berechnung in Kilogramm zu ermöglichen.

Monetäre Bewertung der physikalischen Daten der Material- und Energieströme.

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