Ganzheitliche Prozessverbesserung

In der Chemieindustrie wird eine Vielzahl an Apparaten und Prozessen verwendet. Dabei ist es schwierig, ein Gesamtoptimum zu finden. Dies begründet sich unter anderen dadurch, dass häufig nur ein Teil der dafür notwendigen Daten vorliegt. Um dem zu begegnen, muss auf eine Kombination aus vorhandenem Wissen zu z. B. dem Reaktionsverhalten und empirischem Wissen zurückgegriffen werden. Physikalisches und chemisches Verhalten von Stoffen und Anlagen lässt sich relativ gut in mathematischen Gleichungen ausdrücken. Dies ist bei dem empirisch gesammelten Wissen schwieriger, da dieses zum Teil aus Sensordaten und Erfahrungswerten der Mitarbeitenden besteht.

Für die Gesamtoptimierung der Herstellung ist es daher wichtig, sich zunächst eine Übersicht über den Gesamtprozess zu verschaffen. Anschließend wird der Prozess in beschreibbare Teilprozesse differenziert. Für die Simulation der Teilprozesse wird zunächst das weise Wissen (Wissen, welches eindeutig durch mathematische Gleichungen abgebildet werden kann) eingetragen. Im Anschluss wird für die verbleibenden Teilprozesse jeweils eine Blackbox erstellt. Diese Blackbox wird, soweit möglich, mit mathematischen Gleichungen beschrieben, auch wenn diese im ersten Schritt unvollständig sind. Für die Erstellung der mathematischen Gleichungen wird auf Prozessdaten, Fachkräftewissen und Projektinformationen aus abgeschlossenen Projekten zurückgegriffen, bei denen bekannt ist, welcher Input zu einem bestimmten Output geführt hat. Künstliche neuronale Netze können dann mittels Backpropagation-Training einen ersten Berechnungsentwurf liefern. Ist die Blackbox mit den entsprechenden Daten gefüllt, kann diese in das Gesamtsystem eingesetzt und mit diesem verknüpft werden. Hierdurch entsteht die erste Version des Gesamtmodells, welche für die Simulation genutzt werden kann. Das Ziel der Simulation kann unternehmensspezifisch gewählt werden. So kann beispielsweise der Energieeinsatz bei einer möglichst hohen Gesamtausbeute dafür genutzt werden, die Ressourceneffizienz zu steigern.


Literatur:

Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM (2021): Greybox-Modelle zur Optimierung von Gesamtverfahren [online]. Fraunhofer ITWM [abgerufen am: 02.03.2021].

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Einschätzung für die Anwendenden

  • Materialeinsparung
    hoch
  • Energieeinsparung
    hoch
  • THG-Einsparung
    hoch
  • Investitionskosten
    gering
  • Umsetzungsaufwand
    gering

Die Angaben zu Material-, Energie- und THG-Einsparungen, Investitionskosten sowie Umsetzungsaufwände sind qualitative Abschätzungen auf vergleichender Basis.

Entwicklungsstadium

  • Labor
  • Technikum / Demonstrator
  • Industrielle Praxis

Labor: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird im Labormaßstab entwickelt.
Technikum / Demonstrator: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird in einer Technikums- oder Demonstrator-Anlage umgesetzt.
Industrielle Praxis: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird in der Produktion oder anderen Anwendungsbereichen eines Industrieunternehmen eingesetzt.