Smarte Informationstechnologie

Server weisen während des Betriebs einen hohen Energieverbrauch auf. Bei der Wahl des Servers können daher verschiedene Konzepte verfolgt werden. Serverleistung kann zum einen komplett über ein Dienstleistungsunternehmen eingekauft oder selbst in Form eines Servers erworben werden. Beim Erwerb eines Servers können dann noch die Instandhaltungsarbeiten ausgelagert werden. Auch eine Mischform ist möglich.

Um den Server möglichst weit auszulasten und den Energieeinsatz gering zu halten, ist es nicht zielführend, sich an den Leistungsspitzen im Unternehmen zu orientieren. Vielmehr sollte die Leistung basierend auf der durchschnittlichen Auslastung erfolgen. Auf diese Weise ist der Server während der meisten Zeit ausgelastet und benötigt so mit Blick auf die Leistungseinheit weniger Energie. Die zusätzliche Leistung, die zu Spitzenzeiten erforderlich wird, kann dann über einen Dienstleister bezogen werden. Das kostet pro Recheneinheit im Durchschnitt zwar mehr als bei einem eigenen Server, dafür entfallen allerdings auch die hohen Wartungs- und Energiekosten für einen überdimensionierten Server.

Eine weitere Möglichkeit der Energieeinsparung bietet die Zentralisierung der Software-Anwendungen. In vielen Unternehmen hat jeder Schreibtisch einen vollwertigen PC. Dieser PC verfügt über eine Leistung, die nur in einem Bruchteil der Zeit vollumfänglich genutzt wird. Hinzu kommt, dass auf den Computern viele Softwarelizenzen gespeichert sind, die selten oder teilweise gar nicht genutzt werden. Zielführender ist es daher, diese Anwendungen über einen zentralen Server zu steuern. So wird am Arbeitsplatz kein vollwertiger Computer mehr erforderlich. Stattdessen kann ein sogenannter Thin Client genutzt werden, der nur ein Drittel der Energie eines regulären Computers benötigt. Hieraus ergeben sich erhebliche Einsparpotenziale im Bereich der Energieversorgung. Darüber hinaus ermöglicht diese Zentralisierung auch die Bereitstellung von abrufbaren Lizenzen, die im Bedarfsfall zentral über den Server aus dem Lizenzpool heraus an die Thin Clients verteilt werden. Auf diese Weise spart das Unternehmen an oft ungenutzten Software-Einzellizenzen.


Literatur:

Dehli, M. (2020): Energieeffizienz in Industrie, Dienstleistung und Gewerbe – Energietechnische Optimierungskonzepte für Unternehmen, Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden, ISBN 978-3-658-23204-7.

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Einschätzung für die Anwendenden

  • Materialeinsparung
    gering
  • Energieeinsparung
    mittel
  • THG-Einsparung
    mittel
  • Investitionskosten
    mittel
  • Umsetzungsaufwand
    mittel

Die Angaben zu Material-, Energie- und THG-Einsparungen, Investitionskosten sowie Umsetzungsaufwände sind qualitative Abschätzungen auf vergleichender Basis.

Entwicklungsstadium

  • Labor
  • Technikum / Demonstrator
  • Industrielle Praxis

Labor: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird im Labormaßstab entwickelt.
Technikum / Demonstrator: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird in einer Technikums- oder Demonstrator-Anlage umgesetzt.
Industrielle Praxis: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird in der Produktion oder anderen Anwendungsbereichen eines Industrieunternehmen eingesetzt.

Beispiele aus der Forschung und Entwicklung

smartLAB – Interaktives Arbeiten in digitalisierter Laborumgebung

  • Entwicklung eines modularen und smarten Labors
  • Verknüpfung aller Geräte mit dem Ethernet
  • Virtuelle Abbilder aller vorhandenen Geräte im Labor, mit Angaben des Zustandes
  • Jeder Ablauf und jeder Schritt der Geräte werden in einer Datenbank gespeichert und können von anderen Komponenten weiterverarbeitet werden
  • Planen von Laborabläufen mit einer Software
  • Ablauf der Prozesse läuft vorwiegend automatisch, aber ein steuernder Eingriff in die Laborprozesse bleibt möglich

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