DUMMY: Akkumulatoren und Batterien

Die Elektromobilität gewinnt rasant an Bedeutung, dennoch ist Deutschland und Europa bei der Batteriezellfertigung weiterhin stark auf Importe angewiesen. Um strategische Abhängigkeiten zu verringern und die regionale Wertschöpfung zu stärken, rücken Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft in den Fokus. Angesichts begrenzter Verfügbarkeiten von Technologierohstoffen wie Lithium und steigender Umweltbelastungen sind die effiziente Herstellung und Rückgewinnung entscheidend für den Aufbau einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Batterieindustrie.

Zirkuläres Wirtschaften und Ressourceneffizienz für eine europäische wettbewerbsfähige Batterieindustrie

Die Batterieindustrie ist in besonderem Maße darauf angewiesen, Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft zu fördern, um langfristig resilienter und wettbewerbsfähiger zu werden. Die neue EU-Batterieverordnung (Verordnung (EU) 2023/1542) schafft hierfür den regulatorischen Rahmen, indem sie über den gesamten Lebenszyklus von Batterien hinweg verbindliche Vorgaben zur Rohstoffrückgewinnung, CO₂-Bilanzierung und Wiederverwendung festlegt. So müssen Hersteller zunehmend recycelte Materialien wie Lithium, Nickel und Kobalt in der Zellproduktion einsetzen. Laut Analysen kann recyceltes Material bis 2035 bis zu 30 Prozent des Bedarfs decken.* Strategy& / RWTH Aachen (2023): The EU recycling market – a viable and sustainable business. Joint study between Strategy& and PEM of RWTH Aachen University (online), (abgerufen a 10.11.2025) Das ist ein entscheidender Hebel zur Verringerung der Importabhängigkeit von kritischen Rohstoffen.

Zugleich bilden Kreislaufkonzepte die Basis für eine nachhaltige Wirtschaftlichkeit. Hochwertiges Batterierecycling ermöglicht die Rückgewinnung kritischer Rohstoffe, reduziert die Umweltbelastung und stärkt die technologische Souveränität Europas. In der Zellproduktion selbst führen ressourceneffiziente Verfahren und modulare Designs zu geringerer Materialverschwendung und verbessern die CO₂-Bilanz entlang der Wertschöpfungskette.

Status Quo der Batteriezellproduktion in Deutschland und Europa

Die steigende Nachfrage nach Batterien, vor allem im Mobilitätssektor, erfordert einen raschen Ausbau der Produktionskapazitäten. Aufgrund von Faktoren wie Auslastung und Ausschuss liegt der tatsächliche Kapazitätsbedarf über der reinen Marktnachfrage. Europa verfügt derzeit nur über rund 10 % der globalen Zellproduktionskapazität, obwohl etwa 25 % der weltweiten Nachfrage hier entstehen. Entsprechend ist die Region stark auf Importe – vor allem aus dem asiatischen Raum – angewiesen.* Fraunhofer ISI (2025): Prognose für den Hochlauf der Batteriezellproduktion in Europa: Ein Risikobewertungsmodell (online). (abgerufen am 10.11.2025)

Um die Abhängigkeit zu verringern, gaben Unternehmen zunehmend Investitionen in europäische Produktionsstandorte bekannt. Bis 2030 wurden Kapazitäten von über 2 TWh pro Jahr angekündigt. Allerdings stockt der Ausbau: Über 700 GWh geplanter Kapazität gelten bereits als verzögert oder gescheitert, davon rund 240 GWh in Deutschland.* Fraunhofer ISI (2025): Prognose für den Hochlauf der Batteriezellproduktion in Europa: Ein Risikobewertungsmodell (online). (abgerufen am 10.11.2025)

Laut Modellrechnungen des Fraunhofer ISI werden bis 2030 voraussichtlich nur 54 – 75 % der angekündigten Kapazitäten tatsächlich umgesetzt – das entspricht 1,2 bis 1,7 TWh. Durch Anlaufverluste, Auslastung und Ausschuss (der anfangs teils bei 50 % liegt), wird der effektive Output aktuell auf etwa 0,8 bis 1,1 TWh geschätzt.* Fraunhofer ISI (2025): Prognose für den Hochlauf der Batteriezellproduktion in Europa: Ein Risikobewertungsmodell (online). (abgerufen am 10.11.2025)

Herausforderungen der Batteriezellproduktion

Die aktuellen Herausforderungen im Bereich der Batteriezellfertigung in Deutschland bzw. Europa sind u. a. bestehende Importabhängigkeiten insbesondere aus dem asiatischen Raum, Wettbewerbsnachteile durch hohe Einkaufspreise, aktuell geringe Investitionsansätze europäischer OEMs und technische Hürden im Zellfertigungsprozess.

 

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Potenziale für die Batteriezellproduktion

Die EU kündigte im September 2025 ein „Battery Booster“-Paket an, durch das 1,8 Milliarden Euro Eigenkapital bereitgestellt werden, um die Batteriezellproduktion in Europa zu unterstützen. Auch Initiativen wie die Europäische Batterieallianz, der Net-Zero Industry Act, die EU-Batterieverordnung, der geplante digitale Batteriepass ab 2027 sowie innovative Technologien und ressourceneffiziente Produktionsprozesse können die Batteriezellproduktion in Deutschland bzw. Europa stärken.

  • In den letzten Jahren wurden auf europäischer Ebene zentrale Maßnahmen und politische Regelungen zur Stärkung der Batterieindustrie ergriffen. Dazu zählen die Gründung der Europäischen Batterieallianz (EBA) im Jahr 2017, der Net-Zero Industry Act zur Förderung grüner Schlüsseltechnologien oder die neue EU-Batterieverordnung, die u.a. verbindliche Vorgaben zum CO₂-Fußabdruck, zu Rezyklatanteilen und Transparenz entlang der Wertschöpfungskette einführt.
  • Ab 2027 schreibt die EU-Batterieverordnung einen digitalen Produktpass für Batterien verbindlich vor. Zur Vorbereitung wurde das Projekt BatteryPass ins Leben gerufen, dessen Ergebnisse seit April im Folgeprojekt BatteryPass-Ready weiterentwickelt werden. Ziel ist der Aufbau einer praxisnahen Testumgebung, die Unternehmen im Batterie-Ökosystem die Umsetzung digitaler Produktpässe erleichtert. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte, zweijährige Projekt nutzt die Erkenntnisse aus dem Vorgängerprojekt als Grundlage für die erste Umsetzungsphase.
  • Mini- und Microenvironments als besitzen innovatives Technologiepotenzial für eine energieeffizientere und nachhaltigere Batteriezellproduktion. Durch die präzise Steuerung von Reinheit, Temperatur und Feuchtigkeit in kleinen, geschlossenen Produktionsbereichen könnten sie künftig großflächige, energieintensive Rein- und Trockenräume ersetzen. Aktuell befinden sich diese Technologien noch überwiegend im Forschungs- und Pilotstadium, erste industrielle Anwendungen sind jedoch bereits im Einsatz. Eine breitere Markteinführung wird zwischen 2025 und 2028 erwartet. Forschungsschwerpunkte liegen auf energieeffizienter Klimatisierung, Integration in bestehende Produktionsanlagen und Skalierbarkeit. Unterstützt durch Förderprogramme wie SynBatt könnten Mini- und Microenvironments einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Transformation der Batterieproduktion leisten und Deutschland eine technologische Vorreiterrolle sichern.* Fraunhofer ISI (2025): Mini- und Microenvironments in der Batteriezellproduktion: Akteure, Patente und Potenzial (online). (Abgerufen am 10.11.2025)
  • Umsetzung von Ressourceneffizienzmaßnahmen durch Digitalisierung: Eine Studie des Fraunhofer FFB und Accenture hat gezeigt, dass mit digitalen Lösungen eine Zellfabrik für Lithium-Ionen-Batterien mit einer Kapazität von 40 Gigawattstunden jährlich bis zu 27 Millionen Euro und fast 10 Prozent ihrer Emissionen einsparen kann. So profitiert insbesondere die Elektrodenfertigung, der erste Schritt in der Batteriezellproduktion, von der Digitalisierung, da hier der höchste Materialverbrauchs anfällt. Auch die Nutzung von digitalen Zwillingen und virtueller Fertigung können den Hochlauf einer effizienten Produktion beschleunigen und Ausschuss minimieren.* Fraunhofer FBB (2024): Digitalisierung in der Batteriezellfertigung (online). (Abgerufen am 10.11.2025)
  • Neue Batterietechnologien: Lithium-Ionen-Batterien, die derzeit gängigsten Energiespeicher, lassen sich u.a. aus Kostengründen nur schwer nach oben skalieren. Es wird aber bspw. auch an der Aluminium-Festkörperbatterie geforscht. Hier gelang Forschern in Beijing ein Durchbruch: Die hergestellt Batterie konnte in Untersuchungen eine gute Feuchtigkeitsbeständigkeit, physikalische und thermische Stabilität und 10.000 Lade-/Entladezyklen vorweisen, wobei sie weniger als 1 % ihrer ursprünglichen Kapazität verlor. Es braucht noch weitere Untersuchungen, bevor eine Kommerzialisierung möglich ist, so die Forscher. Hier ist die Entwicklung und eine tatsächliche Bestätigung der Praxistauglichkeit abzuwarten.* T3n (2025): Durchbruch in der Batterieforschung: Dieser Aluminium-Ionen-Akku hält ewig.
  • Ein Lithiumvorkommen von rund 43 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent (LCE) wurde in der Altmark (Sachsen-Anhalt) identifiziert. Die Ressourcenschätzung erfolgte im August 2025 nach internationalen Standards (CIM / NI 43‑101). Derzeit werden Verfahren zur direkten Lithiumextraktion aus Tiefenwasser getestet. Ob eine wirtschaftlich und ökologisch tragfähige Gewinnung möglich ist, wird aktuell geprüft. Angesichts der hohen Importabhängigkeit Europas könnte das Vorkommen zur Stärkung der Versorgungssicherheit und zur strategischen Unabhängigkeit der europäischen Batterieindustrie beitragen – vorausgesetzt, die Förderung lässt sich nachhaltig und effizient umsetzen.* MDR (2025): Lithium in der Altmark entdeckt: Wie realistisch ist die Förderung? (online). (Abgerufen am 10.11.2025)
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Status Quo des Batterierecyclings in Deutschland und Europa

Im Jahr 2022 führte das VDI ZRE ein Fachgespräch zum Stand des Batterierecyclings in Deutschland bzw. Europa durch. Zu diesem Zeitpunkt wurde noch festgehalten, dass „die verfügbaren ebenso wie die geplanten Recyclingkapazitäten aktuell (noch) nicht ausreichen, um die stark wachsenden Mengen an zu recycelnden Industriebatterien (inklusive aller Produktionsabfälle bzw. -ausschüsse) umzusetzen.“* VDI ZRE (2022): Innovative Recyclingtechnologien für Industriebatterien (online). (Abgerufen am 10.11.2025) Im Jahr 2025 hält das Fraunhofer ISI fest, dass die Recycling-Kapazitäten für Lithium-Ionen-Batterien den Bedarf in Europa vorerst übersteigen werden.* Fraunhofer ISI (2025): Recycling-Kapazitäten für Lithium-Ionen-Batterien werden Bedarf in Europa vorerst übersteigen (online). (Abgerufen am 10.11.2025)

Im Batterierecycling wird in das Pretreatment und das Refinement unterschieden. Das Pretreatment (mechanisches Recycling) umfasst die Deaktivierung, Demontage und die Herstellung der Schwarzen Masse, wobei bereits im Pretreatment Aluminium, Kupfer oder Kunststoffe zurückgewonnen werden können. Das Refinement beschreibt die tatsächliche stoffliche Rückgewinnung der strategischen Metalle aus der schwarzen Masse (Lithium, Nickel, Kobalt, etc.) durch pyro- und/oder hydrometallurgische Prozesse. Es zeichnet sich ab, dass in Deutschland technologisch vorwiegend die Hydrometallurgie als Kernprozess eingesetzt werden wird. In Deutschland erfolgt aktuell jedoch keine weitreichende, kommerzielle Umsetzung der Aufbereitung der Schwarzen Masse. 

Herausforderungen des Batterierecyclings

Trotz wachsender politischer und wirtschaftlicher Relevanz steht das Batterierecycling in Deutschland und Europa vor einer Reihe struktureller und technologischer Herausforderungen. Aktuell konzentriert sich das Recycling vor allem auf mechanische Vorbehandlungsprozesse, während der hydrometallurgische Raffinierungsschritt oftmals im Pilotmaßstab umgesetzt ist. Gleichzeitig verhindert der bislang geringe Rücklauf von Altbatterien – insbesondere aus der Elektromobilität – eine zuverlässige und volumenstarke Versorgung der Recyclinganlagen. Hinzu kommen Unsicherheiten bei der Eigentumslage von Fahrzeugbatterien, hohe Investitionsbedarfe, regulatorische Hürden sowie volatile Marktbedingungen, etwa durch schwankende Rohstoffpreise oder geringe Nachfrage nach zurückgewonnenen Metallverbindungen. 

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Potenziale für das Batterierecycling

Trotz bestehender Herausforderungen eröffnen sich im europäischen Batterierecycling strukturelle Potenziale. Mit der geplanten Neueinstufung von Schwarzer Masse als gefährlicher Abfall ab Herbst 2026 setzt die EU regulatorische Anreize zur regionalen Verarbeitung des Stoffstroms und Begrenzung des Exports. Parallel dazu zielt die EU-Politik auf den Aufbau integrierter Wertschöpfungsketten durch gezielte Investitionen, stärkere Kooperation zwischen Mitgliedstaaten und innovationsgetriebene Ansätze wie Design for Circularity. Auch der Batteriepass soll ab 2027 zu effizienteren Recyclingprozessen beitragen. Vor dem Hintergrund wachsender Rücklaufmengen aus der Elektromobilität – insbesondere durch asiatische Batterieimporte – rücken Sekundärrohstoffe zunehmend in den Fokus einer strategischen Rohstoffsicherung im Binnenmarkt.

  • Die europäische Gesetzgebung dieses Jahr mit einer neuen Abfallklassifikation für Schwarzmasse erste Maßnahmen ergriffen, um Exporte aus Europa heraus zu erschweren. So wird Schwarzmasse voraussichtlich ab Herbst 2026 als gefährlicher Abfall eingestuft. Damit ist ein Export in Nicht-OECD Länder unterbunden.* Euwid (2025): China erlaubt Schwarzmasse-Importe: Neue Dynamik für globales Batterierecycling (online), (Abgerufen am 10.11.2025)
  • Die fortschreitende Elektromobilisierung bleibt ein Treiber für den Batterierecyclingmarkt. Aktuell wurden Förderprogramme beschlossen, die Haushalte mit kleinem bis mittleren Gehalt beim Umstieg auf eine Elektromobilität unterstützen sollen. Mit Blick auf die Batterien stammen wesentliche Mengen aus Importen aus dem asiatischen Raum. Diese bedeuten einen nicht zu vernachlässigenden Ressourcenimport, der im europäischen Binnenmarkt zu halten ist.* FAZ (2025): Geringverdiener sollen Kaufprämie von 3000 Euro für E-Autos erhalten (online). (abgerufen am 10.11.2025)
  • Der ab 2027 umzusetzende Batteriepass bietet auch für das Recyclingpotenzial. So können über standardisierte und maschinenlesebare Batterieinformationen Recyclingprozesse besser adaptiert werden, bzw. Chargen besser zusammengestellt werden.
  • Trotz der vielfältigen Herausforderungen wird aus der Branche betont, dass eine konstruktive Zusammenarbeit mit den EU-Institutionen und relevanten Interessengruppen weitergeführt wird, um den Aufbau einer kreislauforientierten, wettbewerbsfähigen und widerstandsfähigen Batterierecyclingindustrie in Europa zu unterstützen.
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Unterstützungsangebote des ZRE für die Batterieindustrie

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Kontakt

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