Potenziale zur Ressourcenschonung durch Recycling-Gesteinskörnung

Bauen ohne Beton ist heutzutage nur schwer vorstellbar, denn der Betonanteil bei Wohngebäuden liegt inzwischen bei mehr als 50 Prozent, bei gewerblichen Hochbauten häufig sogar bei 90 Prozent.1 Dies führt dazu, dass im Jahr 2010 in Deutschland 42 Millionen Kubikmeter bzw. 100 Millionen Tonnen Transportbeton verbaut wurden, zu dem noch der Beton für Fertigteile addiert werden muss.2

Mit Recyclingmaterial zur Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie

Dies stellt einen nicht unerheblichen Materialstrom dar, den es im Zuge der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung zu reduzieren gilt. Eines der Kernziele dieser Strategie ist die Verdopplung der Rohstoffproduktivität bis 2020 bezogen auf 1994.3 Da Rohstoffproduktivität definiert ist als Quotient von Bruttoinlandsprodukt in Euro durch Einsatz abiotischer Rohstoffe in Tonnen, gilt es den Rohstoffbedarf zum Beispiel für Sand, Kies und Natursteine zu reduzieren. Dabei kommt den großen Masseströmen im Bauwesen und hier im speziellen den mineralischen Gesteinskörnungen zur Betonherstellung eine gewichtige Rolle zu. Letztere stellen als Zuschlag mit etwa 80 Prozent der Masse den Hauptbestandteil von Beton dar und können teilweise aus Recycling-Gesteinskörnungen bestehen.

Die Verwendung von RC-Material wirkt sich dabei im Sinne der Nachhaltigkeit doppelt positiv aus:

  • Die Zweitnutzung von Material verhindert eine zusätzliche Rohstoffentnahme und trägt somit über die Reduktion des Rohstoffeinsatzes zu einer Erhöhung der Rohstoffproduktivität bei.
  • Der Flächenverbrauch für die Entnahme von mineralischen Rohstoffen aus oberflächennahen Lagern wird reduziert.

Dass der Verbrauch für den Abbau mineralischer Baumaterialien nicht unerheblich ist, zeigt eine Zahl aus dem Jahr 2008. Damals wurden geschätzte 3,8 Hektar pro Tag beansprucht.4 Ein Vergleich mit den Zielen der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, die den Flächenverbrauch für Siedlungs- und Verkehrsflächen bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag reduzieren will, verdeutlicht die Größenordnung des mit der Rohstoffgewinnung verbundenen Flächenverbrauchs. Wird Kies im Nassabbau, d. h. im Grundwasserspiegel gewonnen, so führt dies zusätzlich zu einer Schädigung des Grundwasserleiters.

Informationen im Detail

Detail-Informationen zum Thema finden Sie in der Kurzanalyse Ressourceneffizienz der Tragwerke, Kapitel 2 und Potenziale eines hochwertigen Recyclings im Baubereich, Kapitel 3.1. Anschauungsmaterial rund ums Thema finden Sie in unserem Film Recyclingbeton auf Youtube.

Kurzanalysen
Film Recyclingbeton


1 Ifeu-Institut, Öko-Institut, iöw gGmbH, Kommunikation- und Konfliktberatung Gerhard Jakubowski, 2008: Steigerung von Akzeptanz und Einsatz mineralischer Sekundärrohstoffe unter Berücksichtigung schutzgutbezogener und anwendungsbezogener Anforderungen, des potenziellen, volkswirtschaftlichen Nutzens sowie branchenbezogener, ökonomischer Anreizinstrumente, UFO-Plan-Vorhaben (FKZ 205 33 313)
2 ATEC Business Information GmbH (Hrsg.): Recycling-Almanach 2012, Imageproblem im Hochbau, S. 112 ff.
3 Nationale Nachhaltigkeitsstrategie, 2002
4 Keßler, H., 2011: Urban Mining – Ressourcenschonungspotenziale einer hochwertigen Nutzung des anthropogenen Lagers im Gebäudebestand, Tagungsband zum 23. Kasseler Abfall- und Bioenergieforum, Hrsg. Witzenhausen-Institut

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