Die Konzepte des Rapid Prototyping und Rapid Tooling spielen eine wichtige Rolle in der additiven Fertigung, da sie die schnelle Entwicklung von Prototypen und Werkzeugen ermöglichen. Rapid Prototyping erlaubt es Entwicklerteams, zügig physische Modelle zu erstellen, während Rapid Tooling die rasche Herstellung von Produktionswerkzeugen ermöglicht. Beide Konzepte tragen nicht nur zur Beschleunigung des Entwicklungsprozesses bei, sondern bringen auch Ressourceneffizienzpotenziale mit sich.
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Der präzise Materialeinsatz und die hohen Gestaltungsfreiräume haben das Potenzial, auch Vorteile für die Ressourceneffizienz zu generieren. Wie mehr Ressourceneffizienz mittels additiver Fertigung erzielt werden kann und worauf dabei geachtet werden soll, wird in diesem Kapitel genauer beschrieben.
Der spätere Ressourceneinsatz in der Produktion, der Nutzungs- und Entsorgungsphase wird maßgeblich von der Produktentwicklung beeinflusst. Es wird davon ausgegangen, dass in der frühen Phase der Produktentwicklung insgesamt etwa 80 % der späteren Umweltauswirkungen eines Produkts festgelegt werden.* VDI Zentrum Ressourceneffizienz (2022): Produktentwicklung (abgerufen am: 21.07.2024). Durch die additive Fertigung ist es möglich, sowohl Prototypen als auch Werkzeuge innerhalb kurzer Zeit zu erstellen (siehe Rapid Protyping und Rapid Tooling). Allgemein können die Potenziale für Ressourceneffizienz mittels additiver Fertigung in der Produktentwicklung wie folgt zusammengefasst werden:
© Eigene Darstellung auf Basis von Ökopol und IDZ (2015): Ecodesign Kit [online][abgerufen am 15.08.2024], verfügbar unter: www.ecodesignkit.de sowie Umweltbundesamt (2019): Ökodesign [online][abgerufen am 15.08.2024], verfügbar unter: www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/produkte/oekodesign
Das Softwareunternehmen Dassault Systèmes hat im Februar 2022 eine neue Lösung namens „Sustainable Innovation Intelligence“ vorgestellt, die durch eine Kombination von Life-Cycle-Assessment-Daten mit Technologien wie digitalen Zwillingen Nachhaltigkeitsanforderungen in Unternehmen frühzeitig festlegen kann und im Design-, Produktentwicklungs- und Fertigungsingenieurwesen begleitend bei der Umsetzung unterstützt. Die Lösung integriert Materialbeschaffung, Design, Fertigung, Betrieb, Logistik, Vertrieb, Marketing und End-of-Life-Management und bietet Echtzeit-Einblicke, die es den Teams ermöglicht, Probleme oder Verbesserungen virtuell zu identifizieren.* Vogel Communications Group GmbH & Co. KG (2022b): Umweltauswirkungen kennen und minimieren (abgerufen am: 21.03.2023).
Der Begriff „Geschäftsmodell" ist nicht klar definiert, wird aber als das Grundprinzip betrachtet, nach dem eine Organisation Werte schafft, vermittelt und erfasst. Bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen, die additive Fertigungsverfahren beinhalten, empfiehlt es sich, zunächst wichtige Fragen zu Kunden und Kundinnen, Lieferanten und Lieferantinnen sowie internen Abläufen zu stellen. Hilfreich ist hierbei beispielsweise das „Business Model Canvas“.
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Die konkrete Implementierung der additiven Fertigung in (neue) Geschäftsmodelle variiert von Unternehmen zu Unternehmen und hängt u. a. von dem vorhandenen Know-how und der Infrastruktur ab. Damit ressourceneffiziente bzw. nachhaltige Geschäftsmodelle allerdings erfolgreich umgesetzt werden können, müssen sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile daraus generiert werden.
Die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle kann durch verschiedene Ansätze erfolgreich umgesetzt werden, darunter additive Teileherstellung, servicebasierte Geschäftsmodelle, Lizenzierungs- und softwarebasierte Modelle, Schulungsangebote und Integration von Nachhaltigkeit. Einige Umsetzungsansätze sind nachfolgend beschrieben:
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Die Rapidobject GmbH aus Leipzig nutzt jahrelange Erfahrungen im Bereich der additiven Fertigung für Webinare und um Unternehmen bei der Implementierung ganzer 3D-Druck-Abteilungen zu beraten. Obendrein schult das Unternehmen Interessierte bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsaspekten in der additiven Fertigung. Neben der Beratung zur Vermeidung von Konstruktionsfehlern gibt es beispielsweise ein Angebot zur kostenlosen Datenreparatur, Beratungen zur bionischen Bauteilerstellung und Bauteilkonsolidierung.* Rapidobject GmbH (2022): Unser Beitrag zur Nachhaltigkeit beim 3D-Druck (abgerufen am: 08.08.2024)
Das SKZ – Das Kunststoff-Zentrum – hat in Zusammenarbeit mit der Fachgruppe 4.13 "Ausbildung in der additiven Fertigung" des Ausschusses für Bildung im deutschen Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V. (DVS) den Lehrgang "Fachkraft für Additive Fertigungsverfahren nach DVS" entwickelt.
Die Ausbildung vermittelt systematisches Grund- und Anwendungswissen in der Technologie des Selektiven Laser Sinterns (SLS), einschließlich der gesamten Prozesskette von Konstruktion und Datenübertragung bis hin zur Parametrierung sowie Qualitäts- und Kostenoptimierung. Ein besonderer Fokus liegt auf der praktischen Umsetzung, indem sie den Teilnehmenden die Möglichkeit bietet, an der SLS-Anlage zu arbeiten und auch andere Technologien der additiven Fertigung zu erlernen.
Die Ausbildung zur Fachkraft für additive Fertigungsverfahren richtet sich an Facharbeiter und Facharbeiterinnen, Meister und Meisterinnen, Techniker und Technikerinnen und Ingenieure und Ingenieurinnen aus dem Kunststoffsektor. Die SKZ-Akademie bietet auch den Praxislehrgang "Geprüfter Industrietechniker in der Fachrichtung additive Fertigung" in Zusammenarbeit mit der IHK Würzburg-Schweinfurt an.* IHK Würzburg-Schweinfurt (2022): Geprüfte/r Industrietechniker/in Additive Fertigung (abgerufen am: 01.03.2024)