Kreislaufführung 4.0

Im Laufe des Lebenszyklus durchlaufen Produkte eine Vielzahl von Stationen. Oftmals werden dabei die Daten bezüglich der Herstellung, Nutzung und Verwertung der Produkte nicht oder nur unvollständig erfasst. Es ist daher wichtig, für die Produkte bereits von der Rohstoffauswahl ab eine Möglichkeit zur Datenverfassung zu schaffen. Dies kann bei den Grundrohstoffen zunächst eine digitale Akte sein, welche im Produktionsverlauf auf z. B. einem RFID-Chip gespeichert wird, sodass Informationen zur Materialzusammensetzung in der Nutzung und Entsorgungsphase außerhalb der eigenen Wertschöpfungskette verfügbar sind. Dies erleichtert die korrekte Entsorgung erheblich und ermöglicht dadurch das Recycling wertvoller Materialien.

Parallel ist es allerdings auch relevant, die Datenabfrage zu Rezyklaten (Menge, Verfügbarkeit, Zusammensetzung etc.) zu erleichtern. Erst durch einen vermehrten Einsatz von Sekundärrohstoffen kann ein vollständiger Rohstoffkreislauf erreicht werden. Neben einer möglichst guten Datengrundlage können auch künstliche Intelligenz und Sensorik dazu genutzt werden, die Zusammensetzung entsorgter Produkte zu ermitteln, damit diese anschließend fachgerecht zerlegt und in die Grundrohstoffe aufgespalten werden können.

Ein kreislaufgerechtes Produkt kann nur schwer allein durch ein einzelnes Unternehmen entwickelt werden, da hierfür das Endprodukt von ausgebenden Unternehmen auch wieder eingesammelt und aufbereitet werden muss. Dies wird allerdings nur in einigen besonderen Fällen funktionieren. Zielführender ist es, dass alle am Produktlebenszyklus beteiligten Akteure gemeinsam an der Informationsbereitstellung von Produktzusammensetzungen arbeiten. Nur so kann eine flächendeckende Kreislaufwirtschaft erreicht und Rohstoffe können nachhaltig eingespart werden.


Literatur:

VDMA European Office (2019): Kreislaufwirtschaft 4.0: Wie die Digitalisierung die Kreislaufwirtschaft ankurbeln kann [online]. Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. [abgerufen am: 05.03.2021].

 

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Einschätzung für die Anwendenden

  • Materialeinsparung
    sehr hoch
  • Energieeinsparung
    mittel
  • THG-Einsparung
    mittel
  • Investitionskosten
    mittel
  • Umsetzungsaufwand
    hoch

Die Angaben zu Material-, Energie- und THG-Einsparungen, Investitionskosten sowie Umsetzungsaufwände sind qualitative Abschätzungen auf vergleichender Basis.

Entwicklungsstadium

  • Labor
  • Technikum / Demonstrator
  • Industrielle Praxis

Labor: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird im Labormaßstab entwickelt.
Technikum / Demonstrator: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird in einer Technikums- oder Demonstrator-Anlage umgesetzt.
Industrielle Praxis: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird in der Produktion oder anderen Anwendungsbereichen eines Industrieunternehmen eingesetzt.