Aktuelles

Gute-Praxis-Beispiel des Monats: Gichtgas aus dem eigenen Prozess statt Erdgas

24. März 2020

Die DK Recycling und Roheisen GmbH recycelt Reststoffe aus der Stahlindustrie. Als erster Verarbeitungsschritt müssen diese Reststoffe zunächst verdichtet werden. Für die Verdichtung durch Anschmelzen bei hohen Temperaturen in einer Sinteranlage wurde bislang Erdgas verwendet. In einem neuen Verfahren wird dazu nun das im Hochofen als Nebenprodukt entstehende Gichtgas verwendet.

Wie funktioniert der Verdichtungsprozess?

In der Sinteranlage fahren die eisenhaltigen Reststoffe zusammen mit dem Brennstoff auf einem Endlosband in den Zündofen. Dort wird der Brennstoff mit Gas entzündet. Gleichzeitig wird von unten Luft durch die Schicht aus Reststoffen gezogen. Dadurch wandert die oberflächlich gebildete Brennfront langsam von oben nach unten. Das Band bewegt sich dabei horizontal weiter. In der Brennfront schmelzen die Reststoffe oberflächlich an, verkleben und werden so verdichtet.

Warum und wie wird ein anderes Gas eingesetzt?

Das Unternehmen verbrauchte bis zur Umstellung pro Jahr 14,5 Mio. kWh Erdgas für den Betrieb des Brenners der Sinteranlage. Im sich anschließenden Hochofenprozess entstehen 610 Mio. m3 Gichtgas pro Jahr. Dieses wurde teilweise bereits für die Stromerzeugung und die Erwärmung des Heißwindes für den Hochofen genutzt. Da sich das Gichtgas auch als Brennstoff in der Sinteranlage eignet, wurden die Brenner so umgerüstet, dass diese sowohl mit Gichtgas als auch mit Erdgas betrieben werden können. Darüber hinaus wurde von der Hauptleitung zwischen Hochofen und Kraftwerk eine Stichleitung zur Sinteranlage geführt. Nun kommt Erdgas nur im Falle von Störungen zum Einsatz.

Was wird eingespart?

Die Einsparungen sind zweifach: Nach der Umrüstung sank der Erdgasverbrauch um 87%. Durch effizientere Brenner und eine optimierte Brennerregelung wird für den Prozess nun auch gut 10% weniger Energie verbraucht – das entspricht jährlich ca. 2.700 CO2-Äquivalenten.

Das Vorhaben wurde durch eine Finanzierungsberatung der Effizienz-Agentur NRW unterstützt und aus dem Förderprogramm „Förderung von energieeffizienten und klimaschonenden Produktionsprozessen“ (EEKSPP) des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert.

Weitere Gute-Praxis-Beispiele finden Sie hier.

Worauf warten Sie noch?

Sie haben bereits Ressourceneffizienz umgesetzt? Melden Sie sich bei uns mit aktuellen Projekten und Ideen. Oder möchten Sie detaillierte Informationen aus unserem Angebot?

Schreiben Sie uns!
Fehler beim Senden Fehler beim Senden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Vielen Dank Ihre Nachricht wurde erfolgreich gesendet. Wir werden uns umgehend mit Ihnen in Verbindung setzen.