Verbraucherverhalten / Kundenstruktur

Analyse von Verbraucher*innenkategorien

Die Analyse von Verbraucher*innenkategorien hilft Unternehmen, simultan in verschiedenen Marktsegmenten zu agieren. Durch entsprechende Untersuchungen (z. B. Kund*innenbefragungen) lässt sich feststellen, in welchen Verbraucher*innenkategorien der Warenabsatz insgesamt am höchsten ist. So kann es zeitweise sinnvoll sein, die geschäftlichen Bestrebungen auf das rentabelste Marktsegment zu fokussieren, um zusätzliche Gewinne zu erwirtschaften.* Morphos GmbH (2023): Warum Unternehmen eine Marktanalyse brauchen (online) (abgerufen am: 04.08.2023).

Analyse der vorrangigen Kaufmotive / Kaufabsichten

Kaufmotive, ob emotional oder rational, sind für die Kaufentscheidung ausschlaggebend. Ein emotionales Kaufmotiv entwickelt sich aus der Gefühlsebene der Konsumierenden, wohingegen rationale Kaufmotive aus objektiven Entscheidungen heraus gefällt werden. Ebenso ist bei der Kaufmotivation zwischen der Entscheidung für den eigentlichen Produktkauf und der Entscheidung für einen Produktkauf innerhalb einer Mehrfachauswahl zu differenzieren.* HubSpot, Inc. (2020): Kaufmotive verstehen: Warum Kunden kaufen (online) (abgerufen am: 16.10.2023).

Kennt ein Unternehmen die vorrangigen Kaufmotive für sein Produktportfolio, kann es gezielte Marketingmaßnahmen ergreifen, um seinen bisherigen Umsatz durch einen größeren Kundschaftsstamm zu maximieren.* Neuner, H.: Kaufmotive erkennen und Online Umsätze steigern: 7 Tipps (online) (abgerufen am: 16.10.2023). So kann die Erstellung eines „Persona Profile” helfen, relevante Kaufmotive einzelnen Zielgruppen zuzuordnen. Für das Remanufacturing sind insbesondere Sparsamkeit, Sicherheit und ein gutes Gewissen als relevanteste Kaufmotive zu nennen. So kann bspw. der Erwerb eines aufgearbeiteten Produkts anstelle von Neuware für Konsumierende mit einem Preisvorteil verbunden sein. Langlebigkeit und verlängerte Garantien suggerieren Konsumierenden hingegen Sicherheit. Der Verweis auf umweltfreundliche Produktionsprozesse oder auch der Hinweis auf Spenden durch den Verkauf des Produkts können Konsumierende in ihrem guten Gewissen bestätigen und sie so zum Kauf motivieren.* DIM Deutsches Institut für Marketing GmbH (2019): Kaufmotive verstehen – Wie entscheiden sich Kunden für ein Produkt? (online) (abgerufen am: 16.10.2023).

mehr anzeigen weniger anzeigen

Zusammenhang zwischen Produktkategorie und Zahlungsbereitschaft (Kund*innenakzeptanz)

Die Zahlungsbereitschaft kann in Abhängigkeit von Produktkategorie und Konsumierendengruppe* Kiy, M.; Terlau, W. und Voth, J. (2015): Konsumentenbefragungen zum Thema „Fair Trade” und „Bio” an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen (online). In: Bala, C. und Schuldzinski, W., Hg. Der verantwortungsvolle Verbraucher: Aspekte des ethischen, nachhaltigen und politischen Konsums, Düsseldorf, S. 41 – 58 (abgerufen am: 16.10.2023), S. 53. stark schwanken. So müssen bei der Preisgestaltung auch subjektive Einflussfaktoren wie die jeweilige Persönlichkeit und im Rahmen des Remanufacturings vor allem das Umwelt- / Nachhaltigkeitsbewusstsein der kaufinteressierten Person berücksichtigt werden. Die Zahlungsbereitschaft der Kundschaft kann hypothetisch mittels Kund*innenbefragungen* Spiller, A.; Lüth, M. und Enneking, U. (2004): Analyse des Kaufverhaltens von Selten- und Gelegenheitskäufern und ihre Bestimmungsgründe für/gegen den Kauf von Ökoprodukten, Bonn (abgerufen am: 07.08.2023), S. 65. (Preisabfragen, Conjoint-Analysen* Deutsche Gesellschaft für Online-Forschung – DGOF e.V. (2023): Conjoint Analysen (online) – Immer das passende Conjoint-Design für die Optimierung von Kaufbereitschaft und Zahlungsbereitschaft (abgerufen am: 16.10.2023). oder Open-Line-Pricing) bestimmt werden.

Die Kund*innen sind hierbei jedoch nicht verpflichtet, das Produkt zu erwerben. Ein alternativer Ansatz ist die Bestimmung der tatsächlichen Zahlungsbereitschaft über einen realen Kaufprozess. Darüber hinaus können über die Value-Pricing-Methode diejenigen Wertkriterien identifiziert werden, die kaufinteressierte Personen zu einer höheren Zahlungsbereitschaft veranlassen.* Prof. Roll & Pastuch – Management Consultants (2023): Zahlungsbereitschaft (online) (abgerufen am: 16.10.2023).

mehr anzeigen weniger anzeigen

Zusammenhang zwischen Informationsbereitstellung und Zahlungsbereitschaft

Beispiele aus der Forschung und Entwicklung

Behavioural Study on Consumers’ Engagement in the Circular Economy

  • Analyse der hauptsächlichen Kaufmotive von Verbraucher*innen für den Erwerb langlebiger Produkte bzw. der Motivation von Verbraucher*innen bzgl. der Entscheidung für eine Produktreparatur.
  • Ableitung politischer Handlungsempfehlungen, um Verbraucher*innen zu mehr Nachhaltigkeit zu motivieren (z. B. Informationsbereitstellung seitens der Herstellerfirmen bzgl. Langlebigkeit und Reparierbarkeit von Produkten, zuverlässige Informationen bzgl. der Nachhaltigkeit von Produkten, Transparenz im Hinblick auf frühzeitige Obsoleszenz, geprüfte Nachhaltigkeitssiegel).

Zur kompletten Projektbeschreibung

Verbraucherteilhabe durch Nachhaltigkeitskompetenz in der Circular Economy

  • Erhöhung der Nachhaltigkeitskompetenz von Verbraucher*innen durch gezielte Wissensförderung.
  • Untersuchung der Nachhaltigkeitskompetenz von Studierenden mittels Concept Maps, Mobilitätstagebüchern, Nachhaltigkeitsspielen sowie Befragungen.
  • Zur Förderung der Nachhaltigkeitskompetenz wurde u. a. die Gelegenheit zur Reflexion der Teilnehmer*innen als instruktionale Maßnahme ermittelt. 

Zur kompletten Projektbeschreibung

Weiterführende Informationen

Methodensammlung für die Produktentwicklung

Methoden im Überblick: Als Unterstützung bei der Analyse und Entwicklung bündelt die Sammlung Methoden und Herangehensweisen zur Planung ressourceneffizienter Produkte.

Ressourceneffizienz durch Remanufacturing – Aus Alt mach Neu

Video: Ressourceneffizienz durch Remanufacturing – Aus Alt mach Neu

Mit dem Aufruf des Videos erklären Sie sich einverstanden, dass Ihre Daten an YouTube übermittelt werden und dass Sie die Datenschutzklärung gelesen haben.