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Strategien gegen Versorgungsengpässe – VDI-Richtlinie zur Bewertung des Rohstoffaufwands veröffentlicht

20. März 2018

Die Weltwirtschaft nimmt weiter Fahrt auf, der Bedarf an Industrierohstoffen und die Preise steigen. Die neue VDI-Richtlinie 4800 Blatt 2 hilft Unternehmen, sich gegen drohende Versorgungsengpässe zu wappnen. Auf Grundlage der Richtlinie können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Strategien entwickeln, um unter dem Gesichtspunkt der Ressourceneffizienz Stoff- und Produktalternativen in Betracht zu ziehen. Das VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE) hat die Richtlinie zusammen mit Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft erarbeitet. 

Die Umsetzung von Zukunftstechnologien in Deutschland hängt maßgelblich von der Rohstoffverfügbarkeit ab: Insbesondere im Automobilbau wird der Bedarf an Lithium und Kobalt für die Elektromobilität steigen; aber auch bei anderen Industrierohstoffen könnte es laut Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) eng werden. Die kürzlich veröffentlichte VDI Richtlinie 4800 Blatt 2 „Ressourceneffizienz – Bewertung des Rohstoffaufwandes“ unterstützt KMU dabei, Versorgungsrisiken und rohstoffwirtschaftliche Abhängigkeiten zu analysieren. Unternehmen können die eigene Verletzlichkeit im Hinblick auf mögliche Engpässe bewerten und Strategien zur Minderung des eigenen Rohstoffrisikos identifizieren. Darüber hinaus ermöglicht die Richtlinie die Bewertung des sogenannten kumulierten Rohstoffaufwandes entlang der Wertschöpfungskette sowie des Wasser- und Flächenaufwands von Erzeugnissen.

„KMU können damit Beschaffungs- und Rohstoffstrategien unter dem Gesichtspunkt der Ressourceneffizienz entwickeln, um schwierige Rohstoffsituationen mittelfristig unbeschadet zu überstehen. Auf der Suche nach Alternativen ist dabei entscheidend, dass Unternehmen die ganze Wertschöpfungskette im Blick haben“, betont Dr. Martin Vogt, Geschäftsführer des VDI ZRE. Denn die zunehmende Angebotskonzentration von Rohstoffreserven, verteilt auf nur wenige Länder oder Zulieferer, führt auf Unternehmensseite zu Abhängigkeiten; Lieferengpässe und steigende Preise sind die Folge. Zu diesem Schluss kommt auch die Deutsche Rohstoffagentur, die Unternehmen mit ihrer Rohstoffliste 2016 hilft, rohstoffspezifische Schwachstellen innerhalb der Lieferkette und die damit verbundenen Preis- und Versorgungsrisiken aufzudecken.

Die neue VDI-Richtlinie schlägt Unternehmen alternative Beschaffungsstrategien vor: Dazu zählen zum Beispiel langfristige vertragliche Rohstoffproduzenten-Bindungen, die Umsetzung von Substitutionslösungen oder die Sicherung der Rohstoffversorgung mithilfe entsprechender Recyclingstrategien. Versorgungsengpässen ausweichen kann auch, wer vorausschauend in produkt- oder prozessbezogene Innovationen sowie in die Entwicklung neuer Geschäftsfelder investiert.

Das VDI ZRE war an der Erarbeitung der Richtlinie gemeinsam mit anderen Fachexperten aus Industrie und Wissenschaft sowie Behörden beteiligt. Die VDI-Richtlinie „Ressourceneffizienz – Bewertung des Rohstoffaufwandes“ kann beim Beuth-Verlag unter www.beuth.de bestellt werden.

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