Lagerung

Intelligentes / optimiertes Warenlager

Grundlegende Maßnahmen wie die Überarbeitung des Lagerlayouts zur optimalen Raumnutzung, aber auch die Lagerbeschilderung in Kombination mit einer Warenkennzeichnung (Bar-/QR-Codes, RFID-Tags) zur leichteren Identifizierung und Nachverfolgbarkeit der Waren können die Produktivität des Lagers bereits erhöhen. Die Warenklassifizierung nach der ABC-Methode hilft außerdem, den Warenein- und -ausgang dynamischer zu gestalten, indem die Ware nach der 80/20-Regel (20 % der Ware macht 80 % der Lagerbewegung aus) organisiert wird.* Mecalux GmbH (2023): 25 Tipps für ein effizientes Lager (online) (abgerufen am: 07.07.2023).

Durch die „Cross-Docking”-Technik lässt sich die Effizienz des Lagers weiter erhöhen, da ankommende Waren unmittelbar versendet werden und so keine bzw. nur sehr kurze Lagerzeiten entstehen. Auch die Automatisierung und Digitalisierung sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einem effizienten Lager. Über die Methode „goods-to-person” zur Warenzusammenstellung lassen sich bspw. unnötige Laufwege der Arbeitskräfte vermeiden und der Warendurchsatz des Lagers erhöhen. Der Einsatz von Inventarisierungssoftware ermöglicht zudem eine Bestandskontrolle in Echtzeit. Die Nutzung einer Lagerverwaltungssoftware hilft darüber hinaus, die Beschaffungsaufgaben des Unternehmens zu optimieren, indem diese den Lagerbestand aller Verkaufsstellen synchronisiert und Aufträge effizient organisiert.* Mecalux GmbH (2023): 25 Tipps für ein effizientes Lager (online) (abgerufen am: 07.07.2023).

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Additive Fertigung als Alternative zur Lagerhaltung

Die additive Fertigung (z. B. 3D-Druck) stellt im Rahmen des Remanufacturings eine vielversprechende Maßnahme zur Kosteneinsparung dar, da u. a. Lagerhaltungskosten für die Vorhaltung von Ersatzteilen entfallen. Die additive Fertigung bietet zudem die Möglichkeit, nah zur Kundschaft bzw. dezentral zu produzieren, was sich positiv auf die Transportkosten auswirkt.* Kemmner, A. (2017): Additive Fertigung und ihre Auswirkungen auf die Logistik (online) (abgerufen am: 06.07.2023).

Da die additive Fertigung mit einer geringeren Anzahl an Rohstoffen auskommt und auch weniger Werkzeuge benötigt werden, bietet sie im Vergleich zu herkömmlichen Fertigungsverfahren zudem eine höhere Planungssicherheit. Jedoch sind die gängigen additiven Fertigungsverfahren zumeist noch nicht ausgereift, um qualitativ hochwertige Teile/Komponenten herzustellen. So bedürfen additiv gefertigte Produkte in der Regel einer Nachbearbeitung, was mit signifikanten Zusatzkosten verbunden ist. Additive Fertigungsanlagen, welche dennoch für die Fertigung hochwertiger Produkte geeignet sind, weisen im Vergleich zu konventionellen Verfahren hohe Anschaffungskosten auf. Darüber hinaus sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der additiven Produktion im Hinblick auf Patentrecht/Recht auf Urheberschaft sowie Produkthaftung größtenteils ungeklärt, was insbesondere für Fremdfirmen mit Risiken verbunden ist.* Kemmner, A. (2017): Additive Fertigung und ihre Auswirkungen auf die Logistik (online) (abgerufen am: 06.07.2023).

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Beispiele aus der Forschung und Entwicklung

Werterhaltungsszenarien für urbane Elektromobilität der Personen und Lasten durch additive Fertigung und Refabrikation (AddRE-Mo)

  • Remanufacturing von E-Bikes unter Einsatz von additiven Fertigungsverfahren für die Ersatzteilversorgung.
  • Entwicklung einer Prozesskette für die additive Refabrikation.
  • Untersuchung der additiv gefertigten Ersatzteile auf Langlebigkeit mit anschließender Erprobung unter realen Einsatzbedingungen.

Zur kompletten Projektbeschreibung

Gute Praxis Beispiele

Weniger Lagerhaltung durch Remanufacturing

Der Baumaschinenhersteller Liebherr bietet im Rahmen seines Remanufacturing-Programms den Erwerb aufgearbeiteter Tausch-Komponenten an. Hierbei handelt es sich ausschließlich um Originalteile, die in Qualität und Zuverlässigkeit einem Neuteil in nichts nachstehen. Die durch die Kundschaft eingesendeten Gebrauchtkomponenten werden vollständig demontiert, gereinigt und auf ihre Aufarbeitungseignung mittels entsprechender Prüfverfahren befundet. Am Ende des Aufarbeitungsprozesses durchläuft die Reman-Komponente eine Endprüfung nach den Prüfprotokollen des jeweiligen Neuteils. Kund*innen profitieren beim Kauf einer Reman-Tauschkomponente daher letztlich nicht nur von der Kostenersparnis, durch die schnellere Verfügbarkeit kommt es auch zu geringeren Stillstandzeiten. Seitens Liebherr besteht die Kosteneinsparung infolge der reduzierten Lagerhaltung.

Literatur:

Liebherr (2023): Remanufacturing – Das Reman-Programm von Liebherr [online] [abgerufen am: 07.07.2023], verfügbar unter: www.liebherr.com/shared/media/komponenten/dokumente/reman-programm/liebherr-reman-programm-de.pdf

Mobile Datenerfassung zur Effizienzsteigerung

Die Audi AG setzt in ihrem Altteillager in Neckarsulm zur Wareneingangserfassung mobile Handheldgeräte mit integrierter Kamera und Barcode-Scanner ein. Alle Handheldgeräte kommunizieren ohne Zwischenserver direkt mit dem ERP-System. Nach dem Einlesen des Barcodes werden die jeweiligen Produktinformationen (Teilenummer, Produktzustand, Preis, Bild) auf dem Gerätebildschirm angezeigt. Über die Bedienoberfläche können Mitarbeiter*innen anschließend die Datenbankeinträge in SAP vornehmen. Die mobile Datenerfassung ermöglicht nicht nur eine schnellere Wareneingangserfassung, sondern führt auch zu einer Arbeitserleichterung seitens des Personals, sodass Audi den Warendurchsatz des Lagers insgesamt versechsfachen konnte.

Literatur:

LogiMAT Daily (2012): Die offizielle Messezeitung [online] [abgerufen am: 12.07.2023], verfügbar unter: logistra.de/sites/default/files/public/data-statische-seiten/logimat-daily/LogiMAT-Daily_2012-03-13_Tag1.pdf

Weiterführende Informationen

Echtzeitdaten: Wareneingang und Anlieferung

Beim Übergang von Logistik zur Produktion erfolgt aus Haftungs- und Qualitätsgründen immer eine zumindest stichprobenartige Qualitätskontrolle der angelieferten Waren.

Echtzeitdaten: Intralogistik und Lagerhaltung

Die digitale Erfassung und Speicherung der Warenlagerbestände werden bereits von vielen Betrieben genutzt. Trotzdem werden die resultierenden Datenbanken oft händisch gepflegt. Neue Technologien ermöglichen automatisierte Erfassungen und Buchungen und gestalten so die Lagerhaltung effizienter.

Prozesskette „Produktionsinfrastruktur”

Einige Potenziale für Ressourceneffizienz sind unabhängig von der Branche. Wie sich grundsätzlich Material und Energie sparen lassen, wird bei dieser Prozessvisualisierung anhand einer modellhaften Produktionsinfrastruktur gezeigt.

Prozesskette „Digitalisierung in der Produktion”

In der Prozessvisualisierung Digitalisierung in der Produktion werden die Akteure im Produktlebenszyklus und deren informationstechnische Vernetzung dargestellt. Die Einsparpotenziale an Material und Energie werden anhand der Umsetzung von Digitalisierungs- und Vernetzungsmaßnahmen aufgezeigt.

Kurzanalyse Nr. 27: Ressourceneffizienz in Handel und Logistik

Der Handel und die Logistikbranche zählen in Deutschland zu den umsatzstärksten Wirtschaftszweigen. Beide verbrauchen große Mengen natürlicher Ressourcen, insbesondere Rohstoffe und Energie. Durch geeignete Strategien und Maßnahmen können Unternehmen dem entgegensteuern und ressourceneffizienter agieren.

Industrie 4.0 am Beispiel – Ressourceneffizienz durch Digitalisierung

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