Zustandsüberwachung von Maschinen und Anlagen
Für den Ausfall von Maschinen, Anlagen oder Anlagenkomponenten kann es vielerlei Gründe geben, wie z. B. Materialermüdung oder Verschmutzung. Dadurch werden eine Verringerung der Anlagensicherheit, Kosten für Material- und Energieverluste, nicht genutztes Personal und die Verzögerung von Aufträgen verursacht. Dem kann durch eine Zustandsüberwachung (engl. Condition Monitoring) der Anlagen und ihrer Komponenten vorgebeugt werden. Mit einem Condition Monitoring werden folgende Zwecke verfolgt [Reichinger (2018)]:
- Einschätzung der Ausfallwahrscheinlichkeiten von Anlagen ermöglichen,
- Erhalt der Leistungsfähigkeit,
- Minimierung der Stillstandzeiten,
- Verbesserung der Wartungsintervalle,
- Ausnutzung der Ersatzteillebensdauer und
- Steigerung der Prozesssicherheit.
Bei einer Zustandsüberwachung von Maschinen, Anlagen oder Anlagenkomponenten werden über Sensoren Messdaten erhoben, die direkt oder nach Umrechnung in einen anderen Datensatz Auskunft über den momentanen Maschinen- oder Anlagenzustand geben [Reichinger (2018)].
Beispielsweise werden Versorgungsleitungen oder Rohre in Wärmeübertragern nach dem Grad ihrer Verschmutzung untersucht, denn Verschmutzungen können, bevor diese zu Verstopfungen in den Leitungen oder Rohren führen, die Leistungsfähigkeit des Medientransports in Leitungen oder den Wärmeübertragungsprozess in Wärmeübertragern erheblich verschlechtern. Deshalb müssen diese Systeme regelmäßig gereinigt werden. Verschmutzungen in den Leitungen können beispielsweise über eine Schwingungsmessung entdeckt werden. Der Grad der Verschmutzung wird dabei durch die Änderung der Schwingung berechnet. Hierdurch kann der Reinigungsaufwand besser abgeschätzt und Hilfs- und Betriebsstoffe können eingespart werden [Reichinger (2018)].
Des Weiteren wird das Condition Monitoring zur Überwachung von Betriebszuständen der Anlage eingesetzt. Dabei werden typische Betriebsparameter wie Temperatur, Druck sowie Feuchte mittels Sensoren erfasst. Diese gleichen sie mit den für den jeweiligen Auftrag benötigten Daten ab und geben ein Signal an den Anlagenführer, wenn Grenzwerte überschritten werden und/oder Handlungsbedarf besteht. Bei mehreren gleichzeitigen Alarmsignalen werden diese hierarchisch durch das System priorisiert, sodass die Arbeitskraft in einem Notfall nicht mit Informationen überfrachtet wird [Reichinger (2018)].
Ein Mindestmaß an Sensorik ist notwendig, um mittels des Condition Monitorings Schlüsse hinsichtlich des Zustands der Anlagen ziehen zu können. Die Einführung eines Condition Monitorings kann auch ein geeigneter Zeitpunkt für Unternehmen sein, alte Anlagen aufzurüsten. Werden bereits für die Produktion Sensoren verwendet, welche z. B. Schwingungen, Temperaturen, Lichteinfall etc. erfassen, dann müssen für diese selten zusätzliche Sensoren angebaut werden. Vielmehr kann oft bereits mit den Daten der bestehenden Sensoren gearbeitet werden. Diese werden über Softwareprogramme zusammengeführt und mit den vergangenen Wartungen abgeglichen [Hoffmann (2019)].
Literatur:
Hoffmann, D. (2019): Wie Condition Monitoring Maschinenausfälle verhindert [online]. Instandhaltung, 13.12.2019 [abgerufen am: 17.02.2021].
Reichinger, M. und Kempf, J. (2018): Der Turbo für Prozessanlagen – so wird Prozessleittechnik fit für Industrie 4.0 [online]. PROCESS, 05.03.2018 [abgerufen am: 01.02.2021].
Einschätzung für die Anwendenden
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Materialeinsparunghoch
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Energieeinsparunghoch
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THG-Einsparunghoch
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Investitionskostengering
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Umsetzungsaufwandgering
Die Angaben zu Material-, Energie- und THG-Einsparungen, Investitionskosten sowie Umsetzungsaufwände sind qualitative Abschätzungen auf vergleichender Basis.
Entwicklungsstadium
- Labor
- Technikum / Demonstrator
- Industrielle Praxis
Labor: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird im Labormaßstab entwickelt.
Technikum / Demonstrator: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird in einer Technikums- oder Demonstrator-Anlage umgesetzt.
Industrielle Praxis: Die betrachtete Technologie oder Methodik wird in der Produktion oder anderen Anwendungsbereichen eines Industrieunternehmen eingesetzt.
Beispiele aus der Praxis
Prozessleitsystem mit Zustandsüberwachung
Überwachung von Pumpen und Kompressoren
Cloudbasierte Zustandserfassung von Druckluftkompressoren
Pumpen und Kompressoren digital überwacht
Dezentrale Überwachung von Kompressoren durch Hersteller
Dezentrale App-unterstützte Überwachung von Gefahrstofflagern
Weitere Technologien
Zustandsüberwachung von Maschinen und Anlagen