Prozessintensivierung

Die Stoffumwandlung in der chemischen Industrie ist in der Regel ein langwieriger, mehrstufiger und energieintensiver Prozess. Bei immer weiter steigenden Energiekosten und zunehmendem Wettbewerbsdruck sind die Produzenten gezwungen, ihre bisherigen Umwandlungsprozesse zu überdenken und wo möglich zu optimieren. Die Prozessintensivierung stellt dabei eine Möglichkeit dar, die bestehenden Prozesse zu überarbeiten und effizienter zu gestalten. Bei der Prozessintensivierung werden bisher aufeinanderfolgende Prozessschritte zusammengefasst oder parallelisiert.

Durch diese Zusammenlegung und Parallelisierung von Prozessschritten entfallen sämtliche Zwischenlagerungsflächen und -zeiten. Hierdurch wird ein nicht unerheblicher Teil an Energie und Raum eingespart. Zudem wird die Ausbeute erhöht und die Rückstände der Stoffe in den Anlagen werden minimiert. Für eine solche Anpassung der Prozesse ist es allerdings auch notwendig, neue Anlagen zu verwenden, welche diese Aufgaben erfüllen können. Beispielhaft hierfür sind Micro- oder Millireaktoren, welche einen intensiven Stoff- und Wärmeaustausch garantieren. Bei nichtreaktiven Operationen müssen Anlagen mit hervorragenden Mischeigenschaften verwendet werden, wie z. B. der Miprowa-Produktionsreaktor. Die Prozessintensivierung eignet sich daher insbesondere für bestehende Anlagen, welche in naher Zukunft ersetzt werden müssten, oder für die Neuplanung von Produktionen. In diesen Fällen sind die Einsparungen in Form von Zeit, Geld, Energie und Material am höchsten.


Literatur:

Schäfer, B. und Sauer, J. (2020): Trends der chemischen Prozessindustrie. In: Chemie Ingenieur Technik, 92 (3), S. 183 – 191.

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Einschätzung für die Anwendenden

  • Materialeinsparung
    hoch
  • Energieeinsparung
    hoch
  • THG-Einsparung
    hoch
  • Investitionskosten
    sehr hoch
  • Umsetzungsaufwand
    sehr hoch

Die Angaben zu Material-, Energie- und THG-Einsparungen, Investitionskosten sowie Umsetzungsaufwände sind qualitative Abschätzungen auf vergleichender Basis.

Entwicklungsstadium

  • Labor
  • Technikum / Demonstrator
  • Industrielle Praxis

Labor: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird im Labormaßstab entwickelt.
Technikum / Demonstrator: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird in einer Technikums- oder Demonstrator-Anlage umgesetzt.
Industrielle Praxis: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird in der Produktion oder anderen Anwendungsbereichen eines Industrieunternehmen eingesetzt.

Beispiele aus der Forschung und Entwicklung

Smart Miniplants zur Entwicklung effizienter, kontinuierlicher Trennverfahren (ENPRO SMekT)

  • Entwicklung sowie Erprobung von Apparaten und Planungsmethoden im Hinblick auf Scale-up-fähige Aufarbeitungstechnologien im Miniplant-Maßstab
  • Ermöglicht den Verzicht auf Pilotanlagen und den Bau effizienterer und kontinuierlich arbeitender Anlagen
  • Erprobung der Entwicklung an Apparaten für die Prozessschritte: Kristallisation, Waschung und Abtrennung

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Mi2Pro: Skalierbare Milli- und Mikroproduktionstechnik zur energieeffizienten, kontinuierlichen Fertigung in der Prozessindustrie Teilprojekt 1: Milli- und Mikroapparate für Anwendungen in der Prozessindustrie

  • Design, Bau, Charakterisierung und Optimierung von multiskaligen prozesstechnischen Apparaten, Modellierung und Simulation für kontinuierliche Produktionsverfahren in der Prozessindustrie
  • Erprobung der entwickelten Milli- und Mikrokomponenten sowie Sensorik im Labor
  • Anwendungsoptimierung der entwickelten Apparate für die kontinuierliche Produktion

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Mi2Pro: Skalierbare Milli- und Mikroproduktionstechnik zur energieeffizienten, kontinuierlichen Fertigung in der Prozessindustrie; Teilvorhaben: Reaktion und destillative Aufreinigung in der Spezialchemie

  • Ziel ist die Umstellung von absatzweisen Produktionsverfahren der Prozessindustrie auf einen kontinuierlichen Betrieb mittels milli- und mikroverfahrenstechnischer Komponenten und prozessintegrierten Messverfahren
  • Technische Machbarkeit anhand von Referenzprozessen aufgezeigt
  • Untersuchung spezifischer Herausforderungen in milli- und mikrokontinuierlichen Produktionen, wie z. B. Überwachung der Produktqualität im Prozess
  • Erprobung apparativer und betrieblicher Ansätze zur Problembeherrschung
  • Identifikation geeigneter Prozesse und Produkte für den kontinuierlichen Betrieb

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Trennverfahren mit effizienten und intelligenten Apparaten (ENPRO2 TeiA)

  • Entwicklung von Prozessen und Apparaten, um Kristallisation und Extraktion zu beschleunigen
  • Kristallisation in unterschiedlichen Systemen getestet
  • Integrierte Messtechnik für die Analyse und Steuerung der Prozesse
  • Visualisierung der Phasenverteilung und Strömungsverhältnisse
  • Eingebautes Ressourcen- und Energie-Bewertungstool achtet auf die Effizienz der Testanlage

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Kontinuierliche Prozesse für Polymerspezialitäten mit Hilfe neuer Apparatekonzepte (EN-PRO KoPPonA)

  • Entwicklung eines Gesamtkonzepts zur schnelleren Produkt-/Prozessentwicklung für Spezialpolymere
  • Entwicklung kontinuierlicher Prozesse für Polymerspezialitäten unter Nutzung alternativer Apparatekonzepte
  • Überführung der Herstellung vom Labormaßstab auf eine kontinuierliche Produktion

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Skalenübergreifende Methodik zur Planung und Entwicklung ressourceneffizienter Prozesse (ENPRO2 SkaMPi)

  • Erhebliches Einsparpotenzial bei Energieeinsatz in Chemieindustrie durch Umstellung auf eine kontinuierliche Fahrweise
  • Abbau der Barrieren bei der Umstellung von diskontinuierlicher Herstellung hin zur kontinuierlichen
  • Entwicklung einer Methodik und Erweiterung bestehender Methoden zur Auswahl geeigneter Apparattechnologien bei Neuprodukten in kontinuierlicher Herstellung

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