Predictive Maintenance

Predictive Maintenance ermöglicht eine Erhöhung der Lebensdauer und Einsatzzeiten einer Anlage oder Maschine durch eine automatisierte Erfassung der Instandhaltungsdaten. Anhand von Sensoren werden die notwendigen Daten ermittelt. Die Instandhaltung erfolgt auf Basis der ausgemachten Daten, quantifizierten Erfahrungswerte und Eintrittswahrscheinlichkeiten. Werden neben den Sensoren für die Erfassung des Verschleißes der Bauteile auch die weiteren Produktionsdaten festgehalten (z. B. Temperatur, Drücke, Feuchtigkeit etc.) und durch Algorithmen verglichen, so können ebenso sekundäre Einflussfaktoren wie z. B. Schwingungen mitberücksichtigt werden. Dies kann auch dazu führen, dass Einflussfaktoren für die Instandhaltung aufgedeckt werden, welche dem Unternehmen bis zu dem Zeitpunkt nicht bekannt waren. Die Auswertung und Visualisierung der Daten ermöglichen zudem eine ständige dezentrale Kontrolle der Anlagen und eine Auswertung der Auslastung, um so Unterbrechungen vorzubeugen und eine Auswertung der Daten zu beschleunigen.

Durch die computergestützte Erfassung und Auswertung der Verschleißdaten kann eine zielgerichtetere Instandsetzung verwirklicht werden, welche es ermöglicht, den Produktionsfluss seltener für Wartungsarbeiten zu unterbrechen, da nur dann eine Maschine oder ein Teilanlagenbereich instandgesetzt wird, wenn ein erwarteter Ausfall eines Bauteils bevorsteht. Hierdurch kann die Prozesssicherheit erhöht und somit der Ausschuss/Materialeinsatz reduziert werden. Zudem werden durch die seltenere Wartung auch Hilfs- und Betriebsstoffe eingespart.


Literatur:

Blechschmidt, N. und März, M. (2019): Maintenance 4.0 [online]. prozesstechnik online, 03.12.2019 [abgerufen am: 01.02.2021].

mehr anzeigen weniger anzeigen

Einschätzung für die Anwendenden

  • Materialeinsparung
    hoch
  • Energieeinsparung
    hoch
  • THG-Einsparung
    hoch
  • Investitionskosten
    gering
  • Umsetzungsaufwand
    gering

Die Angaben zu Material-, Energie- und THG-Einsparungen, Investitionskosten sowie Umsetzungsaufwände sind qualitative Abschätzungen auf vergleichender Basis.

Entwicklungsstadium

  • Labor
  • Technikum / Demonstrator
  • Industrielle Praxis

Labor: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird im Labormaßstab entwickelt.
Technikum / Demonstrator: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird in einer Technikums- oder Demonstrator-Anlage umgesetzt.
Industrielle Praxis: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird in der Produktion oder anderen Anwendungsbereichen eines Industrieunternehmen eingesetzt.

Beispiele aus der Forschung und Entwicklung

Verbundvorhaben: Nasschemische Prozesse in hochfunktionalen Prozessanlagen (CHE-OPS); Teilvorhaben: Komponentenentwicklung und Datenanalyse für eine neuartige hochfunktionale Nasschemieanlage

  • Neue 4.0-Technologie für nasschemische Prozessanlagen
  • Ausstattung der Maschine mit Kommunikationstechnologie, um Prozess- und Zustandsdaten zu übermitteln
  • Effizienteres Zusammenwirken von Sensoren und Aktoren ermöglicht abgestimmten Wasserverbrauch und autarke Arbeitsweisen der Maschine
  • Simulation von Strömungsverhältnissen, um Wasserverbrauch noch weiter anzupassen
  • Einbau eines Predictive Maintenance Systems ermöglicht effiziente und vorrausschauende Wartung

Zur kompletten Projektbeschreibung