Smarte Druckluft

Kompressoren werden in vielen Unternehmen eingesetzt. Allerdings ist die gezielte Steuerung des Druckluftbedarfs oft nicht vorhanden. Ein Grund hierfür liegt in dem Fehlen von Verbrauchsdaten der Kompressoren. Durch eine Erfassung von Verbrauchsdaten der Druckluftanlage können die Auslastung und Verteilung besser gesteuert werden. Zudem kann somit der zukünftige Druckluftbedarf prognostiziert und zur richtigen Zeit bereitgestellt werden, was in einem geringeren Druckluftbedarf und in einer Verbesserung der Energieeffizienz resultiert. Hierfür müssen die Kompressoren allerdings über die gleiche Schnittstelle verfügen.

Eine Möglichkeit, den Datentransfer anzugleichen, ist die Verwendung herstellerunabhängiger Protokolle, wie z. B. des OPC-UA-Standards. Mit den Protokollen werden die Daten von den Druckluftverbrauchern und -erzeugern an eine Software gesendet. Diese wertet die Daten aus und steuert die Kompressoren bei Bedarf an. Hierdurch werden die Stillstandzeiten der Kompressoren reduziert und ihre Auslastung erhöht, wodurch ein nicht unerheblicher Anteil an Energie eingespart werden kann.

Die zentrale Erfassung der Daten ermöglicht es, auch die größten Verbraucher im Unternehmen aufzudecken. Hierdurch können Verbesserungen zielgerichteter erfolgen und die Energieeffizienz gesteigert werden. Auch bei der Beschaffung neuer Verbraucher oder Erzeuger kann so ein Benchmarking betrieben werden, um die Variante mit dem geringsten Energieeinsatz zu ermitteln. Die gesammelten Daten können des Weiteren dem Aufdecken von Leckstellen dienen, indem die Verbrauchsdaten über die Zeit getrackt und so zur Einsparung von Energie genutzt werden. Findet eine größere Abweichung der Normwerte statt, ist dies ein Indikator für ein Leck. Das System kann dann Alarm geben und die zuständige Fachkraft kontaktieren. Die Vernetzung der Verbraucher und Kompressoren erleichtert zudem die Datenbereitstellung für Emissionsmanagementsysteme.


Literatur:

Stephan, D. (2018): Vernetzte Kompressoren mit OPC UA: Schritt für Schritt zur Druckluft 4.0 [online]. PROCESS, 17.04.2018 [abgerufen am: 01.02.2021].

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Einschätzung für die Anwendenden

  • Materialeinsparung
    gering
  • Energieeinsparung
    hoch
  • THG-Einsparung
    hoch
  • Investitionskosten
    gering
  • Umsetzungsaufwand
    gering

Die Angaben zu Material-, Energie- und THG-Einsparungen, Investitionskosten sowie Umsetzungsaufwände sind qualitative Abschätzungen auf vergleichender Basis.

Entwicklungsstadium

  • Labor
  • Technikum / Demonstrator
  • Industrielle Praxis

Labor: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird im Labormaßstab entwickelt.
Technikum / Demonstrator: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird in einer Technikums- oder Demonstrator-Anlage umgesetzt.
Industrielle Praxis: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird in der Produktion oder anderen Anwendungsbereichen eines Industrieunternehmen eingesetzt.

Beispiele aus der Praxis

Intelligentes Druckluftmanagement

Zur Integration von Industrie 4.0 im Druckluftmanagement sowie bezogen auf den Wunsch nach einem smarten, sich selbst anpassenden und effizienzsteigernden Netzwerk setzen ein Software- und ein Druckluftanlagenhersteller auf das offene Kommunikationsprotokoll OPC UA.

Diese intelligente Vernetzung von Druckluftkompressoren benötigt eine direkte Kommunikation der Drucklufterzeuger mit den Druckluftverbrauchern. Dabei kann das Kommunikationsprotokoll PC UA helfen. Dazu werden Energiebedarfe erfasst und visualisiert, woraus Regelungen der Kompressoren abgeleitet werden können. Auch Leckagen können durch einen ansteigenden Luftverbrauch erkannt und behoben werden, bevor es zu einem Ausfall der Anlage kommt. Durch die daraus resultierende optimierte Funktionsweise der vernetzten Anlagen kann der Energie- und Lufteinsatz reduziert werden.