Konzeptionsphase
In der Konzeptionsphase bzw. Bedarfsplanung können die größten Ressourceneffizienzpotenziale ausgeschöpft werden. So sollte zuerst die Frage gestellt werden, ob eine Baumaßnahme notwendig ist. Bestenfalls ist ein bestehendes Bauwerk weiter nutzbar. Ist kein entsprechendes Gebäude verfügbar, sollte geprüft werden, ob bestehende Bausubstanz umgebaut oder erweitert werden kann. Ist dies ebenfalls nicht möglich, kann ein Neubau die Lösung sein. Die hierfür benötigten Materialressourcen entstammen bestenfalls aus lokalen Rückbauaktivitäten.* VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH (2019): Ressourceneffizienz im Bauwesen - Von der Planung bis zum Bauwerk, Berlin (online), abgerufen am 11.01.2024.
Ökobilanz-basierte Variantenuntersuchung
Software-basierte Lösungen können in die Konzeptionsphase integriert werden und bieten schnelles Feedback zur Ressourceneffizienz von Entwurfsvarianten. Zum Beispiel können das Treibhauspotenzial und der Energieaufwand für die Herstellung automatisiert abgeschätzt werden. Baustoffe und Bauweisen, die einen hohen Ressourcenaufwand mit sich bringen, sind identifizierbar und die Ergebnisse liefern die Basis für grundlegend ressourcenschonendere Entscheidungen*
Both, P. von; Wagner, A.und Karlsruher Institut für Technologie, Hg. (2018): BauSIM2018 - 7. Deutsch-Österreichische IBPSA-Konferenz : 26.-28. September 2018, Karlsruhe, Germany ; Tagungsband (online), Karlsruher Institut für Technologie (KIT) (abgerufen am: 18.11.2022).
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Gute Praxis Beispiele
Frühzeitige Ökobilanzierung mit dem Carbon Designer 3D
CAALA Software zur Lebenszyklusanalyse unterstützt bei der Reduktion der CO2-Emissionen
Ökobilanzierungstool eLCA
Gebäuderessourcenpass
Auf Basis eines BIM-Modells kann die Erstellung eines Gebäuderessourcenpasses (auch Materialpass oder materieller Gebäudepass) semiautomatisiert erfolgen. Dieser übernimmt sämtliche Informationen aus dem digitalen Gebäudemodell, wie z. B. Materialeigenschaften und geometrische Daten. Durch eine Verknüpfung zu weiteren Datenbanken ist außerdem eine Bewertung des Recyclingpotenzials und der Umweltwirkungen möglich. Ein Materialpass ist dadurch auch in der frühen Planungsphase als Optimierungs- oder Entscheidungswerkzeug hilfreich. Nach der Bauausführung dient der Ressourcenpass der Dokumentation aller verbauten Materialien. Bei Um- oder Rückbaumaßnahmen sind sämtliche notwendigen Informationen abrufbar, wodurch eine bestmögliche Verwertung oder Wiederverwendung stattfinden kann*
Honic, M.; Kovacic, I. und Rechberger, H. (2019): Der BIM‐basierte materielle Gebäudepass als Optimierungswerkzeug. In: Bautechnik, 96(3), 219-228. ISSN 0932-8351. doi:10.1002/bate.201800089
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Gute Praxis Beispiele
Ein Kataster für verbaute Materialien
Entwurf mit Materialbestand
Mit zunehmender Menge an verfügbaren Daten eröffnen sich durch die Anwendung digitaler Werkzeuge weitere Möglichkeiten zur Steigerung der Ressourceneffizienz in der Konzeptionsphase. Während aktuell die Planung mit rückgebauten Bauprodukten und Baustoffen eine Herausforderung ist, könnten zukünftige Entwurfswerkzeuge Abhilfe leisten. Datenbanken müssten erfassen, welche Materialien und Produkte an welchem Ort und zu welcher Zeit aus dem Rückbau von Gebäuden und Infrastruktur anfallen. Diese könnten damit im Sinne von „Die Form folgt der Materialverfügbarkeit“ in die Konzeptionierung eines neuen Bauvorhabens einfließen*
Circular Berlin (2022): Entwicklung eines digitalen Entwurfswerkzeuges für Planer:innen auf Basis des anthropogenen Materiallagers “Simulator” (online) - Vorstudie zur Definition von Anforderungen für einen Simulator, der auf Basis anthropogener Lager mögliche Gebäudetypen generativ entwirft. Circular City - Zirkuläre Stadt e.V. (abgerufen am: 05.10.2022).
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