DUMMY: Einführung zirkuläre Wirtschaft und Ressourceneffizienz
Was ist zirkuläres Wirtschaften?
Das europäische Parlament definiert zirkuläres Wirtschaften (auch Kreislaufwirtschaft, Circular Economy) als ein Produktions- und Konsummodell, das darauf abzielt, den Lebenszyklus von Produkten, Materialien und Ressourcen durch Maßnahmen wie gemeinsames nutzen, vermieten, wiederverwenden, reparieren, aufbereiten und recyceln zu verlängern. Ziel ist es, Abfälle und den Einsatz neuer Rohstoffe auf ein Minimum zu reduzieren, indem Materialien so lange wie möglich im Wirtschaftskreislauf gehalten und erneut genutzt werden.* Europäisches Parlament (2023): Circular Economy: definition, importance and benefits (online). (Abgerufen am 13.07.2026)
Ein zirkuläres Wirtschaften wird dabei oftmals durch das Modell der 10R-Strategien strukturiert* Potting, José; Worrell, Ernst; Hekkert, M. P. (2017): Circular Economy: Measuring innovation in the product chain. Hg. v. PBL Netherlands Environmental Assessment Agency. PBL Netherlands Environmental Assessment Agency. The Hague. : die 10R-Strategien reichen von R0: Refuse (vermeiden) bis hin zu R9: Recover (energetisch verwerten). Den größten Beitrag zur Ressourcenschonung leistet die R0-Strategie. Die nachfolgenden Strategien ordnen sich hierarchisch ein und tragen – je nach Eingriffstiefe – in abnehmendem Maße zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs bei.
Zirkuläres Wirtschaften erfordert eine umfassende Anpassung der gesamten Wertschöpfungskette – von der Rohstoffgewinnung über das Produktdesign bis zur Nutzung und Entsorgung. Dabei ist die enge Zusammenarbeit und Kooperation aller Akteure der Wertschöpfungskette ein zentraler Erfolgsfaktor für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft und bietet zugleich Potenziale für wirtschaftliche Chancen, Innovationen und eine erhöhte Resilienz gegenüber Risiken im Rohstoffmarkt.
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Zirkuläres Wirtschaften erfordert eine umfassende Anpassung der gesamten Wertschöpfungskette – von der Rohstoffgewinnung über das Produktdesign bis zur Nutzung und Entsorgung. Dabei ist die enge Zusammenarbeit und Kooperation aller Akteure der Wertschöpfungskette ein zentraler Erfolgsfaktor für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft und bietet zugleich Potenziale für wirtschaftliche Chancen, Innovationen und eine erhöhte Resilienz gegenüber Risiken im Rohstoffmarkt.
Was ist Ressourceneffizienz?
Gemäß der Richtlinie VDI 4800 Blatt 1 wird Ressourceneffizienz (RE) als „das Verhältnis eines bestimmten Nutzens oder Ergebnisses zum dafür nötigen Ressourceneinsatz“ definiert.
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Der Nutzen kann dabei sowohl ein konkretes Produkt bzw. eine Dienstleistung sein oder aber über eine Funktion bzw. funktionelle Einheit beschrieben werden. Eine funktionelle Einheit dient dabei als Bezugsgröße, um einen bestimmten Nutzen lösungsneutral zu beschreiben. So kann beispielsweise das Herstellen von 5.000 Zahnrädern zur Übertragung eines Drehmoments von 200 Nm als Bezugsgröße der funktionellen Einheit dienen.
Der Einsatz oder Aufwand besteht derweil in der für den Nutzen notwendigen Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen. Zu natürlichen Ressourcen zählen sowohl erneuerbare als auch nicht erneuerbare Primärrohstoffe, Energie, Luft, Wasser, Fläche und Boden, Biodiversität und die Ökosystemleistung. Die Ökosystemleistung beschreibt dabei, wie die Ressourcen Boden, Luft und Wasser als sogenannte Senke fungieren, d.h. Emissionen und Abfälle aufnehmen. Die Biodiversität (biologische Vielfalt) nimmt unterdessen Einfluss auf die Ökosystemleistung und trägt dazu bei, deren Senkenfunktion aufrechtzuerhalten.
Das bedeutet, dass die Ressourceneffizienz steigt, wenn der Ressourceneinsatz bei gleichbleibendem Nutzen sinkt, oder wenn der Nutzen bei gleichem Ressourceneinsatz steigt.
Was sind Ressourcen?
Als Ressourcen werden im industriellen Umfeld diejenigen Mittel bezeichnet, die zur Produktion von Gütern und Dienstleistungen benötigt und verbraucht werden. Dabei wird zwischen technisch-wirtschaftlichen Ressourcen – zum Beispiel Personal, Kapital, Wissen – und natürlichen Ressourcen unterschieden.
Für das zirkuläre Wirtschaften und Ressourceneffizienz werden im Rahmen des VDI ZRE ausschließlich natürliche Ressourcen betrachtet, wissend der Tatsache, dass es für eine erfolgreiche Umsetzung ebenso technisch-wirtschaftlicher Ressourcen bedarf.
Natürliche Ressourcen
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Zu den natürlichen Ressourcen gehören:
- Erneuerbare und nicht erneuerbare Primärrohstoffe zur stofflichen Nutzung,
- Energieressourcen (Energierohstoffe, strömende Ressourcen zur energetischen Nutzung, Strahlungsenergie),
- Umweltmedien wie Wasser, Luft sowie Fläche/Boden, der agrar- und forstwirtschaftlich genutzt wird,
- Ökosystemleistungen wie die Senkenfunktion von Umweltmedien (Boden, Wasser, Luft) und Biodiversität.
Primärrohstoffe* Vgl. VDI 4800 Blatt 1 (2016).
Als Primärrohstoffe werden diejenigen natürlichen Rohstoffe bezeichnet, die bis auf die Gewinnung bzw. den Abbau unbearbeitet in ihrem natürlichen Zustand vorliegen und noch nicht weiterbe- oder verarbeitet wurden. Primärrohstoffe werden zudem in erneuerbare und nicht erneuerbare Rohstoffe unterschieden.
Erneuerbare Primärrohstoffe
Erneuerbare Primärrohstoffe werden auch als nachwachsende Rohstoffe bezeichnet, die durch gezielten Anbau oder schnelle Regeneration nahezu endlos zur stofflichen Nutzung für den Menschen zur Verfügung stehen. Hierzu zählen bspw. Holz, Naturfasern wie Baumwolle, Mais usw.
Nicht erneuerbare Primärrohstoffe
Nicht erneuerbare oder nachwachsende Rohstoffe sind unterdessen solche, die aufgrund ihrer langsamen Entstehung bzw. Regeneration nicht endlos für den Menschen zur Verfügung stehen. Grund dafür ist, dass sie bedeutend schneller verbraucht werden als sie nachwachsen oder sich regenerieren können. Hierzu zählen u.a. Erze, Minerale, Erdöl und Kohle.
Energieressourcen* Vgl. VDI 4800 Blatt 1 (2016).
Energieressourcen bilden die Grundlage für Energiedienstleistungen. Diese natürlichen Ressourcen können stoffliche Energieträger (Energierohstoffe), durch Stoffe vermittelte Energie (strömende Ressourcen) oder nicht stoffliche Energieformen wie Strahlung umfassen.
Energierohstoffe
Energierohstoffe sind erneuerbare sowie nicht erneuerbare Primärrohstoffe, z.B. Kohle, Erdöl, Erdgas, Biomasse oder Uran.
Strömende Ressourcen
Zu den strömenden Ressourcen gehören z.B. Geothermie, Wind- und Wasserkraft. Strömende Ressourcen stehen unendlich zur Verfügung und sind nicht erschöpflich. Die Nutzung strömender Ressourcen erfordert jedoch den Einsatz weiterer Ressourcen, bspw. zum Bau von Wind- und Wasserkraftturbinen.
Strahlungsenergie
Die Strahlungsenergie, wie z.B. die solare Strahlungsenergie, ist eine nicht stoffliche Energieform. Sie steht unendlich zur Verfügung und ist nicht erschöpflich. Die Nutzung erfordert jedoch, ebenso wie im Falle strömender Ressourcen, den Einsatz weiterer Ressourcen, bspw. zum Bau von Solarzellen.
Umweltmedien* Vgl. VDI 4800 Blatt 1 (2016).
Fläche/Boden, Wasser und Luft sind Elemente der natürlichen Umwelt und gehören zu den sogenannten Umweltmedien.
Fläche/Boden
Die Landoberfläche kann entsprechend ihres Nutzens in Waldflächen, Landwirtschaftsflächen, Siedlungs- und Verkehrsflächen (u.a. Gebäude- und Betriebsflächen, Straßen, Wege etc.) sowie Wasserflächen aufgeteilt werden. Das stoffliche Substrat auf der Landoberfläche ist der Boden, über den eine Nähr- und Mineralstoffversorgung und eine Wasserspeicherung erfolgt. Über die Senkenfunktion des Bodens können Kreisläufe geschlossen (bspw. Aufnahme biogener Abfälle) und so sonstige natürliche Ressourcen positiv beeinflusst werden.
Wasser
Wasser lässt sich einerseits nach seiner Herkunft (Meerwasser, Grundwasser, Oberflächenwasser, Eis, Schnee oder Niederschlag) und andererseits nach seiner Funktion (Trinkwasser, Bewässerungswasser, Kühlwasser, Stauwasser oder Prozesswasser) unterscheiden. Die Senkenfunktion des Wassers gewährleistet dabei wichtige Ökosystemleistungen. Hierzu zählt bspw. sauberes Trinkwasser. Die Regenerationsrate von Wasser ist daher von besonderer Bedeutung, auch weil die Verfügbarkeit u.a. von den Wasserangeboten über Grund- und Oberflächenwasser abhängt.
Luft
Luft spielt bei biologischen und technischen Prozessen ebenfalls eine wesentliche Rolle. In technischen Prozessen wird Luft beispielsweise für die Verbrennung oder für Oxidaktionsreaktionen benötigt. Auch in Form von Druckluft oder zerlegt in ihre Bestandteile (z.B. als flüssiger Stickstoff) ist die Luft ein wesentlicher Faktor in der industriellen Produktion. Die Senkenfunktion von Luft gewährleistet dabei wichtige Ökosystemleistungen wie saubere Atemluft oder Strahlungsschutz.
Ökosystemleistungen* Vgl. VDI 4800 Blatt 1 (2016).
Als Ökosystemleistung wird der Nutzen oder Vorteil bezeichnet, den der Mensch aus einem Ökosystem zieht. Beispiele für Ökosystemleistungen sind u. a. die Natur als Naherholungsraum, natürliche Flussauen als Schutz vor Hochwasser, Biodiversität (= genetische Vielfalt, Artenvielfalt) oder die Senkenfunktion der Umweltmedien, d.h. die Fähigkeit, Schadstoffe zu absorbieren.
Warum zirkuläres Wirtschaften und Ressourceneffizienz?
Rohstoffe sind die Grundlage industrieller Wertschöpfung – doch das Vorkommen von Primärrohstoffen und Energieressourcen ist begrenzt. Das bedeutet in weiterer Konsequenz, dass Ressourcen, die heute und in linearer Wirtschaftsweise verbraucht werden, nicht mehr für kommende Generationen zur Verfügung stehen werden.
© Fotolia / Mark Huls
Gerade für den Ausbau von Zukunftstechnologien wie Elektromobilität, erneuerbare Energien und Digitalisierung steigt der Bedarf von Unternehmen an kritischen Rohstoffen wie Seltene Erden, Lithium, Platin, Indium u.v.m. Die steigende Nachfrage sowie Monopolstellungen in Förderländern führen zunehmend zu Versorgungsrisiken und Preisanstiegen – mit spürbaren Folgen für die Industrie.
Der effiziente und wiederholte Einsatz knapper Ressourcen stellt daher einen zentralen Aspekt auf dem Weg in eine ressourceneffiziente und zirkuläre Wirtschaft dar. Dabei liegt der Mehrwert für Unternehmen neben einer gesetzlichen Konformität vor allem in den ökonomischen Potenzialen: zirkuläres Wirtschaften und Ressourceneffizienz entwickeln sich zunehmend zu zentralen Wettbewerbsfaktoren, die einen unternehmerischen Erfolg und somit eine nachhaltige, resiliente und wirtschaftliche Industrie absichern.
Wirtschaftliche Vorteile aus zirkulärem Wirtschaften und gesteigerter Ressourceneffizienz für Unternehmen
In einer repräsentativen Umfrage des VDI ZRE* VDI ZRE (2025): Status quo der Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft im Mittelstand: Befragung von Entscheiderinnen und Entscheidern in Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes 2024 (online). aus dem Jahr 2024 nannten rund 1.000 befragte Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe folgende Treiber zur Umsetzung von Maßnahmen zu zirkulärem Wirtschaften und Ressourceneffizienz:
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Die Europäische Union treibt die Transformation hin zu einer Circular Economy konsequent voran und hat dafür bereits zahlreiche gesetzliche Vorgaben erarbeitet – weitere Regelungen sind in Vorbereitung. Das bedeutet für Unternehmen, dass sie eine Vielzahl an gesetzlichen Anforderungen beachten müssen. Diese teils komplexe Rechtslage ist für Unternehmen im Alltagsgeschäft zwar herausfordernd, eröffnet jedoch auch erhebliches Potenzial:
Durch zirkuläres und ressourceneffizientes Wirtschaften senken Unternehmen nicht nur ihre Produktionskosten, sondern machen sich zugleich unabhängiger von volatilen Rohstoffpreisen und globalen Lieferketten. Daraus entstehen klare Wettbewerbsvorteile. Gleichzeitig fördern Investitionen in Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz die Entwicklung innovativer Technologien, Prozesse und Geschäftsmodelle, die sich auch international vermarkten lassen. Davon profitiert nicht nur das einzelne Unternehmen, sondern auch der Wirtschaftsstandort Deutschland – etwa durch nachhaltiges Wachstum, Technologieführerschaft und die Schaffung neuer Arbeitsplätze.
Ein weiterer wesentlicher Treiber ist der Umweltschutz. Weniger Rohstoffverbrauch, geringere Emissionen und weniger Abfall stärken nicht nur die ökologische Bilanz, sondern auch das Image und die Marktposition eines Unternehmens. Denn immer mehr Kundinnen und Kunden legen Wert auf nachhaltig produzierte Produkte und transparente Lieferketten. Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz sind somit mehr als technische Optimierungsansätze – sie sind Zukunftsstrategien, die Unternehmen, Gesellschaft und Umwelt gleichermaßen zugutekommen.
Weniger Ressourcen verbrauchen hilft, Kosten nachhaltig zu senken
Die Analyse der Kostenstruktur im verarbeitenden Gewerbe des Statistischen Bundesamts seit dem Jahr 1995 zeigt deutlich: Der Verbrauch an Roh-, Hilfs- und Betriebskosten stellt den größten Kostenblock im Verhältnis zum Produktionswert dar.* Eigene Darstellung auf Basis von Destatis (2025): Code 42251 - Kostenstrukturerhebung im Verarb. Gewerbe, Bergbau (online), Code 42251-0001 und 42251-0004. Daraus ergibt sich ein erhebliches Einsparpotenzial – denn bereits geringe Materialeinsparungen können zu signifikanten Kostensenkungen führen.
© VDI ZRE
Dies hat umso mehr Gewicht vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlich und geopolitischen Entwicklungen: Insbesondere seit der Covid-Pandemie sind die Material- und Energiekosten deutlich angestiegen.* Vgl. Eurostat (2025): Erzeugerpreise in der Industrie, Indlandsmarkt – monatliche Daten (online).
Zirkuläres Wirtschaften und Ressourceneffizienz bieten Unternehmen somit strategische Möglichkeiten, den zunehmenden Kostendruck – u. a. durch steigende Beschaffungskosten – zu kompensieren und langfristig wirtschaftlich stabil zu bleiben.
Hoher Stellenwert von Ressourceneffizienz und zirkulärem Wirtschaften in Unternehmen
Wie hoch der Stellenwert beider Konzepte bereits heute ist, zeigen die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage des VDI ZRE. So sehen die befragten Unternehmen in zirkulärem Wirtschaften (zW) und Ressourceneffizienz (RE) zentrale Handlungsfelder in ihrem Unternehmen. Diese schätzen ein, dass ein beträchtliches Potenzial insbesondere auf Branchenebene aber auch Unternehmensebene liegt, dass es zu erschließen gilt. Gleichzeitig verbinden sie Maßnahmen zu zirkulärem Wirtschaften und zur Steigerung der Ressourceneffizienz mit echten Wettbewerbsvorteilen.
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Rund die Hälfte aller kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind mit den Konzepten des zirkulären Wirtschaftens und Ressourceneffizienz vertraut. Bereits drei Viertel der Unternehmen setzen Maßnahmen zur Ressourceneffizienz um, und etwa jedes zweite Unternehmen integriert innerbetriebliche Kreisläufe. Dabei erfolgen die Aktivitäten zu zirkulärem Wirtschaften und Ressourceneffizienz überwiegend auf operativer Ebene in den Prozessen, während beide Ansätze im Geschäftsmodell nur wenig oder kaum verankert sind.
Neben den oben genannten Treibern zeigt die Analyse der Hemmnisse, dass betriebswirtschaftliche Herausforderungen zwar als relevant wahrgenommen werden, jedoch im Vergleich zu technischen, administrativen und personellen Faktoren eine geringere Bedeutung haben. Für die weitere Transformation sehen die Unternehmen vor allem Unterstützungsbedarf bei der Bereitstellung finanzieller Mittel sowie bei personellen Ressourcen – insbesondere aufgrund
Wie funktionieren zirkuläres Wirtschaften und Ressourceneffizienz?
Unternehmen setzen zirkuläres Wirtschaften und Ressourceneffizienz systematisch um, indem sie die folgenden fünf übergeordneten Schritte gemäß der Richtlinie VDI 4801 „Ressourceneffizienz in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) durchlaufen:
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Zunächst sollten Unternehmen eine Analyse der Material- und Energieverbräuche im Unternehmen und entlang der gesamten Wertschöpfungskette durchführen. Auf dieser Basis können gezielt Lösungsansätze, Maßnahmen und Strategien entwickelt und bewertet werden – allem voran mit Blick auf ein Ecodesign und zirkuläres Produktdesign (Design for Circularity) als zentraler Hebel in der Produktentwicklung für einen nachhaltigen Material- und Energieeinsatz entlang der Wertschöpfungskette, aber auch durch die Optimierung von Produktionsprozessen, die Einführung ressourcenschonender Technologien oder die Implementierung von Rücknahme- und Recyclingkonzepten. Ein kontinuierliches Monitoring und die Anpassung der umgesetzten Maßnahmen sichern zudem den langfristigen Erfolg dieser Ansätze. Ergänzend spielen die Schulung von Mitarbeitenden und die Etablierung einer unternehmensweiten Kultur eine wichtige Rolle.
Einige der Schritte dieser Schritte sind nochmals in Teilschritte untergliedert. Beispielsweise wird im wichtigen Schritt der Analyse zwischen Grob- und Detailanalyse sowie nach Analyse der Produktion und Analyse des Lebenswegs unterschieden. Die Schritte 1 bis 3 müssen gegebenenfalls iterativ durchlaufen werden, um eine geeignete Lösung auszuwählen und anschließend umzusetzen.
Wirkhebel Produktentwicklung
In der Produktentwicklung werden Prozesse im gesamten Produktlebensweg beeinflusst und damit Ressourcenverbräuche festgelegt. Ein ganzheitlicher Gestaltungsansatz stellt daher sicher, dass Materialien möglichst lange im Kreislauf gehalten, Ressourcen geschont und Wertschöpfungspotenziale erhalten bleiben. Die nachfolgende Darstellung veranschaulicht dieses Zusammenspiel von Produktentwicklung und Produktlebensweg.
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Um zirkuläres Wirtschaften und Ressourceneffizienz wirksam umzusetzen, ist in der Produktentwicklung eine konsequente, ganzheitliche Betrachtung des Produktlebenswegs unter Berücksichtigung von Zirkularität und Ressourceneffizienz unerlässlich. Produkte müssen bereits in der Planungs- und Entwicklungsphase so gestaltet werden, dass sie möglichst ressourcenschonend hergestellt und am Ende ihrer Nutzungsdauer effizient demontiert, sortiert, wiederverwendet, aufgearbeitet oder recycelt werden können.
Die Produktentwicklung wird durch die Aufgabe ausgelöst und gliedert sich in die Phasen Aufgabe klären, Konzipieren, Entwerfen und Ausarbeiten. Dabei werden die Phasen iterativ durchlaufen. Ergebnis des Produktentwicklungsprozesses ist ein virtuelles Produktmodell zur Herstellung des Produkts.
Der Produktlebensweg gliedert sich in die Produktlebensphasen Werkstoffherstellung, Herstellung, Nutzung, Recycling und Entsorgung. Stoff- und Energieflüsse sowie Emissionen entstehen in nahezu allen Prozessen der Produktlebensphasen.
Wirkhebel zirkuläre und ressourceneffiziente Produktionsprozesse
Mit verschiedenen Strategien und Maßnahmen lassen sich Materialien in Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes im Kreislauf führen und die Ressourceneffizienz von Produktionsprozessen steigern. Prozessbezogene Strategien und Maßnahmen umfassen dabei ein breites Spektrum an Ansätzen: von der gezielten Optimierung von Fertigungsprozessen – etwa durch die Reduktion von Ausschuss, kürzere Rüstzeiten oder den effizienteren Einsatz von Betriebsstoffen – über die Verminderung von geplantem Verlust durch präzisere Prozessführung und verbesserte Materialausnutzung bis hin zur betriebsinternen aber auch überbetrieblichen Kreislaufführung von Produktionsabfällen.
Wirkhebel Digitalisierung und Künstliche Intelligenz
Im Zuge der vierten industriellen Revolution ist die Digitalisierung zur unverzichtbaren Grundlage geworden, um zirkuläres Wirtschaften und Ressourceneffizienz erfolgreich umzusetzen. Die zunehmende Verlagerung von Daten, Informationen und Produktionsprozessen in den digitalen Raum ermöglicht es Unternehmen, durch den Einsatz intelligenter Sensorik umfassende digitale Daten zu erfassen. Diese werden mit leistungsfähigen IT-Systemen verarbeitet und durch Vernetzung innerhalb und außerhalb des Unternehmens effizient zwischen allen Akteuren der Wertschöpfungskette ausgetauscht. Erst durch diese digitale Transparenz und den schnellen Informationsfluss lassen sich entlang des gesamten Produktlebenszyklus weitere Effizienzpotenziale hinsichtlich des Material- und Energieeinsatzes erkennen und gezielt heben sowie eine Transformation in eine Kreislaufwirtschaft weiter vorantreiben.
Wirkhebel Dekarbonisierung
Um lokale Verbesserungen auf Kosten einer Verschlechterung der Gesamtbilanz zu vermeiden, müssen Produkte und Prozesse im Produktlebensweg ganzheitlich betrachtet und antizipiert werden. Die Entwicklung zirkulärer und ressourceneffizienter Produkte und Prozesse erfordert eine detaillierte Analyse der Wirkungen eingesetzter Energien, Materialien und vorhandener Prozesse entlang des gesamten Lebenswegs. Das Ziel ist es eine Dekarbonisierung bzw. die ganzheitliche Senkung von CO2-Emissionen nachzuweisen.
Ein Instrument ist die Durchführung einer Ökobilanz zur Erfassung, Bewertung und Abbildung von Umweltauswirkungen. Sie bildet eine Grundlage für Vergleiche, Zielsetzungen oder interne und externe Kommunikation. Nach DIN EN ISO 14040 umfasst eine Ökobilanz die Festlegung des Ziel- und Untersuchungsrahmens, die Erstellung der Sachbilanz, die Wirkungsabschätzung sowie die abschließende Interpretation. Gleichzeitig bieten die VDI-Richtlinienreihe 4800 und die VDI-Richtlinie 4600 Grundlagen und Berechnungsmethoden zur Bewertung des Ressourcenaufwands und des Energieaufwands.
Finanzierung zur Aktivierung von Wirkhebeln
Der Übergang zur Kreislaufwirtschaft erfordert Kapital für neue Produktionsanlagen, Prototypen zirkulären Produktdesigns, Rücknahmesysteme und innovative Geschäftsmodelle – Transformation ist mit Investitionen verbunden.
Dabei folgen zirkuläre Vorhaben einer anderen Finanzierungslogik als klassische, lineare Geschäftsmodelle. Es braucht dazu eine fundierte Finanzierungsstrategie, die den spezifischen Anforderungen der Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz gerecht wird. Insbesondere für zirkuläre Vorhaben stehen grundsätzlich drei Finanzierungsformen zur Verfügung – in der Praxis werden sie häufig kombiniert:
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Unterstützungsangebote des ZRE: Inspiration, Praxis und Vernetzung
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Natürliche Ressourcen zu schonen, ist aus ökologischer und ökonomischer Sicht sinnvoll. Viele Unternehmen haben bereits erfolgreich Maßnahmen zur Steigerung der betrieblichen Ressourceneffizienz umgesetzt. Sie sparen damit Material und Energie. In der Übersicht finden Sie über 400 Erfolgsbeispiele aus der betrieblichen Praxis.
Zum ToolSie möchten wissen, an welchen innovativen Ansätze für betriebliche Ressourceneffizienz aktuell geforscht und gearbeitet wird? Dann nutzen Sie den Innovationsradar. Informieren Sie sich über wissenschaftliche Erkenntnisse und zukunftsweisende Ideen für Ihre strategischen Entscheidungen.
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Kurzfilme zeigen Erfolgsbeispiele und innovativen Technologien zur effizienten Nutzung von natürlichen Ressourcen in Unternehmen. Die Filme präsentieren Hintergrundinformationen und geben Einblick in Unternehmen unterschiedlicher Branchen.
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Kurzanalysen, Studien, Broschüren und dokumentierte Fachgespräche: Die Publikationen des VDI ZRE geben Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Technologien im Themenfeld. Leitfäden und weitere Publikationen unterstützen bei der Identifikation von Potenzialen und der Umsetzung von Maßnahmen in der betrieblichen Praxis.
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Der Verbrauch von Material und Energie lässt sich in vielen Fällen entlang des gesamten Herstellungsprozesses reduzieren. Mit dem Ziel, kompakte und branchenrelevante Informationen für das verarbeitende Gewerbe zu bündeln, hat das VDI Zentrum Ressourceneffizienz Prozessketten und Prozessvisualisierungen entwickelt. Sie stellen Wissen systematisch dar, zeigen Potenziale für Ressourceneffizienz auf und bieten Lösungsansätze, wie sich Material und Energie in den einzelnen Prozessschritten sparen lassen.
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Natürliche Ressourcen zu schonen, ist aus ökologischer und ökonomischer Sicht sinnvoll. Viele Unternehmen haben bereits erfolgreich Maßnahmen zur Steigerung der betrieblichen Ressourceneffizienz umgesetzt. Sie sparen damit Material und Energie. In der Übersicht finden Sie über 400 Erfolgsbeispiele aus der betrieblichen Praxis.
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Arbeitsmittel für mehr Ressourceneffizienz: Eine Senkung des Material- und Energieverbrauchs trägt dazu bei, Kosten zu reduzieren und wettbewerbsfähiger zu wirtschaften. Die Werkzeuge des VDI ZRE helfen Unternehmen, ihre Potenziale für Ressourceneffizienz zu erkennen und diese zu nutzen.
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Potenziale für mehr Kreislaufführung und Ressourceneffizienz lassen sich gezielt identifizieren: In eintägigen, kostenfreien Unternehmensbesuchen schauen Expert*innen des VDI ZRE gemeinsam mit Ihnen auf Ihren Betrieb unter Anwendung erprobter VDI ZRE-Werkzeuge. Wie Planung und Ablauf konkret aussehen, erfahren Sie hier.
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Mit den Qualifizierungskursen des VDI ZRE bilden sich Mitarbeitende aus verarbeitenden Unternehmen und Beratende gezielt in den Themenfeldern zirkuläre Wirtschaft und Ressourceneffizienz (Material- und Energieeffizienz) weiter und erlernen praxisnahes Know-how zur Umsetzung von Maßnahmen.
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Der Übergang zur Kreislaufwirtschaft braucht Kapital, etwa für neue Anlagen, Prototypen für zirkuläres Produktdesign, Rücknahmesysteme und neue, innovative Geschäftsmodelle. Das VDI ZRE stellt die spezifischen Charakteristika von Finanzierungen für zirkuläre Vorhaben dar und präsentiert passende Finanzierungsquellen und Ansprechpartner
Es gibt zahlreiche Fördermöglichkeiten und Ansatzpunke, um Kreislaufführung und Ressourceneffizienz im Unternehmen sowie in der Forschung und Entwicklung umzusetzen. „Förderung und Beratung“ bietet Ihnen einen Überblick; samt Verweisen auf weiterführende Informationen.
Zum ToolAuf Bundesebene sowie auf europäischer Ebene werden Maßnahmen gefördert, die eine Kreislaufwirtschaft vorantreiben. Auf der folgenden Seite werden Förderprogramme vorgestellt, die u. a. Förderschwerpunkte im Bereich Kreislaufwirtschaft thematisieren.
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Arbeitsmittel für mehr Ressourceneffizienz: Eine Senkung des Material- und Energieverbrauchs trägt dazu bei, Kosten zu reduzieren und wettbewerbsfähiger zu wirtschaften. Die Werkzeuge des VDI ZRE helfen Unternehmen, ihre Potenziale für Ressourceneffizienz zu erkennen und diese zu nutzen.
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Unternehmen können sich jederzeit und kostenfrei an das VDI ZRE wenden – sei es bei konkreten Fachfragen, zur Anfrage von und Teilnahme an Veranstaltungen oder mit dem Wunsch nach gezielter Vernetzung. Als Ansprechpartner rund um die Themen Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz unterstützt das VDI ZRE Unternehmen dabei, den richtigen Einstieg zu finden.
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Das VDI ZRE ist regelmäßig mit eigenen Veranstaltungen präsent und bringt Fachwissen aktiv in Fachkonferenzen und Branchenveranstaltungen ein – etwa durch Vorträge, Podiumsbeiträge und fachliche Diskussionen. So entstehen Räume für Austausch, Vernetzung und den Transfer aktuellen Wissens rund um Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz.
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Der Industrie-Club Ressourceneffizienz ist eine bundesweite und branchenübergreifende Unternehmensplattform für kleine und mittlere Unternehmen, die eine Vorreiterrolle in Sachen Ressourceneffizienz einnehmen. Organisator und Initiator ist das VDI ZRE im Auftrag des Bundesumweltministeriums.
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Zum NetzwerkDas VDI ZRE unterstützt im Auftrag des Bundesumweltministeriums den Dialogprozess zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) und fördert den Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.
Die im Dezember 2024 beschlossene NKWS ist ein wichtiger Schritt hin zu einer zirkulären Wirtschaft, die Rohstoffe und Produkte möglichst lange nutzt und Materialien im Kreislauf hält. So stärkt sie die Resilienz und Innovationskraft des Industriestandorts Deutschland.
Zum NetzwerkGrundlage für ressourcenschonendes Handeln ist Wissen: Das Netzwerk „Bildung für Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz“ (BilRess) unterstützt die Ressourcenwende in Bildungseinrichtungen durch gezielte Wissensangebote.
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