Derzeit werden weltweit nur etwa 9 % des Rohstoffbedarfs durch ressourcenschonende Sekundärrohstoffe gedeckt. Der größte Teil der verwendeten Rohstoffe besteht aktuell noch aus Primärrohstoffen, die zumeist unter hohem Ressourcenverbrauch gewonnen werden und starke Umweltschäden verursachen. Die Europäische Kommission hat im März 2020 den neuen „Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft für ein sauberes und wettbewerbsfähigeres Europa“ veröffentlicht. Ein Ziel des Aktionsplans besteht darin, den Anteil kreislauforientiert verwendeter Materialien bis 2030 zu verdoppeln. [2]

In Deutschland ist die Kreislaufwirtschaft bereits zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden. Sie erzielt jährlich einen Umsatz von etwa 76 Milliarden Euro und bietet bundesweit mehr als 290.000 Arbeitsplätze. [3] Die Basis dafür legen unter anderem die hierzulande besonders fortgeschrittenen Recyclingtechnologien. So liegt der Recyclinganteil beim Einsatz von Stahl, Blei und Kupfer bereits bei über 50 % und die Wiedergewinnung von Altmetallen reicht bis hin zur Rückgewinnung von Metallen aus der Schlacke von Müllverbrennungsanlagen. Trotzdem besteht immer noch großer Entwicklungsbedarf, unter anderem bei der Wiedergewinnung von Metallen aus komplexeren Produktbausätzen. [4, S.8] Auch das Kunststoffrecycling bietet noch reichlich Entwicklungspotenzial. Nur ca. 30 % des Kunststoffabfalls werden als Recyclingmaterial zur Herstellung neuer Kunststoffprodukte verarbeitet. Gemäß Verpackungsgesetz soll die Recyclingquote für Kunststoffe ab 2022 auf 63 % erhöht werden. [5]

In einer perfekten Kreislaufwirtschaft würde ein Produkt nach seiner Nutzung komplett wiederverwertet und aus seinen Bestandteilen entstünde ein neues, gleichwertiges Produkt. [6] Nicht zu vergessen ist jedoch, dass für jede Art von Produkterzeugung Energie aufgewendet wird. Idealerweise sollte diese Energie aus regenerativen Quellen stammen. Eine vollständige Kreislaufführung sollte die handlungsleitende Vision für den Umbau der Wirtschaft sein. [4, S.4] Hierfür sind die Minimierung des absoluten Rohstoffverbrauchs und vor allem eine ganzheitliche Betrachtung des Lebenswegs eines Produktes von der Rohstoffgewinnung bis zum Produktlebensende notwendig. Der Gedanke der Mehrfachverwendung, der hochwertigen Kreislaufführung und der Wiederverwertung kann zudem schon in der frühen Phase der Produktentwicklung, in der Produktion und Nutzung der Produkte verfolgt werden.

Schematische Veranschaulichung der Kreislaufführung (Quelle: https://www.ecodesignkit.de/methoden/b1-oekodesign-prinzipien/b17-kreislauffaehigkeit/kreislauffuehrungen-in-der-entsorgungspraxis/)


Unternehmen können durch die Umsetzung eigener Strategien von den Vorteilen der Kreislaufführung profitieren. So gibt es verschiedene Ansätze zur Kreislaufführung verwendeter Materialien. Produkte und Bauteile können durch Remanufacturing und Refurbishment wieder als Produkt aufgearbeitet werden. Innovative Geschäftsmodelle (wie z. B. Produkt-Service-Systeme) können eine nachhaltige, kreislauforientierte Nutzung von Produkten unterstützen. Nicht nur bei den Produkten selbst, sondern auch bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen findet sich Wiederverwertungspotenzial.

Um die Kreislaufführung von verwendeten Ressourcen zu ermöglichen, sollte zunächst eine ausführliche Datengrundlage vorhanden sein. Zum einen müssen die Materialflüsse innerhalb des Betriebs bekannt sein. Diese können durch eine Stoffstromanalyse ermittelt werden. Zum anderen ist ein umfangreiches Wissen über Sekundärrohstoffe, ihren Wert und ihre Recyclingmöglichkeiten erforderlich. Sekundärrohstoffdatenbanken können hier Hilfestellung bieten. Mithilfe der ermittelten Daten kann durch gezielte Optimierungen ein erfolgreiches Stoffstrommanagement etabliert werden. Ein wichtiger Ansatz ist hier unter anderem die Kaskadennutzung, die Nutzung von Rohstoffen in aufeinanderfolgenden Schritten.

Verschiedene Formen möglicher Unternehmenskooperationen fördern den Austausch von Ressourcen und Wissen auf überbetrieblicher Ebene. Ein Beispiel ist die Vernetzung von Unternehmen innerhalb von Gewerbegebieten. Zudem bieten zahlreiche Recycling-Initiativen Unternehmen die Möglichkeit, sich an der Entwicklung und dem Einsatz neuer Recyclingtechnologien zu beteiligen.

Mit den auf den folgenden Seiten vorgestellten Strategien und Konzepten zur Kreislaufführung lassen sich die Ziele der Kreislaufwirtschaft konsequent verfolgen. Eines der vorbildlichsten Konzepte ist das sogenannte Zero-Waste-Versprechen, das den Gedanken verfolgt, Abfall nicht nur fachgerecht außerhalb des Betriebs zu entsorgen, sondern im Idealfall gar nicht erst entstehen zu lassen.

Worauf warten Sie noch?

Sie haben bereits Ressourceneffizienz umgesetzt? Melden Sie sich bei uns mit aktuellen Projekten und Ideen. Oder möchten Sie detaillierte Informationen aus unserem Angebot?

Schreiben Sie uns!
Fehler beim Senden Fehler beim Senden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Vielen Dank Ihre Nachricht wurde erfolgreich gesendet. Wir werden uns umgehend mit Ihnen in Verbindung setzen.