Betrieb
Ein Gebäude wird oftmals über viele Jahre hinweg betrieben. Dementsprechend können bereits geringe Ressourceneinsparungen langfristig einen großen Effekt erzielen. Besonderes Augenmerk sollte auf die korrekte Dimensionierung und Inbetriebnahme der technische Gebäudeausrüstung gelegt werden. Weitere Potenziale liegen in der regelmäßigen Wartung und dem sparsamen Verhalten der Nutzenden.
Technische Gebäudeausrüstung
Die technische Gebäudeausrüstung hat einen geringen Anteil an der Gesamtmasse eines Gebäudes, dennoch können die Emissionen aus der Herstellung der einzelnen Komponenten einen Anteil von etwa 20 bis 30 Prozent an den Lebenszyklusemissionen eines Bürogebäudes haben. Das liegt insbesondere am häufigen Austausch von Heizungs-, Lüftungs- und Klimasystemen in Nichtwohngebäuden, die zudem aus emissionsintensiven Metallen und Kunststoffen gefertigt werden.*
Forth, K., Höper, J., Veselka, J., Theißen, S. u. Borrmann, A. (2022): Towards life cycle assessment of technical building services in early design phases using building information modelling. In: Proceedings of the 2022 European Conference on Computing in Construction. Computing in Construction. Rhodes, Greece: University of Turin.
Das Ziel bei jeder Gebäudeplanung sollte ein minimalisiertes Technikkonzept sein, „das auf passive Maßnahmen, Selbstregelungseffekte, lokale Energienutzung und Vermeidung von Redundanzen setzt und geringere Komforteinbußen zugunsten eines wartungsarmen und unkomplizierten Betriebs akzeptiert“*
Brischke, L.-A., Zimmermann, P., Bierwirth, A. u. Buschka, M. (2023): Unterstützung von Suffizienzansätzen im Gebäudebereich, Hg. v. BBSR. ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg; BTU Cottbus-Senftenberg; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Berlin.
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Kontrolle sanitärer Anlagen
Sanitäre Einrichtungen sollten in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. In öffentlichen Gebäuden empfehlen sich eine jährliche Kontrolle und Wartung. Dabei sollten die Schließzeiten selbstschließender Armaturen von Waschbecken und Duschen sowie die Toilettenspülungen bedarfsgerecht eingestellt werden*
Nolde & Partner (2002): Maßnahmenkatalog Reduzierung der Wasserkosten im öffentlichen Bereich - Kurzfassung, Berlin, (abgerufen am: 29.06.2022).
. Neben den festen Kontrollrhythmen sollte stets darauf geachtet werden, defekte Armaturen und Spülkästen so schnell wie möglich zu erkennen und zu reparieren. Die Dichtungen von Armaturen und Spülkästen sollten ebenfalls überprüft werden. Bei einem Verlust von 20 Gramm Trinkwasser pro Minute durch einen tropfenden Wasserhahn entspricht dies 10.000 Liter pro Jahr*
Stähli Haustechnik AG (o. D.): Wartung von Sanitär-, Heizungs- und Lüftungsanlagen. Stähli Haustechnik AG, Winterthur, (abgerufen am: 31.08.2022).
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Bei Stagnation von Trinkwasser in den Leitungen besteht die Gefahr einer Verkeimung. Daher ist bei allen Maßnahmen zur Reduktion des Trinkwasserverbrauchs darauf zu achten, dass weiterhin ausreichend Wasser fließt. Spätestens nach 72 Stunden sollte das Trinkwasser in den Leitungen erneuert werden.*
VDI 6023 Blatt 1 (2022-09), Hygiene in Trinkwasser-Installationen - Anforderungen an Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung, Beuth Verlag GmbH, Berlin.
Verhalten der Nutzenden
Das Verhalten der Nutzenden hat einen hohen Einfluss auf den Verbrauch von Energieressourcen, Rohstoffen und Wasser im Gebäudebereich. Potenziale liegen darin, die Nutzenden auf den Ressourcenverbrauch und dessen Bedeutung aufmerksam zu machen. Die Ausstattung von Duschen mit Echtzeit-Verbrauchsanzeigen in einer Jugendherberge führte beispielsweise zu signifikanten Wasser- und Energieeinsparungen*
Günther, S., Kupfer, A., Schöb, S., Tiefenback, V. u. Staake, T. (2017): Einfluss von CO2-Kompensationsmaßnahmen und Echtzeit-Feedback auf den Energie- und Wasserverbrauch: Eine Feldstudie am Beispiel des Duschverhaltens. Bamberg: Universität Bamberg.
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