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Gute-Praxis-Beispiel des Monats: Ressourceneffizientes Teppichdruckverfahren

27. April 2020

Das Unternehmen Vetex GmbH & Co. KG Teppichbodenfabrik produziert Teppichböden für Wohnräume, Büros und Hotels. Die hauseigenen Designs werden über eine Arbeitsvorbereitung online an den digitalen Tintenstrahldrucker geleitet und auf weiße Rohteppiche gedruckt. Beim vorherigen Verfahren mussten sogenannte Farbflotten hergestellt werden. Hierdurch entstanden bei jedem Musterwechsel Farbreste, die entsorgt werden mussten.

Was hat beim vorherigen System Chromojet zu den Farbresten geführt?

Für jede Produktion musste die Farbe in den 52 Ansatzbehältern angerührt werden – auch wenn für das Design beispielsweise nur 8 Farben notwendig waren. Diese mussten permanent weiter gerührt werden, um eine Entmischung und ein Eintrocknen der Farbe zu verhindern. Über ein Rohrleitsystem wurde jede Farbe in eine der max. 16 Stationen des Druckkopfes geleitet. Um die vom Kunden geforderte Farbtreue sicher zu stellen, war ein Kontrollandruck nötig. Dazu wurde Teppich von 1 bis 5 m in der Länge und auf 4 m Breite bedruckt. Die wirtschaftliche Mindestfläche für einen Auftrag betrug somit 100 qm. Für jede Produktion mussten mindestens 15 % Farbe mehr bereitgestellt werden, als für den Druck selbst notwendig waren. Als Abschluss mussten noch im Rohrleitsystem verbliebene Restfarben abgelassen und alle Behälter, Rohrleitungen und der Druckkopf mit Wasser ausgespült werden.

Was hat sich mit dem System Colaris geändert?

Das neue digitale Druckverfahren ist vergleichbar mit jedem Tintenstrahldrucker am PC. Aus fünf Grundfarben kann der gesamte Farbkreis in feinsten Abstufungen abgedeckt werden. Die Mischung der gewünschten Farbe erfolgt beim Austritt einer der Grundfarben aus der Düse mit einer weiteren aus einer anderen Düse auf dem Teppich. Abgesehen davon, dass sich die Farbpalette deutlich erweitert hat, müssen die Druckköpfe, Farbbehälter und Leitungen nicht mehr gereinigt werden. Mittelfristig wird sich der Materialaufwand für den Andruck zur Farbprüfung reduzieren, da bereits das Labormuster mit den Kundenanforderungen auf der Produktionsanlage hergestellt wird und sämtliche Parameter somit vorliegen.

Was wird gespart?

Es wird deutlich weniger Material wie Teppichrohware, Farbe, Wasser und Energie zur Produktionsfreigabe und der eigentlichen Fertigung verbraucht. Das Waschwasser im Prozess wurde stark reduziert, da durch den Einsatz der Tinten, die eine erheblich höhere Farbaffinität besitzen, weniger Farbe pro qm aufgebracht werden muss. Das Abwasser der Spülvorgänge an Leitungen, Druckkopf und Behälter entfällt ganz. Der Energieverbrauch sank durch die reduzierten Arbeitsvorgänge ebenfalls. Insgesamt werden 35 t CO2 pro Jahr eingespart. Wirtschaftlich soll sich die Anlage nach 5 Jahren amortisiert haben.

Die Investition wurde im Rahmen des Umweltinnovationsprogramms durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

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