Wassersparende Armaturen

Dank wassersparender Armaturen und Haushaltsgeräte konnte der Wasserverbrauch pro Person und Tag seit 1990 von 147 Liter auf 122 Liter in 2010 reduziert werden. Das entspricht einer Einsparung von 17 Prozent [Bdew (2012)], [Nolde (2013) S. 134]. Durch die konsequente Fortführung von Umrüstungen und Neuanschaffungen aller noch nicht optimierten Entnahmestellen lässt sich der Verbrauch weiter reduzieren. Konkret können folgende Einsparpotenziale realisiert werden:

  • Mit Durchflussbegrenzern kann der Volumenstrom von Armaturen von 15 Liter pro Minute auf bis zu sechs Liter pro Minute bei Duschköpfen und drei Liter pro Minute bei Handwaschbecken reduziert werden [Nolde (2014b)]. Ein Vier-Personen-Haushalt kann so täglich zwölf bis 15 Liter Trinkwasser einsparen [fbr (2014a)]. Die Amortisationszeit liegt in Einzelfällen bei wenigen Wochen, in der Regel aber innerhalb eines Jahres. Bei Warmwasserzapfstellen wie Duschköpfen fällt die Amortisationszeit durch die zusätzliche Energieeinsparung noch geringer aus [Nolde (2002) S. 21].
  • Bei Armaturen, an denen auch Warmwasser gezapft wird, übt neben dem Volumenstrom auch die Steuerung einen entscheidenden Einfluss auf den Wasserverbrauch aus. So variiert die erforderliche Zeit zur Einstellung der gewünschten Wassertemperatur, die sogenannte Einregulierungsdauer, zwischen vollautomatischen und Zwei-Griff-Armaturen erheblich. Während diese bei vollautomatischen und Thermostatarmaturen gering ist, liegt sie bei Einhebelarmaturen im mittleren Bereich und bei Zwei-Griff-Armaturen hoch [VDI 6024 (2008) S. 9]. Dementsprechend steigt auch der Wasserverbrauch an. Dabei wirken sich Einsparungen beim Warmwasser doppelt positiv aus, da neben den Wasserkosten auch die Kosten für die Energie zur Warmwasserbereitung reduziert werden können.
  • In öffentlichen und gewerblichen Einrichtungen sollten selbstschließende oder vollautomatische Armaturen verwendet werden, um zu verhindern, dass Wasserhähne oder Duschköpfe ungenutzt laufen [VDI 6024 (2008) S. 11].
  • Waschbecken, die ausschließlich zum Händewaschen genutzt werden, beispielsweise in Gästetoiletten, sollten nur mit einem Kaltwasseranschluss versehen werden. Damit lässt sich die Energie zur Warmwasserbereitung einsparen. Waschbecken, an denen auch Warmwasser benötigt wird, sollten mit Einhebelmischern ausgestattet werden, die in der Mittelposition Kaltwasser liefern. Dies verhindert, dass Wasserhähne aus Gründen der Symmetrie mittig eingestellt werden und in der Folge Warmwasser liefern, ohne dass dieses vom Nutzer benötigt wird.

Um eine konsequente Umsetzung des Wassersparens zu erzielen, sollte dieses bereits bei der Ausschreibung/Angebotseinholung für Bauvorhaben und Umbaumaßnahmen expliziter Bestandteil sein.

Technische Umsetzung

  • Der Volumenstrom von Duschköpfen sollte von 10 – 15 l/min auf 6 – 9 l/min reduziert werden. Die Begrenzung kann durch den Brausekopf, einen Durchflussbegrenzer oder die Brausearmatur erfolgen. Auch Strahlregler ermöglichen eine Reduktion des Wasserstroms [VDI 6024 (2008) S. 9/22], [Wolf Umwelttechnologie (2014)]. In Kombination mit einer thermostatischen Armatur kann der Wasserverbrauch im Vergleich zu einer Zwei-Griff-Armatur mit unreduziertem Volumenstrom mehr als halbiert werden [VDI 6024 (2008) S. 29].
  • Bei der Begrenzung des Volumenstroms zum Wassersparen sind stets die Lage der Zapfstelle im Gebäude und der sich daraus ergebende Wasserdruck an der Entnahmestelle zu beachten. So erweist sich der Einbau von Durchflussbegrenzern und -reglern in hohen Geschossen u. U. nicht als sinnvoll, da dort der Vordruck des Wassers zu gering sein kann und somit Armaturen unbrauchbar werden können. Um eine optimale Funktionsweise zu erreichen, sollte ein Fachmann konsultiert werden, der Armaturen und Sanitärgegenstände auf das vorhandene Trinkwassernetz abstimmt [VDI 6024 (2008) S. 22/24].
  • Bei der Nutzung von Badewannen ist zu unterscheiden zwischen dem Baden, bei dem die Armatur keinen Einfluss auf den Wasserverbrauch nimmt, und dem Duschen in der Badewanne, bei dem durch wassersparende Armaturen der Wasserverbrauch reduziert werden kann (s. o.). Da Duschen deutlich weniger Wasser verbraucht als Baden, sollten Badewannen so gestaltet sein, dass sie auch ein komfortables Duschen ermöglichen [VDI 6024 (2008) S. 10].

Detaillierte Informationen zum Thema finden Sie in der Richtlinie VDI 6024, Blatt 1 „Wassersparen in Trinkwasser-Installationen – Anforderungen an Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung“.

Beispiel

Einsparpotenziale bei einem Betrieb mit 100 Mitarbeitern

Rüstet ein Betrieb mit 100 Mitarbeitern seine Wasserhähne mit Durchflussmengenkonstanthaltern nach, so kann er bei erfahrungsgemäß fünf Nutzungen pro Mitarbeiter und Tag jährlich 350 m³ Frischwasser einsparen. Dies entspricht einer Einsparung von 60 Prozent. Durch diese gering investive Maßnahme (die Durchflussmengenkonstanthalter sind für wenige Euro das Stück erhältlich) können jährlich 1.000 – 2.000 Euro für Wasser und Abwasser eingespart werden [Denz (2009) S. 1 f.].

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