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Gute-Praxis-Beispiel: Passgenaue Kurzstücke statt Stabstahl

17. Juli 2020

Für Werkzeuge wie Bohrer, Meißel oder Bits mussten die Hersteller bisher selbst Stücke in entsprechender Länge aus geliefertem Stabstahl schneiden. Dabei ist viel Verschnitt angefallen. Um diesen deutlich zu minimieren und Material einzusparen, hat die Stahlwerk Unna GmbH & Co. KG in ein neues Verfahren investiert, mit dem sie für ihre Kunden passgenaue Kurzstücke zuschneiden können. Die Umstellung ermöglicht auch darüber hinaus weitere Einsparpotenziale.

Wie wurde der Stahl bisher zu Werkzeugen verarbeitet?

Die Kunden des Stahlwerkes, also die Hersteller der Werkzeuge, haben den Stabstahl bisher selbst zugeschnitten. Darüber hinaus mussten die gekürzten Stücke in einem weiteren Schritt maschinell angefast, also die Werkstückkanten abgeschrägt, werden. Diesen Arbeitsschritt übernimmt zukünftig das Stahlwerk.

Wie spart das Verfahren Material?

Die Einsparungen von Material sind vielfältig: Die neue Anlage ermöglicht die Herstellung von Kurzstücken in genau der Länge der zukünftigen Werkzeuge – ohne den Zwischenschritt Herstellung von Stahlstangen. So entfällt der Verschnitt beim Kunden, der bisher die gelieferten Stahlstangen selbst zugeschnitten hatte. Der Verschnitt entsteht dadurch, dass die Endstücke der Stangen nicht genutzt werden können bzw. die Stangen sich nicht passgenau aufteilen lassen. Die Kurzstücke werden außerdem in der innovativen Anlage beidseitig gefast. Eine Fase ist wichtig, denn eine abgeschrägte Kante des Werkstückes vereinfacht die weitere Verarbeitung.

Es gibt noch einen weiteren Aspekt an dem neuen Verfahren, der Material spart: Eine automatische Ziehsteinüberwachung ermöglicht einen punktgenauen Ersatz abgenutzter Ziehsteine, bevor deren Verschleiß zu Ausschussproduktion führt.

Eine Änderung in der Logistik führte ebenfalls zu Materialeinsparungen. Geliefert werden die Kurzstücke in Mehrwegbehältern, die Kunden als Vorratsmagazin in ihre Werkzeugmaschine einsetzen können. Dadurch entfällt der Verbrauch von Holz, welches bisher zur Verpackung des gefertigten Stabstahls verwendet wurde.

Was wird gespart?

Pro Jahr können mit dem neuen Verfahren so 26.500 Kilowattstunden Gas und 11.400 Kilowattstunden Strom eingespart werden. Dies entspricht einer Minderung der CO2-Emissionen um mehr als 170 Tonnen. Zudem werden jährlich bis zu 70 Tonnen Stahldraht und 9 Tonnen Holz eingespart. Allein durch den Wegfall des Verschnittes beläuft sich die Materialeinsparung auf ca. 7 %.

Die Investition wurde unterstützt durch das Bundesumweltministerium durch das Umweltinnovationsprogramm.

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