Materialauswahl

Auswahl robuster Materialien

Der Einsatz robuster Materialien hilft, Korrosions- bzw. Verschleißerscheinungen in der Nutzungsphase zu reduzieren und die Produktlebensdauer zu verlängern. Wegen der höheren Produktionskosten* Geyer, R. und van Wassenhove, L. N. (2003): Remanufacturing Products with Limited Component Durability and Finite Cycles (abgerufen am: 03.07.2023), S. 14. ist diese Maßnahme im Rahmen des Remanufacturings daher vor allem für Kernkomponenten von Bedeutung, deren Nutzungsdauer die der Randkomponenten übersteigt. Darüber hinaus reduziert sich durch das hohe Qualitätsniveau der Aufwand hinsichtlich der Demontage und Aufarbeitung.* Kampker, A.; Hollah, A.; Kreisköther, K. und Lienemann, C. (2016): Electromobile Remanufacturing – Nutzenpotenziale für batterieelektrische Fahrzeuge (online). In: 5th Conference on Future Automotive Technology Focus Electromobility (abgerufen am: 03.07.2023), S. 7. Grundsätzlich muss das ausgewählte Material jedoch so robust und belastbar sein, dass das Produkt eine sichere Mehrfachnutzung im Rahmen des Remanufacturings zulässt.* DIN e. V.; DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik und VDI Technologiezentrum GmbH (2023): Deutsche Normungsroadmap – Circular Economy, Berlin (abgerufen am: 12.07.2023), S. 48.

Gewichtseinsparung durch Leichtbauelemente

Der Einsatz von Leichtbau-Strukturelementen hilft, im Rahmen eines nachhaltigen Produktdesigns Kosten und Ressourcen einzusparen. Leichtbau wird vorwiegend über Verbundmaterialien realisiert, welche u.a. aufgrund ihrer geringen Korrosionsanfälligkeit eine hohe Lebensdauer aufweisen. Verbundmaterialien sind in der Herstellung jedoch bisher äußerst kostenintensiv. Da auch das Recycling besagter Verbundmaterialien aktuell noch sehr aufwendig und teuer ist, sind Leichtbaukomponenten für das Remanufacturing entsprechend geeignet.* Kampker, A.; Hollah, A.; Kreisköther, K. und Lienemann, C. (2016): Electromobile Remanufacturing – Nutzenpotenziale für batterieelektrische Fahrzeuge (online). In: 5th Conference on Future Automotive Technology Focus Electromobility (abgerufen am: 03.07.2023), S. 6.

Gute Praxis Beispiele

Nachhaltigkeitsstrategie „I Care 4 the Planet” für das Remanufacturing von Fahrzeugteilen

Der französische Automobilzulieferer Valeo setzt im Rahmen seiner „4R”-Strategie neben der Erweiterung seines bisherigen Remanufacturing-Angebots (Aufarbeitung von Anlasser, Lichtmaschine, Zweimassenschwungrädern, Kupplungen und Bremssätteln) auf ein insgesamt robusteres Produktdesign. Das Remanufacturing soll demnach auch neue Produktkategorien wie E-Antriebe oder E-Kompressoren umfassen.

Literatur:

Schachtner, M. (2023): Valeo verdoppelt Reman-Output – Zur Rematec in Amsterdam kündigen die Franzosen an, bis 2030 jährlich zwei Millionen Teile wiederaufzubereiten. Wachsen möchte Valeo in den Produktkategorien E-Mobilität und ADAS. [abgerufen am: 05.07.2023], verfügbar unter: www.amz.de/valeo-verdoppelt-reman-output

Weiterführende Informationen

Produktbezogene Strategie: Optimierte Materialauswahl

Die Wahl der Materialien eines Produktes erfolgt in der Entwicklung primär in Abhängigkeit von der angestrebten Funktionalität. Darüber hinaus kann die Materialauswahl als wesentliche Stellschraube für die Erschließung von Ressourceneffizienzpotenzialen dienen.

Produktbezogene Strategie: Verlängerung der technischen Produktlebensdauer

Die technische Produktlebensdauer definiert die Zeitspanne, die zwischen der Vermarktung eines Produktes und dessen endgültigem Ausfall liegt.

Produktbezogene Strategie: Leichtbau

Leichtbauweisen zielen darauf ab, ein Produkt mittels intelligenter Werkstoffauswahl und struktureller sowie topologischer Optimierung so zu gestalten, dass es allen gängigen Beanspruchungen in der Nutzungsphase standhalten kann und dabei gleichzeitig der Materialaufwand und das Gewicht minimal ausfallen.

Ökologische und ökonomische Bewertung des Ressourcenaufwands – Remanufacturing von Produkten

Die Erkenntnisse aus der Ökobilanzierung und den Kostenberechnungen dieser Studie sollen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei Entscheidungen über wichtige produkt- und prozessbezogene Veränderungen unterstützen.
 

Matrix zur systematischen Bewertung des Remanufacturing-Potenzials
 

Die Bewertungsmatrix dient als Grundlage für eine systematische Produktbewertung in Hinblick auf die Kreislaufwirtschaft. Sie hilft Unternehmen, Produkte spezifisch auf ihre Eignung zum Remanufacturing hin zu untersuchen. Durch die strukturierte Abfrage von Kriterien erfolgen eine systematische Bewertung und Identifikation von fördernden und hemmenden Faktoren für das Remanufacturing eines Produkts. Diese Kenntnisse tragen somit zu grundsätzlichen Entscheidungen über die Eignung für ein Remanufacturing bei. Außerdem kann an der systematischen Verringerung von hemmenden Faktoren gearbeitet werden.