Regenwassernutzung

Regenwasser kann in folgenden Anwendungen Frischwasser ersetzen:

  • Toilettenspülung
  • Waschmaschine
  • Reinigungszwecke
  • Pflanzenbewässerung
  • Feuerlöschwasser
  • Kühlwasser [VDI 2070 (2013) S. 14]

Der Einsatz in Waschmaschinen wirkt sich doppelt positiv aus, da das Regenwasser sehr weich ist. Hierdurch werden die Kalkablagerungen in der Waschmaschine deutlich reduziert und die Waschmitteldosierung kann im Vergleich zu hartem Wasser je nach Verschmutzungsgrad der Wäsche um 40 – 50 % vermindert werden. Auch für einige industrielle Einsatzzwecke erweist sich Regenwasser als sehr attraktiv, da die zur Wasserenthärtung notwendigen Ionentauscher beim Einsatz von Regenwasser deutlich länger halten [Nolde (2014a)].

Der Überlauf der Regenwassernutzungsanlage sollte, in Anlehnung an den natürlichen Wasserkreislauf, verdunstet und, wenn dies nicht möglich ist, versickert werden.

Technische Umsetzung

Im Allgemeinen setzt sich eine Regenwassernutzungsanlage aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Auffangfläche
  • Regenwasserableitungsnetz
  • Filter
  • Speicher
  • Speicherüberlauf
  • Trinkwassernachspeisung
  • Pumpenanlage (zur Druckerhöhung)
  • Betriebswasserverteilnetz

Zur Verteilung des Betriebswassers ist ein separates Leitungsnetz erforderlich. Eine unmittelbare Verbindung zur Trinkwasserinstallation ist nicht zulässig. Alle Betriebswasser führenden Komponenten sind als solche durchgängig und dauerhaft zu kennzeichnen und zusätzlich mit dem Hinweis „kein Trinkwasser“ zu versehen. Ist bei Entnahmestellen eine Verwechselungsgefahr, z. B. durch Kinder oder sehgeschädigte Personen, nicht auszuschließen, sind diese entsprechend zu sichern. Werden Nutzflächen wie Balkone, Loggien oder Hofflächen als Auffangflächen herangezogen, sind diese entsprechend zu kennzeichnen, und es ist eine sachgemäße Nutzung durch entsprechende Nutzungshinweise und Beschränkungen, z. B. in der Hausordnung, sicherzustellen. Da die Pumpenanlage das Wasser oberhalb der Sedimentationszone ansaugt, ist dieses frei von Schmutzstoffen. Je nach Verwendung kann u. U. dennoch eine Aufbereitung des Regenwassers erforderlich sein. Um das Wasser möglichst effizient zu pumpen, ist darauf zu achten, dass die Pumpen nicht überdimensioniert sind und einen hohen Wirkungsgrad (niedrigen Stromverbrauch) aufweisen. Der Speicherüberlauf sollte verdunstet oder, wo dies nicht möglich ist, versickert werden. Ein Notüberlauf zum Kanal empfiehlt sich weder aus ökologischer noch aus ökonomischer Sicht, da dann trotz Regenwassernutzungsanlage Niederschlagswasserentgelt für die angeschlossene Dachfläche zu entrichten ist [VDI 2070 (2013) S. 10 ff.], [fbr (2014b)]. Detaillierte Informationen zur Anlagentechnik von Regenwassernutzungsanlagen, zu den Anforderungen an einzelne Komponenten sowie zur Instandhaltung finden Sie in der Richtlinie VDI 2070 „Betriebswassermanagement für Gebäude und Liegenschaften“.

Die Kosten einer Regenwassernutzungsanlage belaufen sich für einen Vier-Personen-Haushalt auf 4.000 Euro. Einige Kommunen fördern direkt oder indirekt, teilweise auch finanziell, den Einbau einer solchen Anlage, weil auch die Kommunen davon nennenswerte Vorteile haben. Auskünfte hierzu geben die lokalen Bau- und Umweltämter [fbr (2014b)].

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