Fahrerlose Transportsysteme

In der Chemie sind der Transport von Chemikalien und die Materialversorgung der Anlagen stets mit einer Vielzahl an Sicherheitsbedenken verbunden. Dies führt oftmals dazu, dass auf bewährte und nicht zwingend auf effiziente Systeme gesetzt wird. Dabei schließen sich Effizienz und Sicherheit in der Logistik gar nicht aus. Der Materialtransport in der Chemieindustrie erfolgt in KMU häufig noch mit konventionellen Transportsystemen wie z. B. Gabelstaplern. Hier sind die meisten Transporte zeitlich festgelegt, konstant in ihrer Ausführung und somit optimal geeignet, um durch autonome Transportsysteme umgesetzt zu werden. Autonome Systeme sind zeitlich und räumlich bei ihren Transporten beständig und somit besser planbar als menschliche Transporte. Hinzu kommt, dass durch den autonomen Transport gefährlicher Chemikalien keine Arbeitskräfte mehr im unmittelbaren Gefahrenbereich arbeiten müssen. [Miebach Consulting GmbH (2019)]

Die Art der eingesetzten fahrerlosen Transportsysteme kann je nach Anwendungsfall variieren. Auch ist es nicht notwendig, sich lediglich für ein System zu entscheiden. Je nach Fahrbahnerfassung des Transportsystems können menschliche und maschinelle Agierende zeitgleich die gleichen Transportstrecken nutzen. Dies ermöglicht insbesondere bei der Einführung eines solches Systems eine Testphase, ohne die innerbetriebliche Logistik zu unterbrechen. Idealerweise sind die Strecken allerdings getrennt. Hierdurch werden die Auswahlmöglichkeiten der Transportsysteme erhöht. Fahrerlose Transportsysteme können sich dabei an Markierungen am Boden, über den Austausch mit anderen Objekten (Schwarmintelligenz) oder auch über Kamerasysteme einen möglichen Weg errechnen. Je nach System kann auch die Be- und Entladung der Transportsysteme automatisiert erfolgen. Dies kann allerdings eine Anpassung der bisherigen Lagerhaltung bedingen. Es ist ebenso möglich, die fahrerlosen Transportsysteme bei Dienstleistungsunternehmen zu leasen, die sich dann um die Wartung, Reparatur und den Austausch der Transporteinheiten kümmern. [Pieringer, M. (2016)]

Grundsätzlich können fahrerlose Transportsysteme überall dort leicht eingesetzt werden, wo Transporte gut planbar, die Strecken festgelegt sind und der Transport möglichst ohne menschlichen Eingriff erfolgen soll. Diese Systeme können auch mit Softwaresystemen verknüpft werden, welche die Routenführung optimieren, oder auch mit Trackingsystemen, um sicherzustellen, dass zu jeder Zeit ersichtlich ist, welche Ware durch welches Transportsystem in welcher Menge transportiert wird. Dies kann die Transparenz und Sicherheit der Transporte noch zusätzlich erhöhen und so langfristig Unfälle oder Fehllieferungen vermeiden und somit Energie und Material einsparen. [Miebach Consulting GmbH (2019)]


Literatur:

Miebach Consulting GmbH (2019): Erfolgsfaktor Logistik in der Chemieindustrie bestätigt sich [online]. CHEManager, 10.05.2019 [abgerufen am: 01.02.2021].

Pieringer, M. (2016): Chemieindustrie: Logistik als Werttreiber sehen [online]. Logistik heute, 11.10.2016 [abgerufen am: 04.03.2021].

mehr anzeigen weniger anzeigen

Einschätzung für die Anwendenden

  • Materialeinsparung
    gering
  • Energieeinsparung
    gering
  • THG-Einsparung
    gering
  • Investitionskosten
    mittel
  • Umsetzungsaufwand
    mittel

Die Angaben zu Material-, Energie- und THG-Einsparungen, Investitionskosten sowie Umsetzungsaufwände sind qualitative Abschätzungen auf vergleichender Basis.

Entwicklungsstadium

  • Labor
  • Technikum / Demonstrator
  • Industrielle Praxis

Labor: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird im Labormaßstab entwickelt.
Technikum / Demonstrator: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird in einer Technikums- oder Demonstrator-Anlage umgesetzt.
Industrielle Praxis: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird in der Produktion oder anderen Anwendungsbereichen eines Industrieunternehmen eingesetzt.