Leistungskennzahlen

Um die Ressourceneffizienz eines Bauvorhabens bewerten zu können, ist es wichtig, Leistungskennzahlen zu definieren und zu erheben. Dies kann sowohl in der Gebäudeplanung als auch während der Bauausführung stattfinden. Dabei ist es zielführend, einen angemessenen Aufwand zu wählen. Durch den Vergleich der gemessenen Werte mit Benchmarks ist eine Abschätzung des Ressourceneffizienzpotenzials möglich. Da Bauprojekte i. d. R. einzigartig sind, ist ein Vergleich zwischen verschiedenen Projekten und die Bildung von Benchmarks mit Herausforderungen verbunden. Geeignete Bezugsgrößen sind unternehmensintern abzustimmen. Für das gesamte Bauwerk kann die Bruttogeschossfläche eine geeignete Bezugsgröße sein. Für einzelne Bauleistungen sind entsprechende Größen zu definieren, z. B. die Anzahl der Bohrpfähle oder das Volumen des Baugrubenaushubs.

Mögliche Kennzahlen für die Gebäudeplanung

  • Endenergiebedarf in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/(m²a))
    • Verpflichtend im Rahmen des GEG zu ermitteln
    • Ermittlung z. B. nach DIN 18599:2018-09 oder thermische Gebäudesimulation
  • Nicht erneuerbarer Primärenergiebedarf in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/(m²a))
    • Ermittlung z. B. nach DIN EN 15978:2012-10
    • Referenzwerte z. B. nach DGNB Kriterium ENV 1.1 / Klimaschutz und Energie
  • Treibhausgasemissionen in Kilogramm CO2-Äquivalenten (kg CO2-Äq.)
    • Ermittlung z. B. nach DIN EN 15978:2012-10
    • Referenzwerte z. B. nach DGNB Kriterium ENV 1.1 / Klimaschutz und Energie
  • Flächeninanspruchnahme in Quadratmetern (m²)
    • Ermittlung z. B. nach DGNB Kriterium ENV2.3 / Flächeninanspruchnahme
  • Versiegelungsgrad in Prozent (%)
    • Ermittlung z. B. nach DGNB Kriterium ENV2.3 / Flächeninanspruchnahme
  • Bau- und Abbruchabfälle in Tonnen (t), Kubikmeter (m³) etc.
    • Ermittlung z. B. auf Basis von bestehender Bausubstanz und Erfahrungswerten bzw. bauwerksspezifischen Kennzahlen
  • Kumulierter Rohstoffaufwand (KRA) in Tonnen Rohstoffe pro Tonne Produkt (t/t)
    • Ermittlung nach VDI 4800 Blatt 2
  • Kumulierter Energieaufwand (KEA) in Kilowattstunden (kWh), Joule (J) etc.
    • Ermittlung nach VDI 4600
  • Biotopflächenqualität in absoluten Zahlen
    • Ermittlung z. B. nach DGNB Kriterium ENV2.4 / Biodiversität am Standort oder Berliner Biotopflächenfaktor
  • Wassergebrauchskennwert in Kubikmetern pro Jahr (m³/a)
    • Ermittlung z. B. nach DGNB Kriterium ENV2.2 / Trinkwasserbedarf und Abwasseraufkommen
  • Sekundärrohstoffeinsatz in Tonnen (t), Kubikmeter (m³) etc.
    • Ermittlung z. B. auf Basis von Materialeigenschaften und -anforderungen
  • Rohstoffkritikalität in absoluten Zahlen
    • Ermittlung z. B. nach VDI 4800 Blatt 2
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Mögliche Kennzahlen für die Bauausführung

  • Stromverbrauch in Kilowattstunden (kWh)
    • Messung z. B. verursachungsgerecht über cloudfähigen Baustromverteiler mit RFID-Technik
  • Energieressourcenverbrauch (Diesel, Benzin, etc.) in Litern (l), Kubikmetern (m³) etc.
    • Messung z. B. verursachungsgerecht mit mobilem Tankautomat und RFID-Technik
  • Bau- und Abbruchabfälle in Tonnen (t), Kubikmeter (m³) etc.
    • Messung z. B. verursachungsgerecht über QR- oder Barcode
  • Treibhausgasemissionen der verwendeten Energieträger in Kilogramm CO2-Äquivalenten (kg CO2-Äq.)
    • Ermittlung z. B. auf Basis der Ökobaudat
  • Sekundärrohstoffeinsatz in Tonnen (t), Kubikmetern (m³) etc.
    • Ermittlung z. B. auf Basis der Kostenkalkulation
  • Wasserverbrauch in Litern (l) oder Kubikmetern (m³)
    • Messung z. B. über Entnahmestelle
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Weiterführende Informationen

Leitfaden Ressourceneffizienz

Der Leitfaden stellt Indikatoren vor, mit denen sich die Verbesserung der Ressourceneffizienz bewerten lässt.

Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
Kriterienkataloge liefern Kennzahlen für die ganzheitliche Bewertung von Neubauten. Entsprechende Referenzwerte und Berechnungsmethoden sind in der Planung nutzbar:

One Click LCA GmbH
Vergleich mit Hilfe des Carbon Heroes Benchmarking im Rahmen der Ökobilanzierung der ermittelten materialgebundenen Treibhausgasemissionen mit weiteren Bauprojekten.