Ressourceneffiziente Produktnutzung

Simulations- und Optimierungstools

Für die Optimierung des Energieverbrauchs in der Nutzungsphase können verschiedene Simulationswerkzeuge eingesetzt werden. Die Palette reicht hierbei von thermodynamischen Modellen zur Berechnung des Wirkungsgrades über Belastungsmodelle des Produktes für die beanspruchungsgerechte Konstruktion bis hin zur Strömungssimulation für verbesserte Aerodynamik.

Innovationsradar

Da der nutzungsbedingte Ressourcenverbrauch stark von den im Produkt verwendeten Technologien abhängt, ist es sinnvoll, sich regelmäßig über neue Entwicklungen und technologische Innovationen zu informieren. Das VDI Zentrum Ressourceneffizienz bietet hierfür einen Innovationsradar an, in dem regelmäßig neue Technologien mit Bezug zur Ressourceneffizienz vorgestellt werden [10].

Fehlzustandsart- und -auswirkungsanalyse (FMEA)

Eine „Fehlzustandsart- und –auswirkungsanalyse“ nach DIN EN 60812:2006-11 [11] bezeichnet ein systematisches Verfahren, um mögliche Fehler eines Produktes im Vorfeld zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Fehlervermeidung einzuleiten. Mit Fehlern können einerseits technische Fehlfunktionen gemeint sein, die einen effizienten Betrieb des Produktes beeinträchtigen (z. B. Regelprobleme einer Heizung). Außerdem können hier Fehlbenutzungen des Kunden mit berücksichtigt werden.

Der Ablauf der Methode sieht dabei zunächst eine Strukturierung des Produktes in Teilsysteme und Funktionen vor. Anschließend erfolgt die Bestimmung von Fehlerarten, möglichen Ursachen und damit verbundenen Folgen. Die sich ergebenen Risiken können dann nach ihrer Schwere anhand einer Risiko-Prioritätszahl gegeneinander priorisiert werden, die sich aus der Auftrittswahrscheinlichkeit, der Bedeutung und der Entdeckungswahrscheinlichkeit berechnet. Außerdem ergibt sich hier die Möglichkeit, geeignete Maßnahmen zur Fehlerbehebung zu identifizieren [12].

Nutzungsstudien

Die Antizipation des Nutzerverhaltens lässt sich auf verschiedene Arten realisieren. Einerseits bieten sich hier Nutzerstudien an. Diese können als Befragungen gestaltet sein (z. B. Interviews bzgl. der Nutzung des "Eco Modus" einer Waschmaschine). Problematisch ist jedoch, dass zwischen den Angaben der befragten Nutzer und dem tatsächlichen Verhalten durchaus Abweichungen auftreten können (Antworttendenz [13, S. 236]) Aus diesem Grund sollten nach Möglichkeit (zusätzlich) objektive Beobachtungen oder Experimente mit Kunden bzgl. ihres Nutzerverhaltens durchgeführt werden. Die zunehmende Verbreitung von Sensorik in Produkten bietet zu diesem Zweck mittlerweile eine objektive Grundlage. Hierdurch kann z. B. geschlussfolgert werden, welche Features des Produktes vorrangig und in welcher Form genutzt werden, um die Funktionen zukünftiger Produkte entsprechend anzupassen.

Nudging

Über eine Analyse des Nutzungsverhaltens hinaus, können im Produktdesign auch Methoden für die gezielte Beeinflussung des Verhaltens vorgesehen werden. Ein Beispiel hierfür sind sogenannte "Nudges". Der Begriff Nudge (Schubs) kommt ursprünglich aus der Verhaltensökonomik und bezeichnet psychologische Kniffe, um die Handlungen von Menschen in eine bestimmte Richtung zu lenken. Hierdurch ergeben sich auch Potenziale, um Produktnutzer zu einem ressourcenschonenderen Umgang mit dem Produkt zu bewegen. Ein Beispiel hierfür ist die Definition von Standardeinstellungen. So konnte beispielsweise in einem Experiment an der Rutgers University in New Jersey nachgewiesen werden, dass bei einem Wechsel der Standardeinstellung der Drucker von einseitigem zu doppelseitigem Druck in nur einem Semester Papier im Äquivalent zu 620 Bäumen eingespart werden konnte [14].

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